Muskelschmerzen: Arzneimittel und Gifte als Auslöser

Muskelschmerzen

Neben allen bisher genannten Auslösern sind auch bestimmte Arzneimittel und Gifte in der Lage, Muskelschmerzen auszulösen. Bei einer Reihe von Medikamenten treten Muskelschmerzen als unerwünschte Nebenwirkungen auf. Der permanente Konsum von Alkohol und bestimmten Drogen (insbesondere Heroin und Methamphetamin – bekannt als Crystal Meth) kann das Muskelgewebe in seiner Struktur schwer angreifen und auf diesem Wege zu teilweise extremen Muskelschmerzen führen. Neben den schmerzhaften Zuständen ist hier auch ein Schwund an Muskelmasse zu beobachten. Die Skelettmuskulatur wird nachhaltig angegriffen und zerstört – ein Vorgang, der als Rhabdomyolyse bezeichnet wird. Aus diesem Grund sind nicht nur reine Schmerzen zu beobachten, auch ein zunehmendes Schwächegefühl zeigt den Kampf der Muskulatur an. Nachfolgend sind einige Medikamente genannt, bei denen Muskelschmerzen zu den bekannten Nebenwirkungen gehören.
 

Statine: Häufige Auslöser von Muskelschmerzen

Diese auch als „Fettsenker“ bekannten Arzneimittel werden bei überhöhten Cholesterinwerten verabreicht. Etwa jeder zehnte Patient leidet im Rahmen der Einnahme unter sehr starken Muskelschmerzen, die sich v. a. im Bereich der Oberschenkel und der Arme manifestieren. Parallel zu den Schmerzen wird oftmals auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Muskelschwäche beobachtet. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer nachhaltigen Schädigung der Muskulatur, häufig begleitet von Nierenversagen. Die Muskelschmerzen werden vermutlich durch eine von den Statinen ausgelöste Veränderung der Stoffwechselaktivität innerhalb der Muskelzellen ausgelöst.

Relativ häufig brechen Patienten aufgrund dieser Nebenwirkungen die Einnahme der Statine ab. In jedem Fall sollte bei Auftreten dieser Nebenwirkungen ein Arzt konsultiert werden. In der Regel verschwinden die Muskelschmerzen rasch, nachdem das Medikament abgesetzt wurde. Neuere Studien weisen darauf hin, dass die begleitende Einnahme von Coenzym Q10 die Nebenwirkungen der Statine abschwächt. Die fettsenkenden Wirkstoffe hemmen nicht nur die Cholesterinsynthese, sondern auch die Bildung des muskelschützenden Coenzyms Q10.

Weitere problematische Medikamente

Einige Arzneimittel lösen Muskelschmerzen aus, in dem sie zu einer Muskelentzündung (Myositis) führen. Bekannte Beispiele sind hier:

  • Penicillin
  • D-Penicillamin
  • Interferon-Alpha
  • Cimetidin

 
Bekannte Nebenwirkung vieler Wirkstoffe ist auch die Auslösung schmerzhafter Muskelkrämpfe. Hier sind insbesondere folgende Arzneimittel zu nennen:

  • Levodopa
  • Chinidin
  • Salbutamol
  • Paraldehyd
  • ACTH
  • Clofibrat
  • Danazol
  • Tocainid
  • Procainamid

 © medizin.de 2014 (Gunnar Römer)

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Teil 1: Muskelschmerzen: Allgemeines

Teil 2: Muskelkrämpfe als Auslöser

Teil 3: Muskelschmerzen: Verletzungen als Auslöser

Teil 4: Muskelschmerzen: Verspannungen als Auslöser

Teil 5: Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Teil 6: Muskelschmerzen: Arzneimittel und Gifte als Auslöser

Teil 7: Muskelschmerzen: Diagnose

Teil 8: Muskelschmerzen: Therapie

 
 

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