Husten-, Hustenarten-, Hustenbehandlung - Tipps gegen Husten

Husten_180

Husten ist an sich ein wichtiger Reflex des Körpers. Denn der Husten dient dazu, Fremdkörper bzw. auch Krankheitserreger möglichst wieder nach außen zu befördern und dient somit unserem Schutz.

Husten als Symptom

Auf der anderen Seite ist Husten aber auch ein Symptom, das im Rahmen unterschiedlicher Erkrankungen auftreten kann.

Zum Beispiel:

  • Husten bei Erkältung (zunächst trockener Husten, im Erkältungsverlauf zunehmende Schleimbildung, also Husten mit Auswurf)
  • Husten bei einer Lungenentzündung (in Verbindung mit Fieber, Atemnot, Schmerzen beim Luftholen)
  • Husten bei einer Kehlkopfentzündung (Trockener Husten in Verbindung mit Fieber, Heiserkeit bis hin zum vorübergehenden Stimmverlust)
  • Keuchhusten (bellender Husten in Kombination mit Atemnot und einem auffälligen Atemgeräusch beim Einatmen)
  • Husten bei Bronchitis (zunächst trockener Reizhusten, später Husten mit Schleimbildung; Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen)
  • Husten im Rahmen einer Grippe (Influenza; Trockener Husten in Kombination mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ausgeprägtem Krankheitsgefühl)

Trockener Reizhusten und produktiver Husten

Experten unterscheiden im Allgemeinen zwischen zwei Hustenformen: Trockenem Reizhusten und produktivem Husten. Bei trockenem Reizhusten, wie er zu Beginn einer Erkältung typisch ist, ist die Rachenschleimhaut derart gereizt, dass es schon beim geringsten Anlass zu einem regelrechten Hustenanfall kommt. Besonders am Abend und in der Nacht kann uns ein derartiger Reizhusten den Schlaf rauben. Beim produktiven Husten kommt es zu einer vermehrten Schleimbildung, das heißt, der Husten geht mit Auswurf einher. Da der Schleim ein Nährboden für weitere Krankheitserreger wie zum Beispiel Bakterien ist, ist es in diesem Fall wichtig, das Abhusten des Schleims zu unterstützend und nicht zu unterdrücken.

Husten behandeln

Wie die konkrete Hustenbehandlung im individuellen Fall aussieht, ist immer auch eine Frage des Auslösers. Handelt es sich beispielsweise um eine Lungenentzündung, ist die Gabe von Antibiotika angezeigt, um die Grunderkrankung zu behandeln. Handelt es sich z.B. um Husten im Rahmen einer Erkältung, richtet sich die Therapie nach der Art des Hustens.

Bei trockenem Reizhusten kommen primär Hustenstiller zum Einsatz, bei produktivem Husten hingegen fördern Hustenlöser das Lösen und Abhusten des Schleims. Chemisch-synthetische als auch pflanzlicher Hustenstiller und Hustenlöser sind heute rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

In der Regel wird empfohlen, Hustenstiller eher abends und Hustenlöser tagsüber einzunehmen, so dass der gelöste Schleim auch tatsächlich aktiv abgehustet werden kann. Von einer zeitgleichen Einnahme von Hustenstillern und Hustenlösern ist eher abzuraten, da sich die Medikamente gegenseitig in ihrer Wirkung blockieren können.

Hausmittel und Tipps bei Husten

Inhalationen sind insbesondere bei Husten mit Schleimbildung zu empfehlen, um das Lösen des Schleims und das Abhusten zu unterstützen. Im Allgemeinen sollte man bei Husten ausreichend trinken (idealerweise Kräutertees), um die Schleimhäute feucht zu halten und Schleim zu verflüssigen. Rauchverzicht ist bei Husten unbedingt angezeigt!

Grundsätzlich kann die Befeuchtung der Raumluft (z.B. mit einem feuchten Tuch über dem Heizkörper) bei Husten als wohltuend empfunden werden.

Husten – wann zum Arzt?

Sollte sich der Husten bei einer Erkältung nach sieben Tagen trotz eingesetzter Hustenstiller und Hustenlöser nicht bessern, ist ein Arzt aufzusuchen.

Ein Arztbesuch ist darüber hinaus bei Husten auch in diesen Fällen ratsam:

  • Hohes Fieber
  • Atemnot
  • Eitriger Auswurf (grünlich-gelbliche Verfärbung)
  • Bellender Husten
  • Schmerzen auf der Brust
  • Stimmverlust

© 2011 medizin.de

Quellen:

Becker, P.: Checklisten Krankheitslehre. Urban & Fischer. München 2008

Dr. med. Keudel, Helmut ; Dr. med. Barbara Capelle: Kinderkrankheiten. GU Verlag, München 2006.