Tollwut: Therapie

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Die Tollwut ist eine unheilbare, stets tödlich verlaufende Viruserkrankung. Ist sie einmal ausgebrochen, gibt es keinerlei Behandlungsmöglichkeiten für den Tollwut-Patienten. Nicht einmal die Symptomatik der Tollwut lässt sich nennenswert lindern. Nach einem Biss durch ein mit Tollwut infiziertem Tier kann Betroffenen dennoch durch schnellstmöglich eingeleitete Maßnahmen geholfen werden, auch wenn keine vorherige Tollwut-Impfung durchgeführt wurde.

 

Am Anfang steht die Versorgung der Wunde

Nach einem erfolgten Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier sollte umgehend mit der Behandlung begonnen werden. Da bekannt ist, dass sich die eingedrungenen Tollwut-Viren zunächst für drei Tage überwiegend im Wundbereich konzentrieren, sollte dieser großzügig gereinigt und desinfiziert werden. Idealerweise beginnt der Betroffene bereits an Ort und Stelle mit der Reinigung der Verletzung, soweit dies möglich ist. Die Bisswunde sollte mit reichlich klarem Wasser und Seifenlösung gründlich ausgespült werden, um möglichst viel mit Tollwut-Erregern infizierten Speichel aus dem Körper zu entfernen.


Im Anschluss daran erfolgt eine ausführliche Desinfektion der Wunde mit speziellen Alkoholen und Jod. Beide töten die Tollwut-Erreger binnen Sekunden ab. Sollte die Wunde sehr tief sein, wird die Reinigung und Desinfektion mit einem speziellen Wundkatheter durchgeführt.

Die Postexpositionsprophylaxe – eine Impfung nach Erregerkontakt

Da bei dem Patienten häufig kein Impfschutz gegen Tollwut besteht, sollte dieser sich möglichst schnell in ein Krankenhaus begeben, um eine Immunisierung gegen die Tollwut-Erreger zu erreichen. Sofort nach der Reinigung und Desinfektion der Wunder wird dem Patienten ein Totimpfstoff mit Tollwut-Viren verabreicht. In den meisten Fällen kann so ein Ausbruch der Tollwut vermieden werden. Es empfiehlt sich grundsätzlich nach einem Tierbiss, auch den Impfstatus für Tetanus zu überprüfen und gegebenenfalls den Impfschutz aufzufrischen.


Durch die in Deutschland mittlerweile verschwindend geringe Gefahr einer Tollwutinfektion verzichten die meisten Bundesbürger auf eine Tollwutimpfung. Dies ist zunächst auch nicht weiter bedenklich. Sollte allerdings ein Land mit hoher Tollwutgefahr (v. a. Indien) besucht werden, ist dringend zu einer vorherigen Impfung zu raten. Die Gefahr einer Ansteckung ist hoch und die sofortige Verfügbarkeit einer entsprechenden Behandlung ist in solchen Ländern fraglich.

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Teil 1: Tollwut

Teil 2: Tollwut: Ursachen

Teil 3: Tollwut: Symptome & Krankheitsverlauf

Teil 4: Tollwut: Therapie

 

© medizin.de 2013 (Gunnar Römer)