Trauben-Silberkerze

Trauben-Silberkerze

Vor vielen Jahrhunderten in den Anfängen der Medizin waren Heilpflanzen das Zentrum von Therapie und ärztlichem Handeln. Mittlerweile erlebt die Naturheilkunde eine Art Renaissance, gegen zahlreiche Leiden werden die Inhaltsstoffe von Heilpflanzen eingesetzt. Johanniskraut gegen Depressionen, Baldrian gegen Nervosität und Salbei gegen Hyperhidrose um nur einige zu nennen. Aber auch gegen Wechseljahrsbeschwerden und Störungen des Menstruationszyklus hat die Natur ein passendes Therapeutikum in ihrem schier unerschöpflichen Reservoir aus Pflanzen und Kräutern: Die Trauben-Silberkerze.
Diese bis zu 2,5 m hoch wachsende Pflanze besitzt einen Cocktail aus Inhaltsstoffen, die sich günstig auf die genannten Gesundheitsprobleme auswirken.

Die Trauben-Silberkerze besitzt einen glatten Stängel und im Vergleich zur Gesamtgröße relativ kleine weiße Blüten. Anfang Juni beginnt die Staude zu blühen und in sehr warmen Sommern kann die Blütezeit bis in den September hinein anhalten. Botaniker ordnen die Heilpflanze in die übergeordneten Gruppe der Hahnenfußgewächse ein. Hauptverbreitungsgebiet der Trauben-Silberkerze ist das östliche Nordamerika mit den Staaten USA und Kanada. Als westliches Ende ihres Vorkommens gilt eine gedachte Linie durch die US-Bundesstaaten Arkansas und Missouri. Den indianischen Völkern ist die heilende Wirkung der krautartig wachsenden Pflanze bereits seit Jahrtausenden bekannt.

Wechseljahrsbeschwerden werde gemildert

Trauben-Silberkerzen besitzen eine ganze Reihe von medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen. Wie bei den meisten Heilpflanzen stehen bestimmte Alkaloide im Mittelpunkt des medizinischen Interesses. Es finden sich aber noch wesentlich mehr Verbindungen, wie z. B. Cimifugin, Hydroxyzimtsäureester und verschiedene Phenolcarbonsäuren. Die Gesamtheit der Verbindungen vermittelt eine dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähnliche Wirkung im Sinne eines Östrogen-Rezeptor-Modulators. D. h. die Wirkstoffmoleküle binden fest an entsprechende Östrogenrezeptoren und beeinflussen damit die Funktionalität der weiblichen Geschlechtsorgane. Daher sind die Hauptanwendungsgebiete von Extrakten der Trauben-Silberkerze Menstruationsstörungen und Beschwerden in Zusammenhang mit den Wechseljahren.

Neben dieser hormonellen Wirkung wirkt die Heilpflanze auch entzündungshemmend und wird gegen Bronchitis, Husten, Eierstockentzündungen und Asthma angewendet. Auch ein die Herzleistung unterstützender und schmerzlindernder Effekt wird der Trauben-Silberkerze nachgesagt. Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • Magenkrämpfe
  • Hexenschuss
  • Schmerzen des Bewegungsapparates (v. a. Muskulatur)
  • Gallensteine
  • Herzrasen
  • Depressionen
  • Nervosität

Leber wird stark belastet

Bedacht werden sollte die stark leberbelastende Wirkung der Inhaltsstoffe. Daher eignet sich die Trauben-Silberkerze nur bedingt zur langfristigen Therapie und es sollten Pausen in der Einnahme eingelegt werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte ist hier ratsam Bekannte Nebenwirkungen sind Leberschädigungen bis hin zu Nekrosen und diverse Leberfunktionsstörungen, diese treten aber längst nicht bei jedem auf. Manche Menschen klagen über Magen-Darm-Beschwerden. Die wirksamen Bestandteile kommen übrigens aus der Wurzel: Die Extrakte werden mit heißem Wasser übergossen und als Tee getrunken. 2 Teelöffel sind hierbei die übliche Dosierung, wobei das Heißgetränk 15 Minuten ziehen sollte. Über einen Zeitraum von rund 6 bis 8 Wochen werden für gewöhnlich drei Tassen über den Tag verteilt. Auch eine Anwendung als Tinktur ist möglich.

© medizin.de 2013 (Dr. Florian Korff)