Echinococcus multilocularis - FuchsbandwurmDer Fuchsbandwurm, wissenschaftlicher Name Echinococcus multilocularis, ist ein Vertreter der Gruppe der Bandwürmer (Cestoden). Wie der Name schon andeutet, leben diese Parasiten in Füchsen, sowohl dem heimischen Rotfuchs als auch im Polarfuchs. Seltener wurde ein Befall des Haushundes oder der Hauskatze festgestellt. Diese Tiere sind der Endwirt des Wurmes, als Zwischenwirte sind kleine Säugetiere bekannt, vor allem Mäuse. Die Bedrohung für den Menschen entsteht dann, wenn er als falscher Zwischenwirt statt der Mäuse infiziert wird. Als Folge kann es zu einer alveolären (bläschenartigen) Echinokokkose kommen mit letztlich tödlichen Folgen. Der Wurm Jeder Wurm bildet täglich 150 Eier, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Nimmt der Zwischenwirt, also die Maus, ein Ei auf, entwickelt sich eine Larve, die die Darmwand durchdringt. Die Eier sind relativ temperaturunempfindlich und bleiben monatelang infektiös. Die Larve wird in innere Organe, meist die Leber getragen (seltener in Lunge, Herz oder das Gehirn) und setzt sich dort fest. Dort bildet sie eine mit Wasser gefüllte Blase, in deren Wand die Wurmfinnen sitzen. Diese so genannten Hydatiden bilden Ausläufer und zerstören das umliegende Gewebe. Die geschwächten Mäuse werden leichte Beute der Füchse und der Zyklus beginnt von vorn. Falscher Zwischenwirt Mensch Wegen der vielen Verästelungen ist eine operative Entfernung oft nicht mehr möglich. Die medikamentösen Wurmmittel müssen jahrelang ohne sicheren Erfolg in hoher Dosierung eingenommen werden. Während früher ein Befall des Menschen mit dem Fuchsbandwurm eine Rarität war, steigt jetzt, zumindest theoretisch die Gefahr an. Der Fuchs ist inzwischen zu einem Stadtbewohner geworden, sehr viel Menschen mehr können nun mit seinen Ausscheidungen in Kontakt kommen. Hysterie unnötig Dem wird entgegen gehalten, dass eine Infektion oft erst nach zehn oder mehr Jahren entdeckt wird und ein starkes Ansteigen der bekannten Fälle noch bevorsteht. Aus Gründen der Vorsicht gehören Hunde und Katzen regelmäßig entwurmt, gesammeltes aus Wald und Wiese muss sorgfältig gewaschen, wenn möglich gekocht werden. (Dr. Berthold Gehrke) © 2007 medizin.de (zuletzt aktualisiert 02/2009) Verwandte ThemenTop Themen Apotheke.de |



