Achselschweiß: Allgemeines

Achselschweiss

Rund 2 Millionen Schweißdrüsen befinden sich in der Haut des menschlichen Organismus. Die höchste Dichte findet sich dabei im Bereich der Handteller, der Stirn und der Fußsohlen. Aber auch in den Achsenhöhlen sind die Schweißdrüsen sehr zahlreich vorhanden. Grundsätzlich ist Schwitzen und auch speziell Achselschweiß – ob langsam oder in Form von Schweißausbrüchen – für den Körper lebensnotwendig: Es sorgt für eine Regulation der Körpertemperatur und beugt einer Überhitzung des Körpers vor. Der Achselschweiß gelangt durch sehr kleine Gänge an die Körperoberfläche, wo er schließlich verdunstet. Der Verdunstungsvorgang des Achselschweißes sorgt für eine angemessene Kühlung. Die Achselschweißdrüsen werden von sehr kleinen Nervenästen des Sympathikus aktiviert. Sowohl im Bereich der neuronalen Innervierung, als auch an den Schweißkanälchen befinden sich die Ansatzpunkte für eine therapeutische Verminderung von Achselschweiß. So besteht die Möglichkeit, die Schweißdrüsen versorgenden Nerven mittels Arzneimitteln oder Nervengiften zu blockieren. Eine andere Option besteht in der Verengung oder Verstopfung der von den Schweißdrüsen zur Hautoberfläche führenden Schweißgängen.

Beide Therapiearten führen zu einer deutlichen Verringerung von Achselschweiß im Rahmen einer Hyperhidrose. So wird eine krankhafte Überproduktion, bzw. Regulationsstörung des Schwitzens genannt. Diese betrifft häufig den gesamten Körper. Besonders quälend wird jedoch von den Betroffenen zumeist die übermäßige Produktion von Achselschweiß empfunden. Die spezielle Form des krankhaften Schwitzens unter den Armen wird als Axilläre Hyperhidrose bezeichnet. Während der Schweiß am Rücken, an den Händen oder auf der Stirn meistens vollständig geruchlos ist, verursacht Achselschweiß in großen Mengen oft einen unangenehmen Geruch. Achselschweiß selber riecht zwar nach gar nichts, jedoch besiedeln Bakterien (v. a. bei mangelnder Körperhygiene) gerne besonders die Achselhaut. Als sehr unangenehm empfinden Patienten auch die oft deutlich sichtbaren Abdrücke von Achselschweiß, die besonders in den Sommermonaten rasch unter den Armen entstehen.


Speziell für Achselschweiß-Patienten existiert eine weitere, hoch wirksame Behandlungsmethode: Die minimal-invasive subkutane Saugkürretage. Hierbei werden dem Patienten unter lokaler Betäubung die Schweißdrüsen abgesaugt. Die Nebenwirkungen sind gering und die Erfolgsaussichten sehr gut.


Schwitzen schützt vor Krankheiten und Überhitzung

Achselschweiß ist eine sehr dünnflüssige, farb- und geruchlose Flüssigkeit. Mit einem pH-Wert von rund 4,5 handelt es sich um ein schwach saures Medium. Im Ruhezustand produziert der menschliche Körper rund 0,7 – 1,0 l Schweiß. Dabei wird zwischen zwei Varianten des physiologischen Schwitzens unterschieden:

  • thermoregulatorische Transpiration
  • nervöse Transpiration


Durch Hyperhidrose oder körperliche Anstrengung sowie starke Hitze kann die Gesamtmenge an Schweiß bis auf das Zehnfache ansteigen.

 


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Teil 1: Achselschweiß: Allgemeines

Teil 2: Achselschweiß: Ursachen

Teil 3: Achselschweiß: Diagnose

Teil 4: Achselschweiß: Therapie

 

© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)