Achselschweiß: Diagnose

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Achselschweiß ist für sich genommen zunächst einmal keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Dementsprechend erübrigt sich die Diagnose Achselschweiß in der Regel und es muss vielmehr nach der Grunderkrankung gesucht werden, die das vermehrte Schwitzen auslöst. Grundsätzlich ist Achselschweiß - auch vorübergehend stark vermehrt - kein Grund für eine ärztliche Untersuchung bzw. medizinische Diagnosestellung. Das gilt insbesondere in den Fällen, in denen die Ursache für den Achselschweiß eindeutig auf der Hand liegt. So ist es völlig unbedenklich, wenn im Hochsommer bei starker Schwüle das T-Shirt unter den Armen mal etwas nass ist. Trotz der Anwendung entsprechender Deodorants oder Antitranspiranten kann die Menge an Achselschweiß unter entsprechenden klimatischen Bedingungen stark ansteigen.

Findet sich allerdings keine logisch erklärbare Ursache für starken Achselschweiß oder hält dieser über einen ungewöhnlich langen Zeitraum (bei klimatisch unterschiedlichen Bedingungen) an, so könnte eine ernsthafte Erkrankung dahinter stehen. In einem solchen Fall ist eine ärztliche Untersuchung definitiv anzuraten. In besonderem Maße gilt dies, wenn der Betroffene neben der starken Achselschweißbildung auch noch andere Symptome entwickelt. Dies können z. B. Atemnot, Brustenge oder Schmerzen verschiedenster Art sein. In einem solchen Fall ist auf jeden Fall davon auszugehen, dass die abnormale Menge an Achselschweiß nur Ausdruck einer anderen zu Grunde liegenden Krankheit ist.


Grunderkrankung muss gefunden werden

Um der Ursache des starken Schwitzens auf den Grund zu gehen, sollte zunächst eine genaue Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten erhoben werden. Teilweise lassen sich bereits hier Hinweise auf evtl. Ursachen des starken Achselschweißes finden (beispielsweise die Einnahme bestimmter Arzneimittel). Des Weiteren muss der Arzt nun je nach Verdacht oder Hinweisen aus dem Patientengespräch entsprechende diagnostische Verfahren einleiten. Hierzu gehören insbesondere:

  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Blutdruckmessung (evtl. Langzeitkontrolle)
  • EKG
  • Sonografie (Ultraschall)
  • Röntgen
  • gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Biopsie



Die Hyperhidrose – eine Ausschlussdiagnose

Findet sich trotz intensiver körperlicher Untersuchung keine Ursache für das vermehrte Schwitzen und die damit einhergehende Überproduktion von Achselschweiß, ist von einer Hyperhidrose (Überproduktion von Schweiß) auszugehen. Eine solche Erkrankung kann nicht durch die klassischen Methoden der Diagnostik wie bildgebenden Verfahren oder Laboruntersuchungen nachgewiesen werden. Wird eine übermäßige Achselschweißproduktion durch eine andere Grunderkrankung ausgelöst, spricht der Fachmann von einer sekundären axillären Hyperhidrose. Aber auch für die primäre Form des krankhaften Achselschweißes existieren Diagnosemethoden:

Der Jod-Stärke-Test (Minor-Test): Hiermit kann nachgewiesen werden, wie stark die Schweißproduktion unter den Achseln (oder auch an anderen Körperpartien) ist. Nach gründlicher Reinigung der Achselhöhle wird die Haut getrocknet. Anschließend bestreicht der Untersucher die Stelle mit einer Lösung, die als Hauptkomponente Iod-Kaliumiodid (Lugol´sche Lösung) enthält. Nach Abtrocknung wird Speisestärke darüber gestreut. An exakt den Punkten wo eine starke Sekretion von Achselschweiß stattfindet, färbt sich das Stoffgemisch tief dunkel bis violett.
Zur quantitativen Bestimmung der Menge wird der Achselschweiß mittels eines Filterpapiers aufgesogen. Letzteres wird im Anschluss daran mittels einer Ultrafeinwage gewogen. Dieses Messverfahren wird als Gravimetrie bezeichnet.


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Teil 1: Achselschweiß: Allgemeines

Teil 2: Achselschweiß: Ursachen

Teil 3: Achselschweiß: Diagnose

Teil 4: Achselschweiß: Therapie

 

© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)