Softdrinks fördern Aggressivität bei Kindern

Softdrinks

Obwohl bisher noch kein ursächlicher Zusammenhang hergestellt werden konnte, sind die Veröffentlichungen in dem US-Onlinemagazin Journal of Pediatrics eindeutig: Kinder, die mehr als drei stark zuckerhaltige Softdrinks pro Tag konsumieren, neigen eher zu aggressivem Verhalten und Aufmerksamkeitsstörungen. Insgesamt kam es bei den jungen Menschen doppelt so häufig zu teilweise gewalttätigen Zwischenfällen als bei jenen ohne regelmäßigen Genuss.

Sozial schwache Viertel besonders betroffen

Dass die USA das Land mit dem höchsten Konsum an Cola, Limonade und co. sind, ist bekannt. Nach Untersuchungen von Shakira Suglia von der New Yorker Mailman School of Public Health trinkt fast jedes zweite Kind in bestimmten Teilen der Vereinigten Staaten bis zu vier stark zuckerhaltige Softdrinks am Tag. 4 % trinken sogar weit mehr als vier dieser nachhaltig gesundheitsschädlichen Getränke.

Die Ergebnisse entstammen einer groß angelegten Untersuchung mit der Bezeichnung Fragile Families and Child Wellbeing Study. In deren Rahmen wurden 3.000 amerikanische Kinder in Bezug auf ihr Konsumverhalten beobachtet. Da sich diese Studie im Schwerpunkt auf sozial benachteiligte Viertel in zahlreichen Großstädten der USA beschränkte, sind die Zahlen nicht repräsentativ für das gesamte Land. Dennoch sind diese Daten alarmierend, lösen diese Art der Getränke bekanntermaßen nicht nur die hier beschriebene Aggressivität aus, sondern führen zu Adipositas und Diabetes mellitus.

Stark konsumierende Kinder auffallend aggressiv

Im Rahmen der genannten Untersuchungsreihe wurden die Mütter zum Einen nach den Ernährungsgewohnheiten ihrer Sprösslinge befragt. Zum Anderen sollten die Frauen auch angeben, inwieweit die Kinder zu Verhaltensauffälligkeiten wie vermehrte Aggressionen oder Aufmerksamkeitsdefiziten neigen. Die Tendenz war erstaunlich klar: Jene Kinder, die mindestens vier Softdrinks am Tag tranken, zeigten viel öfter ein stark aggressives Verhalten als ihre wassertrinkenden Altersgenossen. Dabei kam es häufig zu körperlichen Angriffen, respektlosen Äußerungen und Zerstörung fremder Gegenstände.

Auch das genaue Gegenteil war unter den Freunden der Limonade zu beobachten: Einige von ihnen zeigten ein ängstliches und auffallend zurückhaltendes Verhalten. Bei fast allen lag eine verminderte Aufmerksamkeit vor, die sich freilich auch auf die schulischen Leistungen auswirken können. Zu viele Softdrinks könnten demnach eine ganze Reihe sozialer Probleme auslösen. Die evtl. nachlassende Leistungsfähigkeit erhöht ihrerseits wieder die Aggressionen.

Einschränkung von Softdrinks könnte Besserung bringen

Bei den erhobenen Daten handelt es sich um die Ergebnisse einer Querschnittsstudie. Eine wissenschaftliche bzw. speziell medizinisch-psychologische Erörterung der Fakten steht noch aus. Ähnliche Zusammenhänge wurden aber schon des Öfteren beobachtet. Ob es zu einer intensiven Erforschung des vorliegenden Sachverhaltes kommt, ist derzeit offen. Um das Aggressionspotenzial und die Gewaltbereitschaft von Kindern zu senken, bedarf es aber demnach keiner intensiven Forschungsarbeit: Ein geringerer Softdrink-Konsum könnte schon helfen.

Quellenangabe:

  • Pressemitteilung des US-Onlinemagazins The Journal of Pediatrics (16.08.2013)
  • Pressemitteilung durch die Mailman School of Public Health (05.08.2013)
  • Abstract der Fragile Families and Child Wellbeing Study (2013)
  • Dt. Ärzteblatt (16.08.2013)

© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)