Achselschweiß: Ursachen

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Grundsätzlich sind Schwankungen in der Produktion von Achselschweiß vollkommen normal und sogar wichtig. Der wichtigste Faktor für die Regulation der Achselschweiß-Menge ist die Außentemperatur. Wie erwähnt erzeugt der Verdunstungsvorgang des an die Körperoberfläche geleiteten Achselschweißes eine Herabsetzung der Hauttemperatur. Dies gilt nicht nur für den Achselschweiß sondern für die ganze Hautoberfläche. Ziel des Körpers ist dabei stets die Vermeidung eine Überhitzung (Hyperthermie) des Menschen. Feuchte Hitze, wie sie in der Nähe des Äquators permanent zu finden ist, erhöht die Bildung von Achselschweiß mehr als trocken-heißes Wüstenklima.

Die Menge an gebildetem Achselschweiß hängt auch erheblich von der Kleidung ab. So sind atmungsaktive, luftige Kleidungsstücke günstig, um eine zu hohe Produktion von Achselschweiß sowie eine Geruchsbildung zu verhindern.
Vermehrter Achselschweiß bildet sich auch bei starker körperlicher Aktivität wie etwa Sport oder schwerer, physischer Arbeit. Auch hierbei soll durch die Achselschweißbildung, sowie die weitere Transpiration ein hyperthermischer Zustand vermieden werden.

Es existiert noch eine ganze Reihe weiterer biologischer Ursachen für einen erhöhten Anfall an Achselschweiß. Einer der wichtigsten Faktoren sowohl für vermehrten Achselschweiß, als auch allgemein erhöhtes Schwitzen ist Übergewicht. Fettleibige Menschen schwitzen in aller Regel weitaus mehr, als dies ihre schlanken Zeitgenossen tun. Bereits kleinere körperliche Anstrengungen lassen sowohl Blutdruck, Puls, als auch die Bildung von Achselschweiß in die Höhe schnellen. Ebenso bilden adipöse Menschen bereits bei wesentlich geringeren Temperaturen vermehrt Achselschweiß. Grund hierfür ist die allgemein größere Körpermasse, die durch Transpiration vor Überhitzung geschützt werden muss. Bei einem 140 kg schweren Menschen sind logischerweise weitaus größere Mengen an Schweiß nötig um diesen zu kühlen, als bei einem 75 kg schweren Vertreter.

Hormonelle Schwankungen – insbesondere bei Frauen in den Wechseljahren – erhöhen die Menge an Achselschweiß signifikant. Gleiches gilt für hormonbedingte Krankheiten. Hier ist v. a. die Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) zu nennen. Die ständig erhöhte Synthese von Schilddrüsenhormonen treibt den Gesamtstoffwechsel des Körpers in die Höhe. Damit verbunden ist eine erhöhte Sympathikusaktivität und somit auch größere Mengen an Achselschweiß. Eine hypoglykämische Phase (Unterzuckerung) im Rahmen eines Diabetes mellitus löst auch Schweißausbrüche aus; allerdings weniger in Form von Achselschweiß, als vielmehr auf der Stirn. Vermehrter Achselschweiß tritt dagegen beispielsweise im Rahmen des Parkinson-Syndroms auf. Außerdem lösen manche rheumatische Erkrankungen, sowie Krebs ebenfalls Schweißausbrüche aus. Gleiches gilt für eine Reihe von Infektionskrankheiten. Hierbei ist das Schwitzen eine Nebenwirkung des oftmals begleitenden Fiebers.

Fördernd auf Achselschweiß wirken auch bestimmte Medikamente. So löst die Einnahme bestimmter Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (eine moderne Form von Antidepressiva) v. a. in hohen Dosen starken Achselschweiß, sowie eine deutlich vermehrte Schweißbildung am gesamten Körper aus. Für diese Nebenwirkung bekannt sind auch kortisonhaltige Arzneimittel und manche Schmerzmittel.

Bleiben noch psychische Ursachen als Grund für Achselschweiß: Jeder kennt den Begriff Angstschweiß. Und tatsächlich steigt bei Nervosität und Angst die Aktivität des Sympathikus sprunghaft an und die Menge an Achselschweiß erhöht sich schlagartig.


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Teil 1: Achselschweiß: Allgemeines

Teil 2: Achselschweiß: Ursachen

Teil 3: Achselschweiß: Diagnose

Teil 4: Achselschweiß: Therapie

 

© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)