Muskelschmerzen: Allgemeines

Muskelschmerzen

Wohl jeder Mensch kennt dieses unangenehme Gefühl: Plötzlich schreckt man mitten in der Nacht hoch und verspürt einen schier unerträglichen Schmerz im Unterschenkel. Die Wade ist hart und eine Bewegung ist kaum noch möglich. Ein Wadenkrampf beendet jäh den erholsamen Schlaf. Insbesondere Menschen mit Magnesiummangel sind regelmäßig von dieser zwar harmlosen, aber äußerst unangenehmen Symptomatik betroffen. Nach einer raschen Gegenbewegung löst sich die Verkrampfung in der Regel schnell und außer Muskelkater bleibt kein Schmerz zurück.

Anders ist dies bei diversen weiteren Formen von Muskelschmerzen. Hier ist der Schmerz zwar meistens nicht derart vernichtend wie bei einem Muskelkrampf, er verschwindet aber auch nicht schlagartig wieder. Im Gegenteil: Muskelschmerzen – in der medizinischen Fachsprache als Myalgie bezeichnet – ziehen sich oftmals über Monate bis Jahre hin, je nach Ursache. Und Auslöser gibt es zahlreiche: Von harmlosem Muskelkater über Verletzungen bis hin zur schweren neuro-muskulären Erkrankungen oder bestimmten Infektionen.

Bei der Mehrzahl der Muskelschmerzen stehen recht einfache und wirksame Behandlungsmethoden zur Verfügung, die oftmals zu Hause selber durchgeführt werden können. Hierzu gehören insbesondere verschiedene Formen von Schmerzgel mit den Wirkstoffen Diclofenac oder Ibuprofen – die wohl bekanntesten und effektivsten Arzneimittel gegen Muskelschmerzen. Auch Wärmeauflagen bringen rasch Linderung.

Schlussendlich ist es auch oft der eigene Lebenswandel, der zumindest manchmal eine Mitschuld an den Muskelschmerzen trägt. Bewege ich mich genug? Achte ich immer auf die richtige Körperhaltung? Treibe ich evtl. zu intensiv Sport? Fragen, die zu einer effektiven Beseitigung der Volkskrankheit Myalgie beitragen können.


Rücken, Schulter und Nacken besonders anfällig

Der Mensch besitzt insgesamt 656 Muskeln, von denen grundsätzlich alle schmerzhaft sein können. Mit Abstand am häufigsten sind Muskelschmerzen jedoch im Bereich der Schulter, des Nackens und im Rücken – oftmals um die Lendenwirbelsäule herum – zu beobachten. Diese schmerzhaften Zustände sind, anders als ein akuter Krampf, häufig langfristig vorhanden und verschwinden nicht so ohne Weiteres wieder.

Meistens steht eine Muskelverspannung als Ursache hinter den Beschwerden, unter denen fast jeder fünfte Deutsche regelmäßig leidet. Ein Zustand mit andauernd verspannten und dadurch schmerzenden Muskeln wird als „Myogelose“ bezeichnet und häufig durch eine falsche, einseitige Körperhaltung oder Belastung ausgelöst. Menschen, die häufig vor dem Computer sitzen, kennen diese Form des Muskelschmerzes ebenso wie beispielsweise Chirurgen oder Zahnärzte, die lange in derselben Körperhaltung ausharren müssen.


Diagnose entscheidet über effektive Behandlung

Solche Beschwerden dienen zunächst einmal als Warnsignal des Körpers. Ist der auslösende Faktor behoben, verschwinden die Muskelschmerzen in der Regel relativ schnell wieder. In einigen Fällen kann chronischer Muskelschmerz aber auch als isoliertes Krankheitsbild auftreten. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Fibromyalgie, eine Schmerzerkrankung, die – wissenschaftlich nicht korrekt – auch als Weichteilrheuma bezeichnet wird.

Grundsätzlich ist eine intensive Diagnostik notwendig, um die genaue Ursache von Muskelschmerzen herauszufinden. Erst dann kann eine effektive Therapie eingeleitet werden. Auch bei vermeintlich harmlosen Ursachen, wie beispielsweise Verspannungen, sollte nicht zu lange mit einer Behandlung gewartet werden. Wie praktisch alle Schmerzen des menschlichen Organismus können auch Beschwerden dieser Art  auf die Dauer chronisch werden.

© medizin.de 2014 (Gunnar Römer)

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Teil 1: Muskelschmerzen: Allgemeines

Teil 2: Muskelschmerzen: Muskelkrämpfe als Auslöser

Teil 3: Muskelschmerzen: Verletzungen als Auslöser

Teil 4: Muskelschmerzen: Verspannungen als Auslöser

Teil 5: Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Teil 6: Muskelschmerzen: Arzneimittel und Gifte als Auslöser

Teil 7: Muskelschmerzen: Diagnose

Teil 8: Muskelschmerzen: Therapie