Askariasis: Wurminfektion des Darmes

Urlaubszeit – Infektionszeit? Das muss nicht sein. Wer die grundlegenden Hygienevorschriften beherzigt, kann nahezu sicher sein, keinen ungebetenen Mitreisenden, etwa in Form eines parasitierenden Spulwurms im Darm, aus dem Urlaubsland im Süden nach Deutschland mitzubringen. Der Spulwurm Ascaris lumbricoides ist für die häufigste Wurminfektion des Verdauungstrakts beim Menschen verantwortlich, die Ascariasis. Man geht davon aus, dass etwa ein Viertel der Weltbevölkerung von diesem Endoparasiten, der im Darmlumen als Schmarotzer lebt, befallen ist.

Hauptverbreitungsgebiete sind die Tropen und Subtropen mit schlechtem Hygienestandard. Durch die Aufnahme der extrem resistenten Eier des Spulwurms z.B. über kontaminierte Nahrungsmittel durch Touristen wird dieser Darmparasit immer wieder auch in Deutschland nachgewiesen.

Wurmzyklus

Einmal im oberen Dünndarm angelangt, schlüpfen die Larven aus der Eihülle, durchdringen die Darmschleimhaut und gelangen über den Blutstrom in die Leber, das rechte Herz und schließlich die Lunge. Die nächste Station der Larven ist der Mundraum und nach Verschlucken wieder der Dünndarm, wo sie nach Durchlaufen mehrerer Entwicklungsstadien zum 30 bis 50 cm langen erwachsenen Wurm heranwachsen. Das Weibchen kann bis zu 200.000 Eier pro Tag produzieren, die dann mit dem Kot ausgeschieden werden und nach einer Reifungsphase unter günstigen Umständen mehrere Jahre infektiös bleiben.

Akute Beschwerden

Die Reise der Ascaris-Larven durch den Körper bleibt für den Betroffenen nicht ohne Folgen. So können etwa eine Woche nach dem Kontakt mit dem Parasiten Symptome in der Lunge wie das so genannte Löffler-Syndrom auftreten, das sich in einer flüchtigen, herdförmigen Lungenentzündung (Pneumonie) äußert. Der Ascariasispatient leidet in dieser Phase typischerweise unter Husten, Atemnot, blutigem Auswurf und Fieber. Die lungenspezifischen Symptome verschwinden in der Regel nach zwei Wochen, werden aber oft von Beschwerden im Magen-Darm-Trakt abgelöst. Mögliche Komplikationen sind der Befall der Gallenwege oder Leber. Bei Schwangeren ist auch eine Übertragung der Erreger über die Plazenta auf das Ungeborene möglich mit der Gefahr von Entwicklungsstörungen des Embryos.

Einfache Behandlung

Die Diagnose stellt der Arzt am sichersten durch den Nachweis der Eier im Stuhl. Dann lässt sich der Darmschmarotzer meist nach wenigen Tagen durch eine medikamentöse Behandlung mit gebräuchlichen Anti-Wurmmitteln rasch aus dem Darm entfernen. Problematisch bleibt die hohe Infektiösität der Wurmeier, die auch Jahre nach der erfolgreichen Anti-Wurmtherapie eine Infektionsquelle darstellen können. Hygiene bleibt daher oberstes Gebot.

(Wolfgang Zimmermann) © 2007 medizin.de (zuletzt aktualisiert 02/2009)