Erkältung (Grippaler Infekt): Überblick

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Erkältung ist der Überbegriff für eine Gruppe akuter Infektionen der oberen Atemwege. Der Fachbegriff lautet „Grippaler Infekt“. Das zumeist harmlose Leiden gilt als häufigste Erkrankung weltweit. Erwachsene leiden zwischen zwei- und fünfmal im Jahr unter einer Erkältung. Kinder sind meistens fünf- bis achtmal im Jahr erkältet, manchmal können auch bis zu zehn akute Atemwegsinfekte jährlich auftreten. Der Grund dafür, dass Kinder wesentlich öfter betroffen sind, liegt in ihrer noch nicht so vollständig ausgeprägten Immunabwehr. Allerdings trainiert jede Erkältung das Abwehrsystem und trägt so letztendlich sogar zu einer Immunstärkung bei.

Der Begriff Erkältung ist zunächst einmal etwas irreführend, da er Kälte als Ursache der Erkrankung suggeriert. Diese ist aber nur indirekt für Husten, Schnupfen und Heiserkeit verantwortlich. Tatsächlich kann eine leichte Unterkühlung das Immunsystem vorübergehend schwächen. Gleichzeitig ist unsere Umgebung voller Krankheitserreger und schon eine kurze Herabsetzung der körpereigenen Abwehrmechanismen kann zu einer Erkältung führen. Es stimmt daher schon, dass nasses und kaltes Wetter zu mehr Erkältungsfällen führt. Aus diesem Grund kommen diese Beschwerden besonders häufig im Herbst und Winter vor.

Aber auch im Sommer leiden viele Menschen unter Erkältungen, die fälschlicherweise oft als „Sommer-Grippe“ bezeichnet werden. Viele Betroffene sind dann verwundert, dass sich bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen auf einmal eine tropfende Nase oder Halsschmerzen einstellen. Die scheinbar ideale Jahreszeit birgt aber auch viele Risiken. So ist der Temperaturunterschied zwischen den sonnigen Mittagsstunden und der Nacht nicht selten sehr hoch. So kann der gemütliche Grillabend – gerade im Spätsommer – durchaus eine recht kühle Angelegenheit werden. Daher sollten Sie möglichst auch im Sommer für die Abendstunden eine Jacke mitnehmen.

Außerdem halten sich die Menschen im Sommer viel mehr außerhalb der Wohnung und mitunter lange in der Sonne auf. Der Körper heizt sich auf und umso empfindlicher reagiert unser Immunsystem auf einen plötzlichen Temperatursturz. Klimaanlagen tun ihr übriges. Ob Sommer oder Winter, eine Erkältung klingt meistens ohne größere Therapie nach rund einer Woche ab. Bei Menschen mit Immunschwäche können die Beschwerden aber chronisch werden und eine Erkältung fällt viel heftiger aus. Die bekanntesten Symptome einer Erkältung sind:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Fieber (manchmal)
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Schwächegefühl

Ursache für eine Erkältung sind fast immer Viren. Der Wissenschaft sind heutzutage bereits um die 200 Virus-Arten bekannt, die einen grippalen Infekt auslösen können. Keinesfalls darf eine Erkältung mit einer Grippe verwechselt werden. Letztere wird nur durch spezielle Grippe-Viren verursacht und zeichnet sich außerdem durch einen in der Regel deutlich heftigeren Verlauf aus. Eine Grippe kann potenziell lebensbedrohlich sein. Erkältungen, ebenso wie die Grippe, werden durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Die Therapie besteht in einer Linderung der Symptome, da Antibiotika gegen Viren wirkungslos sind.

Allerdings kann zusätzlich zum Virusinfekt auch eine bakterielle Infektion auftreten. Ärzte sprechen dann von einer Super- bzw. Mischinfektion. In diesem Fall sind Antibiotika das Mittel der Wahl. Ansonsten stehen schmerz- und fiebersenkende Medikamente, Halstabletten, Nasensprays und eine große Bandbreite an Hausmitteln zur Verfügung (zum Beispiel Tees mit Honig oder Wadenwickel). Eine gesunde Lebensweise mit abwechslungsreicher Ernährung und ausreichender Bewegung kann die Zahl an Erkältungen vermindern.

©medizin.de (2017) Dr. Florian Korff