Probiotika - Ein Leitfaden zur Orientierung![]() „Auffallend viele Tote bei Studie mit probiotischen Bakterien“ (24.01.2008 ps/ärzte-blatt), „Mehr als der Glaube: Probiotika wirken“ (13.12.2007 Helmholtzzentrum für Infektionsforschung) – was stimmt denn nun? Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge aufgenommen positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden wirken. Probiotika sind jedoch nicht gleich Probiotika. Es gibt probiotische Lebensmittel, wie bestimmte Joghurts, und Nahrungs-ergänzungsmittel sowie probiotische Arzneimittel. Nur die Arzneimittel unterliegen den strengen Richtlinien, Kontrollen und Sicherheitsvorschriften des Arzneimittelgesetzes und nur wenige wie beispielsweise der in vielen klinischen und präklinischen Studien untersuchte Bakterienstamm Escherichia coli Stamm Nissle 1917 sind zur Behandlung von Krankheiten zugelassen. Bei einem Joghurt (Lebensmittel), das oft einen Cocktail unterschiedlicher Bakterien, wie Laktobazillen und Bifidusbakterien in bunter Mischung ohne standardisierte Keimzahl enthält, ist oft nicht einmal gewährleistet, dass ausreichende Mengen an wirksamen Keimen zugeführt werden, geschweige denn am Ort der Wirkung z.B. im Darm ankommen. Bei gesunden Menschen mögen probiotische Nahrungsmittel tatsächlich gewisse positive gesundheitsfördernde Wirkungen zeigen, zumindest jedoch nicht schaden. Ganz anders sieht es jedoch bei kranken, oft geschwächten Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko aus. Da ist Vorsicht geboten. Nur probiotische Arzneimittel gewährleisten genau festgelegte und standardisierte Art und Anzahl der Keime, ständige Kontrollen von Qualität und Sicherheit und klinisch nachgewiesene Wirksamkeit. Nur wenn statt eines mikrobiologischen Arzneimittels, das dauernd auf dem Prüfstand steht, ein nicht den strengen Kontrollen unterliegendes Nahrungsergänzungsmittel bei schwerstkranken Patienten eingesetzt wird, sind solche Horrormeldungen wie eingangs erwähnt überhaupt denkbar. Zur alltäglichen Nahrungsergänzung schadet ein probio-tisches Lebensmittel bestimmt nicht, die Behandlung von Krankheiten oder schweren entzündlichen Erkrankungen aber sollte immer dem Arzneimittel (unter medizinischer Kontrolle) vorbehalten bleiben. Dann helfen die guten Bakterien uns, das Leben zu erleichtern und ein klein wenig dem Ideal der „ewigen“ Gesundheit näher zu kommen. © 2008 medizin.de (zuletzt aktualisiert 02/2009) Top Themen Apotheke.de |




