Bräune nach Urlaub erhalten

Braeune_erhalten

Ob Karibik, Südsee, Spanien oder die Malediven – die Urlaubszeit zieht die Menschen in die sonnigen Gegenden unseres Planeten. Auch in unserem eigenen Land suchen viele erholungsbedürftige Zeitgenossen ein Plätzchen an der Sonne, um dem Alltagsstress für einige Tage oder Wochen zu entfliehen. Gerade beim Strandurlaub lautet das Ziel fast immer, mit einer schönen, knackigen Bräune wieder in heimische Gefilde zurückzukehren. Die Erinnerungen, die Eindrücke und die schönen Bilder bleiben, die Bräune geht mit der Zeit. Insbesondere dann, wenn die Tage wieder kürzer und die Sonnenstunden seltener werden, ist es um den attraktiven Teint geschehen. Fakt ist: Ohne erneute Sonnenstrahlen wird die braune Hautfarbe irgendwann verschwunden sein. Aber es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Urlaubsbräune langfristig zu erhalten.


Oberstes Gebot: Die Haut regelmäßig befeuchten

Ob Mann oder Frau – eine regelmäßige Feuchtigkeitspflege der Haut sollte in den Tagesplan integriert werden, das ganze Jahr über. Besonders wichtig ist eine regelmäßige Befeuchtung der Haut, wenn Sie die sommerliche Bräune möglichst lange konservieren möchten. Feuchtigkeit verbessert die Qualität der obersten Hautschichten, was zur Folge hat, dass der natürliche Erneuerungsprozess der Haut verlangsamt wird. In den besagten oberen Hautschichten befinden sich die mit Melanin (dem Pigment, das unsere Haut braun werden lässt) angereicherten Hautzellen. Im Abstand von ziemlich genau vier Wochen erneuert sich normalerweise die oberste Hautschicht, die obersten Hornzellen werden abgestoßen. Je trockener und belasteter die Haut ist, desto schneller verläuft dieser Prozess.

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Je gesünder und feuchter, desto länger bleiben die gebräunten Hautpartien erhalten. Daher das Motto: Wer braun bleiben möchte, muss fleißig cremen. Geeignet sind hier grundsätzlich alle Produkte, die der Haut einen ausreichenden Feuchtigkeitsschub verleihen. Als besonders effektiv haben sich Cremes mit Aloe Vera, Glyzerin und Vitamin E erwiesen. Letzteres schützt die Haut vor Schäden durch UV-Strahlung. Aber auch die bekannten After-Sun-Lotionen eignen sich hervorragend. Wer mag, der darf auch regelmäßig zu Naturprodukten wie Eiern und Quark greifen. Als Maske aufgetragen entfaltet sich eine richtige Feuchtigkeitsexplosion.


Gesund essen und genug trinken – die Pflege von innen

Die Feuchtigkeit der Haut erhalten: Dieses Ziel lässt sich nicht durch Cremen alleine erreichen. Auch von innen muss eine entsprechende Versorgung sichergestellt werden. Gebot der Stunde lautet hier: Ausreichend Trinken! Ein kühles Bier im Sommer oder ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt sind zwar erlaubte Genussmittel, nützen dem Erhalt der Bräune aber eher wenig. Vielmehr sollten Sie zu reichlich Mineralwasser, Fruchtschorlen oder ungesüßten Tees greifen. Grüner Tee beispielsweise enthält Antioxidantien, welche die Haut schonen und somit einen langfristig dunkleren Teint sichern.

Auch über die Ernährung lässt sich die Haut effektiv pflegen. Allgemein gesagt bedeutet es: Gesunde, vitamin- und ballaststoffreiche Kost helfen, die Qualität der Haut zu verbessern und somit auch die Bräune des vergangenen Urlaubes länger zu erhalten. Zucker und zu viel Fett schaden dagegen eher. Wichtig ist auch eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, wie es in Milchprodukten und Eiern, auch einigen Fleischsorten reichlich enthalten ist. Schon seit Jahrhunderten bekannt ist die positive Wirkung von Karotten auf die Hautfarbe. Das darin enthaltene Karotin regt die Melaninproduktion an und verzögert somit effektiv die Einkehr der Blässe.

Weitere karotinhaltige Lebensmittel sind z. B.:

  • Spinat
  • Wurzelgemüse
  • Fenchel
  • Chili
  • Rote Paprika
  • Kohl
  • Mangos
  • Marillen

Positiver Nebeneffekt: Karotin ist auch gesund für die Augen. Auch Zink regt die Pigmentbildung an.

