Sekundäre Pflanzenstoffe – Alles über Carotinoide, Polyphenole und Co.

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Sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe werden von Pflanzen für unterschiedliche Zwecke gebildet. Diese Stoffe dienen zum Beispiel als Farbstoff, verleihen einer Pflanze ihren charakteristischen Geruch oder Geschmack oder schützen sie vor schädigenden Einflüssen.

Einige ausgewählte der rund 100.000 unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffe können auch wir Menschen für unsere Gesundheit nutzen. Insbesondere der antioxidative Effekt der sekundären Pflanzenstoffe ist dabei hervorzuheben. So gelten sekundäre Pflanzenstoffe wie zum Beispiel Carotinoide oder Flavonoide als Radikalfänger und dienen somit dem Zellschutz. Experten sehen hier einen wesentlichen Faktor, wenn es um die Gesundheitsprävention geht.

Sekundäre Pflanzenstoffe: Vorkommen und Funktionen

Als Hauptlieferanten von sekundären Pflanzenstoffen sind Obst und Gemüse zu nennen. Um den Körper ausreichend mit für ihn wichtigen sekundären Pflanzenstoffen zu versorgen, lautet die gängige Empfehlung: 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag.

Doch was können sekundäre Pflanzenstoffe konkret für uns leisten? Und vor allem: Wo stecken sie eigentlich drin? Hier einige Beispiele für wichtige Gruppen von sekundären Pflanzenstoffen:

Carotinoide:

Carotinoide sind Naturfarbstoffe, die in unterschiedlichen Arten Gemüsesorten wie Tomaten (verantwortlich ist das Carotinoid Lycopin) oder Karotten (Beta-Carotin) ihre charakteristische Farbe verleihen. Carotinoide gelten als herausragende Antioxidantien und spielen daher – unterstützend zu einem gesunden Lebensstil - u.a. bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle. 

Flavonoide:

Auch die sogenannten Flavonoide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidative Eigenschaften haben. Enthalten sind Flavonoide zum Beispiel in grünem Tee, in Äpfeln oder auch in Kirschen. Wichtig zu wissen: Bei Äpfeln sitzen die Flavonoide vor allem in der Schale!

Sulfide:

Bei Sulfiden handelt es sich um Schwefelverbindungen, die zum Beispiel Zwiebeln, Lauch oder auch Knoblauch ihren eigenen Geruch bzw. auch Geschmack verleihen. Im Hinblick auf unsere Gesundheit spielen Sulfide eine Rolle bei der Hemmung des Wachstums von Pilzen, Viren oder auch Bakterien.

Phytoöstrogene:

Zur Reihe der sekundären Pflanzenstoffe, die für uns eine Rolle spielen, zählen auch sogenannte Phytoöstrogene wie die Isoflavone. Diese sind zum Beispiel in Sojabohnen enthalten und können in manchen Fällen als pflanzliche Möglichkeit der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen eingesetzt werden. Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Arzt.

Polyphenole:

Ein Glas Rotwein am Tag ist gut für´s Herz. Diese gern gesehene Weisheit haben wir den sogenannten Polyphenolen zu verdanken, die sich im Rotwein verbergen. Auch Tee oder Vollkornprodukte liefern diese sekundäre Pflanzenstoffe, die als effektiver Gesundheitsschutz gelten. Mitunter wird auch der Schutz vor Krebs durch Polyphenole diskutiert, endgültige Ergebnisse bleiben aber noch abzuwarten.

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Quelle:

Kessler, D.: Vitalstoffe. Die gesunde Revolution. Humboldt Verlag. Baden-Baden, 2006

Knieriemen, H.: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente. AT Verlag, München 2007