Besenreiser

Besenreiser

Von weitem sehen sie aus wie ein blauer Fleck und besonders häufig findet man sie an den Beinen. Besenreiser sind kleine Venengeflechte, die so weit oberflächlich liegen, dass sie durch die Haut sichtbar sind. Stellt man sich den Begriff Besenreiser einmal wörtlich vor, so denkt man an eine Ansammlung von vielen Zweigen, die massenhaft im Büschel am unteren Ende eines Besenstils sitzen. Und tatsächlich besteht hier eine Ähnlichkeit zu dem kosmetisch störenden Phänomen: Zahlreiche kleine Venen breiten sich von einem Punkt aus und bilden ein Geflecht. Besenreiser sind zumeist harmlos, nur selten stehen ernsthafte Erkrankungen dahinter. Selten, aber besonders störend sind Besenreiser im Gesicht. Grund zur Verzweiflung besteht nicht: Es existieren zahlreiche Behandlungsmethoden.


Besenreiser: Eine harmlose Form von Krampfadern

Rund 50 % der erwachsenen Menschen besitzen in irgendeiner Form Veränderungen an den Venen. Meistens handelt es sich dabei um die besagten, harmlosen Besenreiser. Auch wenn es sich definitionsgemäß um eine Form von Krampfadern handelt, müssen sie nicht zwangsläufig entfernt werden. Sie stellen keinerlei gesundheitliches Risiko dar – sie werden aber oft als starke kosmetische Einschränkung wahrgenommen. Bei genauem Hinsehen erkennt man die feinen Venengeflechte, die in einer Mischung aus rot und blau durch die Haut schimmern.

Nur in sehr seltenen Fällen sind Besenreiser ein Hinweis auf weitere Venenerkrankungen – wie z. B. auf Krampfadern. Auch wenn die Besenreiser als nicht störend empfunden werden, empfiehlt sich zum Ausschluss einer Grunderkrankung der Besuch bei einem Arzt. Dies kann entweder der Hausarzt oder ein Facharzt für Phlebologie sein. Eine Ultraschalluntersuchung bringt schnell Gewissheit. Besenreiser in der Knöchelregion gelten als pathognomonisch (auf eine Krankheit hinweisend) für Krampfaderleiden. Ansonsten lassen sie sich durch ihre typische Gestalt einfach diagnostizieren. Extrem selten sind Besenreiser der Hinweis auf eine tiefe Beinvenenthrombose – eine potenziell lebensgefährliche Situation!


Ursache von Besenreisern

Die Ursache von Besenreisern entspricht im kleinen Umfang genau der Entstehung von Krampfadern. Zumeist genetisch bedingt liegt eine Bindegewebsschwäche vor. Die äußere Schicht der Venen wird als Tunica externa oder Tunica adventitia bezeichnet und besteht aus lockerem Bindegewebe. Ist dieses geschwächt, kommt es früher oder später zu einer starken Ausdehnung des Blutgefäßvolumens und die Adern werden durch die Haut sichtbar. Das infolge der Ausleierung größere Volumen führt dazu, dass das Blut nicht mehr effektiv weitertransportiert werden kann und in den Beinen versackt. Bei Besenreisern ist dieses Blutvolumen so gering, dass es zu keiner Beeinträchtigung kommt. Kritisch wird dies aber bei Krampfadern. Es existieren noch eine Reihe weiterer Faktoren, welche sich fördernd auf die Entstehung von Besenreisern auswirken:

  • Übergewicht
  • Nikotin
  • Alkohol
  • Schwangerschaft
  • Sehr häufige Saunagänge
  • Schuhe mit sehr hohen Absätzen


Nikotin und Alkohol wirken gefäßerweiternd und eine Schwangerschaft kann durch entsprechende Hormonveränderungen das Venensystem beeinflussen. Übrigens verursachen Besenreiser praktisch keine Symptome. Lediglich an Körperstellen mit einer sehr hohen Dichte kann es zu einem starken Wärmegefühl der Haut kommen.


Zahlreiche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung

Gerade in der Badesaison sind Besenreiser an den Beinen durchaus kosmetisch störend – im Gesicht sind sie dies das ganze Jahr über. Für Betroffene gibt es allerdings einige Möglichkeiten, die ungeliebten Begleiter loszuwerden. Hierzu stehen grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Die Behandlung mittels spezieller Crèmes
  2. Die Verödung der Besenreiser
  3. Die Laserbehandlung


Egal für welche Behandlungsmöglichkeit Sie sich entscheiden: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Therapie nicht, da es sich um einen ästhetischen Eingriff handelt. Bei privaten Krankenkassen ist dies nicht einheitlich geregelt, allerdings werden auch dort für gewöhnlich keine rein kosmetischen Behandlungen bezahlt.