Effektive Zinkquellen sind:

  • Garnelen
  • Mais
  • Paranüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Rindfleisch
  • Kalbsleber
  • Haferflocken
  • Austern
  • Erdnüsse
  • Kakao


Zu viel Duschen ebenso ineffektiv wie Schwimmbäder

Eine heiße Dusche dient nicht nur der Körperhygiene, es ist auch eine wundervoll entspannende Angelegenheit – v. a. an kalten Wintertagen. Gemäß dem Motto „knackig braun durch die kalten Tage“ sollte diese Art der Entspannung aber möglichst kurz ausfallen. Denn wer zu häufig, zu lang oder zu heiß duscht, verändert den pH-Wert seiner Haut. Als Folge kann diese austrocknen mit den bekannten Folgen eines schnellen Pigmentverlustes. Besser ist es, die Duschgänge möglichst kurz zu gestalten. Eine feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein rückfettendes Körperöl sollten nach der intensiven Körperreinigung eine Selbstverständlichkeit sein. Besonders kritisch sind auch öffentliche Schwimmbäder: So wichtig das Chlor für den Infektionsschutz ist – es trocknet die Haut rasend schnell aus. Manchmal schneller als man nachcremen kann.

Übrigens sind auch aggressive Pflegeprodukte mit viel Alkohol Gift für die Bräune. Hier sollten Sie auf milde Produkte achten, die die Haut nicht unnötig belasten. Auf ein gemütliches Bad an tristen Novembertagen braucht aber niemand verzichten. Jedoch gilt auch hier: Nicht zu lange und zu heiß baden und Finger weg von aggressiven Badezusätzen. Als besonders freundlich zur sonnengebräunten Haut hat sich ein selbstgemachtes Bad aus Malvenblüten und Weizenkleie erwiesen. 100 Gramm Weizenkleie und eine Handvoll Malvenblüten in einem Leinensäckchen für rund 15 Minuten im warmen Wasser bewirken eine besonders gesunde Mischung. Das eigentliche Bad sollte höchstens eine halbe Stunde dauern. Im Anschluss die Haut sanft trocken tupfen und ölen, besonders Lavendelöl riecht angenehm und lässt die Haut erstrahlen.


Die zwei Seiten eines Peelings

Inwiefern ein sanftes Gesichts- bzw. Körperpeeling dem Erhalt der Bräune dient, darüber gibt es geteilte Meinungen. Die Gegner führen als Argumentation an, dass ein Peeling ja gerade die Neubildung der Haut unterstützen soll, indem es Reste von Hautschuppen und Verhornungen entfernt. Ein Peeling sollte eher vor dem Bräunen angewendet werden, damit die Sonnenstrahlen nicht durch alte Hautpartikel in „ihrer Arbeit gestört“ werden. Andererseits können diese Hautschuppen auch gerade dafür sorgen, dass die Urlaubsbräune unregelmäßig aussieht. Hier kann ein Peeling effektiv sein, weil die Haut danach wieder gleichmäßig gebräunt aussieht, da die störenden Hautpartikel entfernt sind. Beide Ansichten haben ihren wahren Kern, Fakt ist aber sicherlich: Ein sanftes, schonendes Peeling – einmal die Woche durchgeführt – wird der Haut auch nach dem Strandurlaub gut tun.


Die richtigen Klamotten und ausreichend Erholung runden Effekt ab

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist und sich die Bräune trotz aller Maßnahmen langsam verabschiedet, kann man – abseits von Biologie und Medizin – immer noch einiges tun, um nicht fahl und blass auszusehen. Sommerliche und farbenfrohe Kleidung lässt Sie frischer und erholter aussehen. Das Gleiche gilt für ausreichend Schlaf: Alle genannten Methoden sind nur halb so viel wert, wenn dem Körper die nötige Erholung fehlt. Sie können noch so knackig braun sein – das Gesicht wirkt abgespannt und alles andere als erholt.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Auch bei der Bräune ist ein wenig mogeln erlaubt! Selbstbräunungscremes, regelmäßig aufgetragen, bringen der Haut einen gewissen Grad an Bräune zurück. Hier muss aber unbedingt darauf geachtet werden, das Produkt ganz gleichmäßig aufzutragen, da sonst Flecken entstehen. Viele Menschen versuchen auch, sich kurz nach dem Urlaub mit regelmäßigen Besuchen im Solarium über den Winter zu retten. Ein zweischneidiges Schwert: Zwar entsteht durch die Sonnenbank neue Bräune, gleichzeitig trocknet sie aber die Haut auch übermäßig aus. Die Folgen sind bekannt – die natürliche Urlaubsbräune wird ersetzt durch die künstlich wirkende und belastende Bräune eines Solariums.

Es gibt also schon eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den schönen Urlaubsteint lange zu konservieren. Wenn aber die Blässe irgendwann doch Einzug hält, gilt es, auch im Winter jeden Sonnenstrahl auszunutzen. Nur die Sonne vermittelt eine natürliche, gesund wirkende Bräune auf unserer Haut. Unbedingte Voraussetzung ist immer ein ausreichender Sonnenschutz. Und als letzte Maßnahme gegen die verlorengegangene Bräune bleibt ja noch der Gang ins Reisebüro.

© medizin.de 2014 (Gunnar Römer)