Der deutsche Schwimmer Mark Warnecke ist eine Ausnahmeerscheinung im Leistungssport: er gewann im ungewöhnlich hohen Alter von 35 Jahren 2005 den Weltmeistertitel über 50m Brust. Ein Jahr später wurde er nochmals Deutscher Meister (zum zehnten Mal), bevor er seinen Rücktritt bekannt gab. Er führt seine Erfolge im Wesentlichen zurück auf eine von ihm selbst entwickelte „Diät“, die aus Aminosäuren besteht.
Was ist dran?
In der Tat ist schon lange bewiesen, dass Aminosäuren wie Arginin oder Lysin die Bildung und die Ausschüttung des menschlichen Wachstumshormons fördern können. Diese wiederum mobilisiert die Verwertung der Fettreserven des Körpers; auf diesem Weg nimmt das Gewicht ab. Andere Aminosäuren, z.B. das Phenylalanin, nehmen Einfluss auf das so genannte Cholecystokinin im Darm, welches das Hungergefühl beeinflussen kann. Sehr vereinfachend gesagt: viel Phenylalanin im Darm bedeutet wenig Hunger.
Aminosäuren können darüber hinaus helfen, bei einer Diät den Muskelabbau gering zu halten und den befürchteten Jo-Jo-Effekt zu vermeiden.
Kein Wundermittel
Wie bei allen Diäten gilt aber auch für die Aminosäure-Diät: Wunder gibt es im wirklichen Leben nur selten. Übergewichtige müssen von mehreren Seiten, gewissermaßen ganzheitlich, an ihre Pfunde ran: die richtige Ernährung ist das eine, Bewegung, Stressabbau und Veränderungen des persönlichen Lebensstils das andere. Auch die Gewichtsabnahme spielt sich zum großen Teil im Kopf ab.
(Dr. Berthold Gehrke) © 2007 medizin.de (zuletzt aktualisiert 02/2009)