Bauchschmerzen: Diagnose

Bauchschmerzen_-_Diagnose

Die große Bandbreite an Ursachen bedingt eine umfangreiche Diagnostik. Am Anfang steht eine ausführliche Patientenbefragung mit Erhebung der Krankengeschichte.

 

 

Es gilt, folgende Faktoren zu klären:

  • Dauer, Lokalisation und Charakter der Bauschmerzen
  • Treten die Schmerzen nach bestimmten Situationen (z. B. nach dem Essen) auf
  • Kamen die Bauchschmerzen plötzlich oder ging ein bestimmtes Ereignis voraus
  • Besteht eine Appetitlosigkeit oder ist der Appetit wie immer
  • Werden bestimmte Lebensmittel nicht vertragen
  • Hat sich der Stuhlgang seit Bestehen der Bauchschmerzen verändert
  • Werden Alkohol, Tabak oder sonstige Drogen konsumiert
  • Hat sich das Gewicht in der letzten Zeit verändert
  • Wie ist der Gesamtzustand des Patienten
  • Bestehen Vorerkrankungen
  • Bei Frauen: Liegen gynäkologische Krankheiten oder Beschwerden vor

 

Im Anschluss daran folgt eine eingehende gesamtkörperliche Untersuchung. Der Arzt kontrolliert dabei Parameter wie Blutdruck, Puls und Körpertemperatur. Im Rahmen der sogenannten Auskultation wird der Bauchraum mittels Stehoskop abgehört. Etwaige abnormale Darmgeräusche lassen sich so leicht feststellen. Eine große Rolle bei der Diagnostik spielt auch die Palpation, das Abtasten der gesamten Bauchregion. Hierdurch lassen sich Verhärtungen feststellen und die genaue Herkunft des Bauchschmerzes eingrenzen.

Drei Beispiele hierfür:

  1. Starke Schmerzen im rechten Oberbauch liefern Hinweise auf Probleme mit der Gallenblase.
  2. Schmerzt der rechte Unterbauch, liegt oftmals eine Blinddarmentzündung vor.
  3. Eine Magen-Darm-Verstimmung führt dagegen zu diffusen Bauchschmerzen, die sich nicht auf eine Region begrenzen lassen.

In manchen Fällen tastet der Arzt auch das Rektum ab. Die Körperhaltung verrät ebenfalls einiges über die Ursache. Ein nach vorne gebeugter Gang deutet beispielsweise auf eine Blinddarmentzündung hin. Liegt eine Lebererkrankung vor, kann diese bereits durch eine Gelbfärbung von Haut und Skleren (der weiße Teil des Auges) auffällig werden.

 

Nach der allgemeinmedizinischen Untersuchung ist häufig eine weiterführende fachärztliche Untersuchung notwendig. Elemente hiervon sind:

  • Röntgenaufnahmen von Abdomen und Thorax
  • Ultraschall des Bauchraumes
  • EKG
  • Urinuntersuchung (evtl. Nierenprobleme)
  • Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Leberwerte, etc.)
  • Stuhluntersuchung (Nachweis von Erregern und Parasiten)
  • Magenspiegelung
  • Darmspiegelung
  • Nahrungsunterverträglichkeitstest (Wasserstoff-Atemtest)
  • CT
  • MRT
  • Laparoskopie

 

© medizin.de (2016) Gunnar Römer

Erstellt am: 02.06.2016

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Teil 1: Bauchschmerzen: Überblick

Teil 2: Bauchschmerzen: Ursachen

Teil 3: Bauchschmerzen: Diagnose

Teil 4: Bauchschmerzen: Therapie

 

Quellenangabe

  • Klinische Gastroenterologie (Helmut Messmann), Thieme-Verlag
  • Kurzlehrbuch Innere Medizin (Hanns-Wolf Baenkler & Hartmut Goldschmidt), Thieme-Verlag
  • Kinderkrankheiten von A – Z (Isabella Schellenberg), TRIAS-Verlag
  • Anamnese und Befund (Jürgen Dohmer), 10. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Thieme-Verlag
  • Chronische Bauchschmerzen im Kindesalter (Martina Groß & Petra Warschburger), Hogrefe-Verlag
  • Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen (Friedrich Ebinger), Thieme-Verlag