Herzinfarkt: Symptome

Herzinfarkt_02

Die bekannte Symptomatik

Symptome eines Herzinfarktes sind in der Bevölkerung relativ bekannt – zumindest ein Teil von Ihnen. So ist das Bild eines Menschen, der sich plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Brust greift, bei vielen Menschen als das bekannte Herzinfarkt-Symptom schlechthin bekannt. Tatsächlich sind plötzlich eintretende, starke Schmerzen im Brustkorb ein sehr häufiges Anzeichen für einen Herzinfarkt. Nicht selten leidet der Herzinfarkt-Patient dabei unter starker Atemnot und Todesangst. Der als vernichtend empfundene Brustschmerz strahlt beim akuten Herzinfarkt oft in den linken Arm und manchmal auch in den Unterkiefer aus. Auch berichten Menschen mit einem Herzinfarkt teilweise über eine Schmerzverlagerung in den Oberbauch oder das Schultergelenk. Kalter Schweiß, Schwindel und Übelkeit zählen ebenso zu den Herzinfarkt-Symptomen. Seltener kommt es zum Erbrechen.



Der Herzinfarkt: Ergebnis einer langen Entwicklung


Nur in einem Teil der Fälle kommt ein Herzinfarkt wirklich „aus heiterem Himmel“. In vielen Fällen war der Patient bereits vor seinem Herzinfarkt in ärztlicher Behandlung. Ein großer Anteil der Herzinfarkt-Patienten leidet bereits Jahre unter der koronaren Herzkrankheit mit begleitenden Anfällen von Angina pectoris. Mangelnde Lebensumstellung oder schlicht die genetische Veranlagung führen dann häufig dazu, dass es trotz kardiologischer Behandlung zu einem Herzinfarkt kommt. Nicht selten schafft der Patient die oft einschneidenden Veränderungen im Lebensstil, wie Ernährungsumstellung, Verzicht auf Tabak, Bewegung, etc. nicht.

 

Den klassischen Symptomen eines akuten Herzinfarktes geht oft eine Reihe von klinischen Zeichen voraus:

  • nicht durch Ernährungsfehler oder andere Krankheiten zu erklärende, immer wiederkehrende Bauchschmerzen
  • wiederholte Anfälle von Brustenge und Brustschmerzen
  • Schmerzen im Linken Arm
  • bewegungsunabhängige Schmerzen in den Schultern (eher linke Seite)
  • nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit
  • Atemnot
  • diffuse Halsschmerzen
  • Schmerzen im Unterkiefer
  • Schwächegefühl
  • häufige Angstattacken
  • auffallend niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Blutdruckschwankungen


Wann ist es Angina pectoris, wann ein Herzinfarkt?

Diese Frage lässt sich organisch und symptomatisch beantworten. Organisch unterscheidet sich ein Herzinfarkt von einem Angina-pectoris-Anfall dadurch, dass bei Ersterem das Herzkranzgefäß völlig verschlossen ist und Herzmuskelgewebe zugrunde geht. Angina pectoris ist ein häufiger Vorbote eines Herzinfarktes.

Symptomatisch gibt es einen sehr entscheidenden, für die Diagnose nicht unerheblichen Unterschied. Bei einem akuten Schub von Angina pectoris führt die Einnahme von Nitrolingual-Spray zu einer sofortigen Besserung der Beschwerden. Bei einem Herzinfarkt bleibt eine solche Linderung aus.  

Besonders heimtückisch: Der Herzinfarkt bei der Frau

Die durch die Medien verbreiteten Symptome des Herzinfarktes – insbesondere die plötzlichen Schmerzen in der Brust mit Ausstrahlung in den linken Arm – kommen bei der Frau teilweise überhaupt nicht zum Vorschein. Das Fehlen gerade dieser charakteristischen Krankheitszeichen macht einen Herzinfarkt bei der Frau noch gefährlicher, da häufig erst später oder im schlimmsten Fall gar keine Hilfe geholt wird.

Häufige Übelkeit, Schmerzen in Schulter, Gebiss und Oberbauch sind nicht selten die einzigen klinischen Anzeichen eines Herzinfarktes bei der Frau. Dieser Tatsache ist geschuldet, dass Frauen relativ gesehen häufiger an einem Herzinfarkt sterben, als Männer.

 

1 | 2 | 3 | 4 | 5

 


Teil 1: Herzinfarkt

Teil 2: Herzinfarkt: Risikofaktoren & Entstehung

Teil 3: Herzinfarkt: Symptome

Teil 4: Herzinfarkt: Diagnose

Teil 5: Herzinfarkt: Therapie

 

© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)