Brustkrebs

Brustkrebs

Definition

Beim Brustkrebs (Mammakarzinom) handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Brust. In den meisten Fällen entwickelt sich das Karzinom aus den Zellen der Milchgänge, nur selten aus den Zellen der Drüsenläppchen. Etwa 50 Prozent der Mammakarzinome entstehen im oberen äußeren Quadranten der Brust, rund 18 Prozent im Bereich der Brustwarze und ungefähr 15 Prozent im oberen inneren Quadranten.
Mediziner unterscheiden zwischen einem invasiven und einem nicht invasiven Mammakarzinom. Letzteres gilt als Vorstufe zum Brustkrebs, der Tumor steht aber noch am Beginn der Ausbreitung. Beim invasiven Mammakarzinom hingegen haben sich die Krebszellen bereits im umliegenden Brustgewebe angesiedelt und können über Lymphknoten oder das Blut in anderen Körperregionen Metastasen bilden. 
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. In Deutschland sind mehr als 70.000 Frauen pro Jahr von der Brustkrebs-Diagnose betroffen. Das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Alter, nur etwa die Hälfte der Patientinnen ist jünger als 65 Jahre. Trotzdem kann die Krankheit auch junge Menschen treffen, etwa 10 Prozent der Patientinnen sind jünger als 45 Jahre.

Ursachen

Nach wie vor ist die eigentliche Ursache für die Entstehung von Brustkrebs nicht erforscht. Bekannt ist aber, dass einige Faktoren das Risiko einer Erkrankung erhöhen können. Verschiedene Lebensstilfaktoren, die hormonellen Begebenheiten, vorhergehende Erkrankungen der Brust und Erbfaktoren können die Entstehung von Brustkrebs begünstigen:

- genetische Ursachen (zumeist Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2)
- Brustkrebserkrankungen in der Familie
- vorangegangenes Mammakarzinom
- fettreiche Ernährung 
- vermehrter Alkoholkonsum
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Umweltfaktoren wie Strahlung
- Hormontherapien (insbesondere mit Östrogenen und Gestagenen)
- Kinderlosigkeit
- erstes Kind nach dem 30. Lebensjahr
- Verzicht auf Stillen
- frühes Einsetzen der Menstruation und später Beginn der Menopause

Diagnose

Werden im Zuge der Selbstuntersuchung Verhärtungen oder Knoten in der Brust ertastet, fällt ein Größenunterschied der Brüste auf oder sind Einziehungen der Brustwarze oder der Haut der Brust zu sehen, sollte umgehend ein Gynäkologe zurate gezogen werden. Dies gilt auch für plötzlich auftretende Hautrötungen, Knoten in der Achselhöhle, Absonderungen aus der Brustwarze oder sonstige Veränderungen im Brustbereich.
Nach einer ausführlichen Anamnese nimmt der Frauenarzt nochmals eine Tastuntersuchung vor. Er achtet dabei auf mögliche Hinweise auf einen Tumor und wird im Verdachtsfall eine weiterführende Untersuchung veranlassen. Bei Frauen über 40 Jahren wird eine Mammografie durchgeführt, bei Frauen unter 40 Jahren in der Regel zuerst eine Ultraschalluntersuchung. Da nicht jede Gewebeveränderung bösartig ist, gibt erst eine Biopsie endgültigen Aufschluss über die Diagnose.
Nicht alle Veränderungen der Brust müssen bösartig sein. Tatsächlich sind sogar drei von vier untersuchten Gewebeproben gutartig. Fibroadenome, Zysten, Lipome und Papillome zählen zu den gutartigen Tumoren und sind hormonell bedingt. Anders als das Mammakarzinom dringen gutartige Tumore nicht in das umliegende Brustgewebe ein und bilden keine Tumorabsiedlungen.

Therapie

Die Behandlung von Brustkrebs richtet sich nach verschiedenen Faktoren wie Stadium und Art des Tumors, Eigenschaften der Krebszellen, Alter der Patientin oder Hormonstatus. Die gängigsten Therapiemöglichkeiten sind die Operation, die Bestrahlung, die Chemotherapie und die Antihormontherapie, die zumeist kombiniert zur Anwendung kommen.
Die operative Entfernung des Mammakarzinoms ist in den allermeisten Fällen notwendig. Nach Möglichkeit wird brusterhaltend operiert, manchmal ist die Amputation der Brust (Mastektomie) aber unumgänglich. Vier bis fünf Wochen nach der Operation beginnt die Bestrahlung, die dafür sorgt, dass eventuell zurückgebliebene Tumorreste abgetötet werden. Im Falle eines invasiven Mammakarzinoms wird in der Regel eine Chemotherapie notwendig. Die Zytostatika werden zumeist als Infusion verabreicht und sollen auch kleinste Tumornester erreichen und so weit schädigen, dass sie absterben. Haben sich die Metastasen weit verbreitet, werden womöglich weitere chirurgische Eingriffe notwendig.
Während sich die Chemotherapie insbesondere bei nicht hormonabhängigem Brustkrebs etabliert hat, wird die Antihormontherapie im gegenteiligen Fall eingesetzt. Um dem hormonabhängigen Tumorwachstum Einhalt zu bieten, werden spezielle Medikamente eingesetzt. Diese Behandlungsmethode wird über mehrere Jahre durchgeführt und bleibt wie auch die anderen Therapien nicht ohne Nebenwirkungen.

Weitere Informationen

Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Rund 88 Prozent der Patientinnen sind fünf Jahre nach der Brustkrebs-Diagnose noch am Leben. Diese positive Statistik ist unter anderem ein Resultat der gut funktionierenden Brustkrebs-Früherkennung. Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt einmal pro Jahr für ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen durch einen Facharzt. Frauen über 50 werden zusätzlich alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen. Die Röntgenuntersuchung der Brust ist ein wichtiger Pfeiler der Vorsorge, denn bei der Mammografie können auch noch nicht tastbare Knoten entdeckt werden. 
Zusätzlich zur ärztlichen Untersuchung wird jeder Frau empfohlen, einmal im Monat die Brust nach Veränderungen abzutasten. Aufgrund der Hormonschwankungen während des Zyklus ist es sinnvoll, die Selbstuntersuchung in den ersten Tagen nach der Regelblutung durchzuführen. Mit dem regelmäßigen Abtasten wird am besten schon in jungen Jahren begonnen. Frauen lernen dadurch ihre Brust kennen und können Veränderungen früher entdecken.

Autorin: Maria Zickl