Anzeige

Appetitlosigkeit (Anorexie): Überblick

Oktober 04, 2017

Gelegentliche Appetitlosigkeit (Anorexie) ist harmlos. Jeder kennt die Situation, einfach „nichts herunterzubekommen“. Auch der umgekehrte Fall ist – hin und wieder – kein Grund zur Beunruhigung. Seelischer Stress beispielsweise löst bei manchen Menschen Heißhunger, bei anderen wiederum Appetitlosigkeit aus. Unser Appetit wird durch äußere und innere Faktoren gesteuert. Rezeptoren im Blut messen den Blutzucker- und Nährstoffgehalt im Blut und melden dem Gehirn „Hunger“. Der Anblick oder Duft leckerer Speisen fördert den Appetit von außen.

 Bei ständiger Appetitlosigkeit zum Arzt

Wenn Sie über längere Zeit keinen Appetit verspüren, sollten Sie sicherheitshalber zum Arzt gehen. Manchmal gibt es körperliche Ursachen für die Appetitlosigkeit. Meistens sind dies Erkrankungen des Verdauungstrakts, zum Beispiel eine Magenschleimhautentzündung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Auch Medikamente können uns den Appetit rauben. Selten steht Krebs dahinter. Gerät unsere innere Uhr zum Beispiel durch einen Jetlag durcheinander, führt dies ebenfalls zu fehlendem Hunger.

Besonders häufig sind seelische Faktoren ursächlich. Depressionen sind ein typischer Auslöser von Appetitlosigkeit. Die extremste Form der Nahrungsverweigerung ist die Magersucht. Bei beruflichem oder privatem Stress können viele Menschen nur wenig essen. Andere wiederum kompensieren die Belastung durch große Mengen an Nahrungsmitteln. Der Appetit lässt aber auch in hohem Lebensalter nach. Das ist völlig normal und bis zu einem gewissen Grad unbedenklich. Mangelerscheinungen müssen aber unbedingt vermieden werden.

Ursache muss gefunden werden

Um Ihr Hungergefühl wiederzuerlangen muss die Ursache gefunden werden. Stellen Sie sich hierzu am besten bei Ihrem Hausarzt vor. Die Behandlung der Auslöser führt zu einer Rückkehr des Appetits und Steigerung Ihrer Lebensqualität. Vielleicht ist auch ein Medikamentenwechsel angezeigt. Gegebenenfalls helfen auch Hausmittel gegen die Appetitlosigkeit. Fenchel beispielsweise hat eine hungerfördernde Wirkung. Auf jeden Fall sollten Sie vorher eine ernste Ursache ausschließen lassen.

© 2016 -2018 medizin.de (Gunnar Römer) zuletzt aktualisiert 11/2017

Quellenangaben:

  • Ernährungsmedizin und Diätik (Heinrich Kaspar), Urban & Fischer
  • Klinische Gastroenterologie (Helmut Messmann), Thieme-Verlag
  • Ernährungsmedizin: Prävention und Therapie (P. Schauder & G. Ollenschläger), Urban & Fischer
  • Innere Medizin 2016 (G. Herold), Selbstverlag
  • Ernährungsmedizin (H.-K. Biesalki, S.-C. Bischoff, C. Puchstein), 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Thieme-Verlag
Anzeige

Beiträge nach Alphabet

# A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Neueste BeiträgeBeliebte Beiträge
Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Auch Erkrankungen sind Auslöser von Muskelschmerzen, wenngleich seltener als Verspannungen, Verletzungen o. ä. Um Ihre Schmerzen zu beseitigen, muss also…
Citalopram

Citalopram

Der allmorgendliche Weg ins Bad gleicht einer Weltreise, der Alltag wird zum unbezwingbaren Gegner. Bleischwer lastet die Schwermut auf den Schultern und…
Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Ständige Schwermut, Gefühllosigkeit, Desinteresse: Nur drei von zahlreichen Symptomen einer Depression. Das seelische Leiden ist längst zur Volkskrankheit…
Was kann ich sonst gegen Muskelschmerzen tun?

Was kann ich sonst gegen Muskelschmerzen tun?

Die wichtigsten Fragen zu Muskelschmerzen Was kann ich sonst gegen Muskelschmerzen tun? Vereinfacht gesagt: Beseitigen Sie die Ursache Ihrer…
Gibt es Medikamente gegen Muskelschmerzen?

Gibt es Medikamente gegen Muskelschmerzen?

Die wichtigsten Fragen zu Muskelschmerzen Gibt es Medikamente gegen Muskelschmerzen? Ja, Ihnen steht eine große Bandbreite rezeptfreier und…
Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Auch Erkrankungen sind Auslöser von Muskelschmerzen, wenngleich seltener als Verspannungen, Verletzungen o. ä. Um Ihre Schmerzen zu beseitigen, muss also…
Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Ständige Schwermut, Gefühllosigkeit, Desinteresse: Nur drei von zahlreichen Symptomen einer Depression. Das seelische Leiden ist längst zur Volkskrankheit…
Citalopram

Citalopram

Der allmorgendliche Weg ins Bad gleicht einer Weltreise, der Alltag wird zum unbezwingbaren Gegner. Bleischwer lastet die Schwermut auf den Schultern und…
Bräune nach Urlaub erhalten

Bräune nach Urlaub erhalten

Ob Karibik, Südsee, Spanien oder die Malediven – die Urlaubszeit zieht die Menschen in die sonnigen Gegenden unseres Planeten. Auch in unserem eigenen…

Herzrasen: Tipps zur Selbsthilfe

Jeder von uns kennt das unangenehme Gefühl wenn einem das Herz sprichwörtlich bis zum Hals schlägt. Gelegentliches Herzrasen ist nichts Ungewöhnliches und…
Anzeige

Wichtige Information

Medizin.de stellt Ihnen unabhängige Informationen zum Thema Gesundheit zur Verfügung. Diese Informationen ersetzen in keinem Fall die professionelle Beratung und/oder Behandlung durch approbierte Ärzte. 

Die Inhalte von Medizin.de sollen und dürfen nicht dazu verwendet werden, eigenständige Diagnosen zu stellen oder Behandlungen durchzuführen

Bitte beachten Sie hierzu auch unsere AGB.
© Medizin.de 2018

© medizin.de    |     Design by It Prisma