Schwangerschaft: Erkältungen fördern Asthma beim Kind

Asthma_Schwangerschaft

Leidet die werdende Mutter in der Schwangerschaft wiederholt unter Erkältungen, kann dies gesundheitsschädlich für das Kind sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Münchener Forschungsteam. Demnach steigt das Asthma-Risiko um das Doppelte, wenn die Schwangere unter mindestens drei Erkältungen gelitten hat.

Mehr als drei Erkältungen erhöhen Asthma-Risiko signifikant

526 schwangere Frauen wurden im Rahmen einer mehrjährigen Studie auf ihre Infektanfälligkeit während der Schwangerschaft untersucht. Unter der Leitung der Kinderallergologin Prof. Dr. Erika von Mutius beobachtete ein Forscherteam vom Münchener Dr. von Haunerschen Kinderspital die Schwangeren und ihre Kinder, bis diese ihr 5. Lebensjahr vollendet hatten. Während der Schwangerschaft wurden sie gebeten, auf einem Fragebogen etwaige Erkältungen in ihrer Länge und Häufigkeit zu dokumentieren.

Am Ende der Beobachtungsstudie (also nach Vollendung des 5. Lebensjahres der Kinder) erfolgte die wissenschaftliche Auswertung der Dokumentationen – mit sehr deutlichen Ergebnissen: Die Kinder, deren Mütter in der damaligen Schwangerschaft mindestens drei Erkältungen auf dem Fragebogen angaben, litten mehr als doppelt so oft an Asthma wie die anderen Nachkommen. Evtl. weitere Auslöser für die Volkskrankheit Asthma bronchiale, wie beispielsweise Allergien, familiäre Vorbelastung oder eine überdurchschnittliche Belastung der Atemluft (z. B. durch Schimmelsporen) konnten Prof. von Mutuis und ihr Team sicher ausschließen.

Weitere Studien notwendig

Die Ergebnisse der Studien sind zweifelsfrei eindeutig in ihrer Aussagekraft. Betrachtet man die in dem Konfidenzintervall erreichten Ergebnisse, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Kausalität zwischen häufigen, die Schwangerschaft begleitenden Erkältungen und kindlichem Asthma ausgegangen werden.

Im Umkehrschluss liefert die Beobachtungsstudie keinerlei medizinisch fundierten Beweise, dass eine Vermeidung der Erkältungen bei den werdenden Müttern die Asthma-Erkrankung der Kinder verhindert hätte. Eine Infektionsprophylaxe durch evtl. Grippeimpfung oder entsprechende Vermeidung von Risikofaktoren ist aber ohnehin während einer Schwangerschaft zu empfehlen. Ob den Nachkommen damit das Handicap Asthma erspart werden kann, müssen weitere klinische Studien zeigen.

Quellenangaben:

  • Presseveröffentlichung im Magazin Allergist (03.02.2014)
  • Abstract der Studie: Perinatal influences on the development of asthma and atopy in childhood (01.02.2014)
  • Dt. Ärzteblatt (06.02.2014)
  • Taschenatlas Allergologie (Martin Röcken, Gerhard Grevers, Jürgen Wirth), Thieme-Verlag Stuttgart

© medizin.de 2014 (Gunnar Römer)