Der Einsatz spezieller Crèmes/Salben

Auf dem Markt existiert eine große Bandbreite an speziellen Produkten für die Behandlung von Besenreisern. Die Crèmes enthalten Inhaltsstoffe wie z. B. Weinlaub und Rosskastanien. Wichtigster Bestandteil ist aber Vitamin K1. Dieses dringt in das Bindegewebe und die erweiterten Gefäße ein und beeinflusst dort die Blutgerinnungsfähigkeit; die Blutzirkulation wird gesteigert.Gewünschter Effekt ist eine Entlastung der Gefäßwände. Außerdem erhoffen sich Hersteller und Anwender eine Abdichtung des geschädigten Bindegewebes. Die Anwendung von den genannten Produkten alleine führt praktisch nie zu einer nennenswerten Verbesserung der Besenreiser. Diese Maßnahme eignet sich allenfalls als Ergänzung zu einer anderweitigen Behandlung.


Die Therapie mittels Verödung

Der medizinisch korrekte Begriff für dieses Verfahren lautet „Sklerosierung“. Hierbei spritzt der Arzt eine alkoholische Lösung in die feinen sichtbaren Äderchen der Besenreiser. Um Schmerzen zu vermeiden, wird die zu behandelnde Stelle vorher mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Die injizierte chemische Verbindung löst eine sofortige Entzündungsreaktion innerhalb der erweiterten Venen aus und führt zu einer Verklebung der Besenreiser. Das Verfahren dauert zwischen 20 und 45 Minuten und lässt die Venengeflechte meistens verschwinden, wobei meistens mehrere Behandlungssitzungen notwendig sind. Wichtigste Voraussetzung für die Sklerosierung ist eine ausreichende Größe der Besenreiser, da der Therapeut sie andernfalls mit der Injektionsnadel verfehlen würde. Nach dem Eingriff muss der Patient noch für ein paar Tage Kompressionsstrümpfe tragen.


Die Lasertherapie von Besenreisern

Diese Methode wird mittlerweile am häufigsten angewendet und gilt als sehr effektiv und nebenwirkungsarm. Insbesondere bei kleinen Besenreisern eignet sich die Lasertherapie besonders gut; manchmal erfolgt auch eine Kombination aus Laserbehandlung und Verödung. Wird nur gelasert, entfällt die anschließende Kompressionstherapie. Meistens sind auch hier mehrere Sitzungen notwendig, die ambulant und unter lokaler Betäubung erfolgen können. Jede Behandlung dauert zwischen 10 und 30 Minuten. Selten besteht ein Teil der Besenreiser aus einem größeren venösen Nährgefäß – im Bild eines Besens gesprochen wäre dies dann der Besenstil. Dieses Nährgefäß muss vor der eigentlichen Laserbehandlung mikrochirurgisch entfernt werden. Meistens ist dies jedoch nicht notwendig, sodass direkt mit dem Laser begonnen werden kann. Dieser gibt eine große Energiemenge ab, die vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin aufgenommen wird. Als Folge zerplatzt der gesamte Inhalt des Gefäßes, wodurch dieses ebenfalls zerstört wird. An die zerstörten Gefäßwände setzen sich rote Blutkörperchen fest und verkleben das Gebilde. Ein weiterer Blutfluss ist nicht möglich und die Besenreiser verschwinden nach einigen Behandlungen.

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Juckreiz
  • Allergie
  • Erhöhte Infektionsgefahr (Haut ist anfangs durchlässiger)
  • Entzündung
  • Pigmentverlust der Haut



Kann man Besenreisern vorbeugen?

Wer genetisch vorbelastet ist, kann die Entstehung der Besenreiser nicht verhindern. Man kann aber einiges tun, um die Entstehung – insbesondere auch von Krampfadern – unwahrscheinlicher zu machen:

  • Walking
  • Leichtes Joggen
  • Schwimmen
  • Tanzen
  • Ski-Langlauf
  • Wandern
  • Venengymnastik
  • Heiße Bäder/Sauna meiden
  • Nikotin/Alkohol meiden
  • Ausgewogene Ernährung

© medizin.de 2015 (Gunnar Römer)

 

Quellenangabe:

  • Erfolgreich gegen Krampfader, Besenreiser und Co. (Edith Leisten)
  • Praktische Phlebologie (Eberhard Rabe, Horst E. Gerlach), Thieme-Verlag
  • Lasertherapie in der Dermatologie (Landthaler, Hohenleutner), 2. Auflage, Springer-Verlag
  • Angewandte Phlebologie (Grotewohl), Schattauer
  • VenenChirurgie (Wolfgang Hach), 2. Auflage, Schattauer