MesotherapieMedikamente ja, aber wenig, selten und am richtigen Ort Medikamente, die wir unserem Körper zuführen, können den Organismus belasten und vor allem bei langfristiger Einnahme, etwa bei chronischen Schmerzpatienten, zu Nebenwirkungen und Schäden an Leber, Niere und Magen führen. Eine effektive Arzneimitteltherapie nahezu ohne Nebenwirkungen und Risiken für den Körper verspricht die Mesotherapie. Sie verbindet die Arzneitherapie mit Prinzipien der Akupunktur bzw. der Neuraltherapie und nutzt dabei das Heilpotenzial der Haut. Bei dieser Methode werden mit feinen Nadeln oder einer speziellen Mesotherapiepistole je nach Beschwerdebild individuell passende Medikamente direkt in die Haut im zu behandelnden Bereich injiziert. Die Wirkstoffmenge ist äußerst gering, jedoch wird ihre Wirksamkeit durch die Kombination verschiedener Arzneien, Vitamine, homöopathischer und pflanzlicher Mittel sowie durch die gezielte lokale Anwendung potenziert. Das entstehende Hautdepot sichert einen schnellen und gleichzeitig anhaltenden Effekt, bei dem die Wirkstoffe kaum in den Blutkreislauf gelangen. Durch die Anregung der Mikrozirkulation und durch Diffusion gelangen sie unmittelbar in den erkrankten Bereich, auch in tiefer liegende Strukturen wie Muskeln und Gelenke. Die Mini-Injektionen regulieren die Abwehrkräfte, indem sie die Immunzellen der Haut lang und anhaltend modulieren. Sie steigern die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Bindegewebes, das Gewebe wird stimuliert, körpereigene Endorphine und entzündungshemmende Substanzen werden freigesetzt. Die Arznei-Wirkstoffe verstärken und ergänzen den physikalischen Effekt der Nadelung. Nebenwirkungsarme Therapie bei zahlreichen Beschwerden Zur Anwendung kommt die Mesotherapie bei den unterschiedlichsten akuten und chronischen Erkrankungen, in der Prävention, aber auch bei der Rauchentwöhnung und im kosmetischen Bereich. Je nach Fall reichen aufgrund der Langzeitwirkung oft zwei bis drei Sitzungen im Abstand von ein bis vier Wochen aus, um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen. Da die Wirkstoffe nur lokal wirken ist die Behandlung besonders schonend und eignet sich z.B. auch für Kinder und Schwangere. Die verwendeten Nadeln sind extrem dünn und kurz, so dass die Behandlung nahezu schmerzfrei ist. Typische Anwendungsgebiete sind zum Beispiel:
Gute Erfolge zeigt die Mesotherapie darüber hinaus bei der Tabakentwöhnung. Hierbei erfolgen die Mikroinjektionen in bestimmte Akupunkturpunkte, was zu einer augenblicklichen Aversion führt. Französische Spezialisten legen Erfolgsquoten von 65 - 70 % auf zwei Jahre vor, oft nur mit einer einzigen Sitzung. In der ästhetischen Medizin und im Anti-Aging werden die Mikroinjektionen erfolgreich bei der Behandlung von Fältchen, übermäßigem Schwitzen, Cellulite und Haarausfall eingesetzt. Zum Einsatz kommen dabei überwiegend natürliche Wirkstoffe. Junge Disziplin in Deutschland Die Mesotherapie wurde vom französischen Arzt Michel Pistor (1924 – 2003) entwickelt und als Begriff erstmals 1958 erwähnt. Das Wort Meso (griech.: mittel) bezieht sich auf das Mesoderm, das sich in der dritten Entwicklungswoche des Menschen als mittleres Keimblatt bildet und aus dem sich u.a. Haut und Bindegewebe entwickeln, also jene Bereiche, die Ziel der Mesotherapie sind. In Frankreich, wo die Methode mit einem eigenen Diplom-Studiengang als offizielle ärztliche Fortbildung gilt, werden täglich etwa 50000 Mesotherapie-Sitzungen durchgeführt. In Deutschland wird sie seit Beginn der 1980er Jahre praktiziert und setzt sich seitdem immer mehr als effektive und schonende Methode bei vielen Beschwerden durch. Als sanftes, aber sehr wirksames medizinisches Verfahren darf sie nur von Ärzten und Heilpraktikern praktiziert werden. Eda Ismail-Tsaous, Bilder Deutsche Gesellschaft für Mesotherapie Top Themen Apotheke.de |





