Erkältung: Wissenswertes zur Therapie

Bei einer Erkältung handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege, die typischer Weise mit Schnupfen, Halsschmerzen und Husten einhergeht. Fieber ist bei einer Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird, eher selten bzw. nicht sehr hoch. Erkältungen, die durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren wie zum Beispiel Rhino- oder Adenovriren ausgelöst werden können, sind  allerdings nicht zu verwechseln mit der echten Grippe, der sogenannten Influenza. Die Grippe wird nur durch spezifische Grippeviren (Influenza-Viren) ausgelöst und streckt uns in der Regel von einen auf den anderen Moment regelrecht nieder. Charakteristisch sind Husten, Fieber sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen.

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Ratgeber Erkältung

Lesen Sie in unserem Ratgeber Erkältung:

  • Die besten Tipps gegen Schnupfen
  • Die besten Tipps gegen Husten
  • Die besten Tipps gegen Halsschmerzen
  • Grippe oder Erkältung? So erkennen Sie den Unterschied
  • Erkältungen bei Kindern – was tun?

Hier geht´s zum Ratgeber Erkältung

Erkältung durch Kälte?

Er-kältung - den pathophysiologischen Ursprung dieser Erkrankung glaubt man bereits im Wort zu finden. Doch wird eine Erkältung wirklich durch Kälte verursacht? Tatsächlich sehen Experten einen Zusammenhang zwischen der kalten Jahreszeit und der Erkältungshäufigkeit – wenn auch einen indirekten Zusammenhang. Denn bei Kälte halten wir uns vermehrt in geschlossenen Räumen auf und kommen dabei auch häufig in engen Kontakt mit vielen anderen Menschen, so zum Beispiel in der U-Bahn. Die Erkältungsviren müssen also nur einen sehr kurzen Weg von einem zum anderen zurücklegen. Darüber hinaus sorgt trockene Heizungsluft für ein Austrocknen unserer Schleimhäute, die normalerweise für die Abwehr von Krankheitserregern wie zum Beispiel Erkältungsviren zuständig sind. Insofern kann man also durchaus sagen: Kälte fördert das Ansteckungsrisiko mit Erkältungsviren.

Antibiotika bei "Erkältungsviren"?

Eine Infektion der oberen Atemwege wird meistens durch Viren (Rhino- oder humane Coronaviren) hervorgerufen. Nicht selten denken medizinische Laien, diese Infektion mit einem Antibiotikum bekämpfen zu können. Antibiotika können Viren aber nichts anhaben, sie wirken lediglich gegen Bakterien. Gegen Viren helfen sogenannte Virustatika. Diese werden bei der echten Virusgrippe erfolgreich eingesetzt. Gegen banale Schnupfenviren wäre die Anwendung jedoch laut Experten übertrieben.

Dennoch spielen Antibiotika auch bei einer Erkältung eine gewisse Rolle. Denn kommt es im weiteren Verlauf der ursprünglich durch Viren ausgelösten Erkältung zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion, also einer Ansiedlung von Bakterien, ist die Gabe von Antibiotika meist durchaus angezeigt.

Hinweise auf eine bakterielle Infektion sind folgende Symptome:

  • eine gelblich-grüne Verfärbung von Nasensekret und Auswurf
  • später einsetzendes Fieber
  • eine zunehmende Verschlechterung des Allgemeinbefindens.

Ein Erregernachweis wäre zwar möglich, ist in der Praxis jedoch schwierig, da auf das Laborergebnis bis zu 72 Stunden gewartet werden muss. Schneller geht der indirekte Nachweis einer Infektion ohne dabei den Erreger zu bestimmen. Der Arzt kann das Akutphasenprotein CRP bestimmen. Dieses C-reaktive Protein wird in der Leber immer dann gebildet, wenn das Immunsystem des Körpers eine Infektion bekämpft. Bestätigt der Test ein erhöhtes CRP, ist der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll.

