Herzinfarkt

Herzinfarkt

Jede lebende Zelle unseres Körpers ist auf eine ständige Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen. Im Blut gelöst, zirkulieren diese lebensnotwendigen Elemente durch unsere Blutbahn. Damit auch die entlegenste Stelle des Organismus mit Blut versorgt wird, pumpt unser Herz pro Minute einmal den gesamten Blutvorrat durch das Adersystem. Das sind bei einem Erwachsenen rund 5 Liter. Bei starker körperlicher Anstrengung steigt der Sauerstoffbedarf in der Peripherie des Körpers stark an. In diesem Fall kann das Herz seine Pumpleistung (Herzminutenvolumen) auf das Vierfache steigern. 20 Liter in einer Minute – diese Zahl verdeutlicht, welch ungeheure Leistung unser Herz erbringen muss. Dabei ist es selber auf eine konstante Sauerstoffversorgung angewiesen. Hierzu besitzt die Muskelpumpe ein eigenes, den Herzmuskel versorgendes Blutgefäßsystem. Dieses besteht aus den sog. Koronargefäßen.

Kommt es in Folge von Arteriosklerose zu einem Verschluss eines Koronargefäßes, ist die Unterversorgung des dahinter liegenden Teils des Herzmuskels (Myokard) die Folge. Das Gewebe stirbt rasch ab und ist nicht mehr funktionsfähig. Dieser Vorgang nennt sich Herzinfarkt. Der Herzinfarkt zählt zu den häufigsten und bekanntesten Krankheiten in den Industrieländern. Eine ganze Reihe von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Hypercholesterinämie oder Diabetes mellitus begünstigt die Entstehung eines Herzinfarktes. Aber auch Stress, Rauchen und Übergewicht erhöhen das Herzinfarkt-Risiko signifikant.
Symptome des Herzinfarktes sind ein plötzlich einsetzender, stechender Brustschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm. Der Herzinfarkt-Patient leidet parallel hierzu häufig unter Todesangst und kaltem Schweiß. Ein Herzinfarkt kann aber auch symptomfrei (asymptomatisch) ablaufen, wie dies bei Frauen häufig der Fall ist. Morgens kommt es häufiger zu einem Herzinfarkt, da die natürliche Gerinnung des Blutes zu dieser Tageszeit erhöht ist.

Ein Herzinfarkt ist ein akuter Notfall, der sofortiger ärztlicher Behandlung bedarf. Spezielle EKG-Veränderungen, eine Sonografie und schlussendlich eine Laboruntersuchung bestätigen die Diagnose Herzinfarkt. Beim Labortest liegen im Falle eines Herzinfarktes spezielle Enzyme frei im Blut vor, die unter normalen Umständen nur innerhalb von Herzmuskelzellen vorliegen.
Therapeutisch muss beim Herzinfarkt sofort versucht werden, das verschlossene Herzkranzgefäß zu eröffnen. Dies geschieht entweder durch die Gabe von Medikamenten (Thrombolysetherapie) oder die mechanische Erweiterung der Koronararterie durch einen Herzkatheter. Seltener muss als direkte Folge von einem Herzinfarkt sofort ein operativer Bypass gelegt werden. Durch Bekämpfung der Risikofaktoren sowie konsequenten Therapie der entsprechenden Grunderkrankungen lässt sich das Herzinfarkt-Risiko minimieren.

 

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Teil 1: Herzinfarkt

Teil 2: Herzinfarkt: Risikofaktoren & Entstehung

Teil 3: Herzinfarkt: Symptome

Teil 4: Herzinfarkt: Diagnose

Teil 5: Herzinfarkt: Therapie


© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)