Muskelschmerzen: Muskelkrämpfe als Auslöser

Muskelschmerzen

Muskelschmerzen stellen in der Regel keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom irgendeiner vorhandenen Störung im Körper dar. Dabei kommt eine ganze Reihe verschiedener Auslöser für die nicht selten sehr quälenden Empfindungen in Frage. Häufige Auslöser sind Überbelastungen, Muskelkrämpfe oder Verletzungen des Muskelsystems. Ungleich seltener kommen Erkrankungen des Nervensystems, Infektionen oder Muskelkrankheiten in Betracht. Auch Fehlbildungen des Skeletts, Arthrose oder bestimmte Medikamente bzw. Giftstoffe können Muskelschmerzen verursachen.

 

Muskelkrämpfe: Häufige Auslöser von Muskelschmerzen

Am häufigsten sind hiervon die Waden betroffen – aber auch an anderen Muskelpartien kann es zu dieser äußerst unangenehmen Erscheinung kommen. Von der einen auf die andere Sekunde verspürt der Betroffene einen extremen Muskelschmerz, der sich häufig innerhalb kürzester Zeit weiter verschlimmert. Auslöser dieser Art von Muskelschmerzen ist sehr oft ein Magnesiummangel, der beispielsweise durch eine zu einseitige Ernährung zustande kommt. Ein Verlust an Magnesium tritt aber auch auf, wenn der Körper zu viel Flüssigkeit verliert, wie dies beispielsweise bei starkem Schwitzen vorkommen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, nach großer sportlicher Anstrengung genügend elektrolythaltige Flüssigkeit aufzunehmen.

Treten Muskelkrämpfe besonders in Ruhesituationen auf, liegt wahrscheinlich ein Calciummangel vor. Sowohl Calcium als auch Magnesium spielen eine entscheidende Rolle im neuro-muskulären Stoffwechsel. Magnesium sorgt für einen Rücktransport von Kalium in die Muskelzelle, was zu einem Ende der elektrischen Erregung führt. Magnesium hat somit eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur. Hier wird deutlich, warum ein Magnesiummangel zu den Muskelschmerzen in Form einer Verkrampfung führt.


Weitere Ursachen für Muskelkrämpfe

  • Diverse Stoffwechselerkrankungen (v. B. Diabetes mellitus)
  • Starker Alkoholkonsum
  • Nicht ausreichende Aufwärmung des Muskels vor einer sportlichen Anstrengung
  • Polyneuropathie
  • Diverse Lebererkrankungen
  • Wundstarrkrampf
  • Flüssigkeitsverlust durch Fieber oder Durchfall
  • Kaliummangel
  • Bestimmte Arzneimittel (z. B. Diuretika oder Betablocker)
  • Durchblutungsstörungen
  • Neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Amyotrophische Lateralsklerose)

 

Krämpfe als Schutzmechanismus der Muskulatur

Wie Muskelschmerzen im Allgemeinen haben auch die Muskelkrämpfe eine Art Schutz- bzw. Warnfunktion für den Organismus. Kommt es beispielsweise im Wadenmuskel zu einer lokalen Störung der Nährstoffversorgung, zieht der Muskel sich zum eigenen Schutz an jener Stelle zusammen. Nun beginnt gewissermaßen ein Teufelskreis. Durch die zu diesem Zeitpunkt noch lokal begrenzte Kontraktion des Muskels werden die kleinen Blutgefäße zusammengedrückt. Hierdurch wird die Versorgung an wichtigen Elektrolyten aber weiter erschwert und die Muskulatur zieht sich als Folge immer weiter zusammen. Ein äußerst schmerzhafter Muskelkrampf nimmt seinen Lauf.

© medizin.de 2014 (Gunnar Römer)

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Teil 1: Muskelschmerzen: Allgemeines

Teil 2: Muskelkrämpfe als Auslöser

Teil 3: Muskelschmerzen: Verletzungen als Auslöser

Teil 4: Muskelschmerzen: Verspannungen als Auslöser

Teil 5: Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Teil 6: Muskelschmerzen: Arzneimittel und Gifte als Auslöser

Teil 7: Muskelschmerzen: Diagnose

Teil 8: Muskelschmerzen: Therapie