Erkältung – Grippe – bakterielle Superinfektion: Die Unterschiede

Die unten stehende Tabelle grenzt die durch unterschiedliche Viren verursachte Erkältung von der durch das Influenzavirus verursachten, echten Grippe und einer bakteriellen Infektion ab:

Symptom

Erkältung

Grippe

Bakterieller Infekt

Schnupfen und Farbe des Sekrets

●●●

weiß/
durchsichtig

weiß/
durchsichtig

●●

gelb/
grünlich (eitrig)

Kopfschmerzen

●●

●●●

●●

Halsschmerzen

●●

●●

●●

Gliederschmerzen

●●

●●●

●●

Abgeschlagenheit

●●

●●●

●●

Husten und Farbe des Auswurfs/Schleims

●●

weiß/
durchsichtig

●●●

weiß/
durchsichtig

●●●

gelb/
grünlich (eitrig)

Fieber

●●●

●●●

Mundgeruch

nein

nein

möglich

 

 

 

 

Behandlung

 

 

 

Erste Anlaufstelle

Apotheke

Arzt

Arzt

Antibiotikum wirksam?

nein

nein

ja



Erkältung Therapie

Schnäuzen ist out, tupfen ist in

Neue Erkenntnisse könnten das übliche "Schnupfverhalten" revolutionieren. Computertomographisch wurde der Weg von kontrastmittel-gefärbtem Schleim beim Schnäuzen verfolgt. Bei jedem Schnäuzen -  das tut der Schnupfengeplagte etwa 45 Mal am Tag -  katapultiert er etwa einen Milliliter Sekret in die Nebenhöhlen. Beim Schnäuzen ist der Druck mehr als 10 Mal so hoch wie beim Niesen oder Husten. Das Sekret ist voller Viren und Bakterien, die in den Nebenhöhlen deponiert werden und sich dort richtig wohl fühlen. Um ein Festsetzen des Sekrets in den Nebenhöhlen zu vermeiden und so auch einer Superinfektion vorzubeugen, ist vorsichtiges Abputzen oder Tupfen der Nase also sinnvoller als kräftiges Schnäuzen.

Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken

Zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten spielt neben der Luftbefeuchtung in Räumen und ausgiebiger Händehygiene die Stärkung und Aktivierung des Immunsystems eine zentrale Rolle. Für ein schlagkräftiges Immunsystem kann jeder selbst einiges tun:

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung (gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen)
  • Abbau von Stress
  • Ausreichend Schlaf und Erholung
  • Bewegung und Sport
  • Verzicht auf Genussmittel wie Nikotin und Alkohol

Zudem gibt es in der Apotheke eine Reihe von Präparaten z.B. auf pflanzlicher Basis bzw. mit Zink, die das Immunsystem unterstützen können.

 Was hilft, um die Erkältungs-Symptome zu lindern?

Ist die Erkältung bereits da, geht es vor allem darum, die Beschwerden zu lindern. Je nach der Phase werden entweder die Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen bzw. der Schnupfen als dominierend empfunden. Geht es dem "Ende" zu (der Erkältung!!), plagt meist der Husten.

So wenig wie möglich anstrengen, so oft wie möglich trinken  -  das ist besonders wichtig, um den Körper im Kampf gegen die Krankheitserreger zu unterstützen. Zur gezielten Linderung der verschiedenen Symptome wie Halsweh, Schnupfen und Husten, die im Verlauf einer Erkältung typischerweise auftreten, kann man darüber hinaus das breite Spektrum an freiverkäuflichen Arzneimitteln nutzen. Übrigens: auch so mach traditionelles Hausmittel hat selbst heute bei Erkältungen noch seine Berechtigung. Kartoffelwickel, Zwiebelsaft und Co. können dazu beitragen, die Erkältung schneller in den Griff zu bekommen. Auch die gute alte Hühnersuppe kann im Kampf gegen die Erkältung wertvolle Dienste leisten. Wichtig ist allerdings, dass die Hühnersuppe selbst gemacht und keine fertige Tütensuppe verwendet wird.

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