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Heuschnupfen (Pollenallergie): Diagnose

Oktober 04, 2017

Frühe Diagnose wichtig

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann mit einer passenden Behandlung begonnen werden. Sollten sich zunehmend die oben genannten Symptome einstellen, ist ein Arztbesuch angezeigt. Nur mit entsprechenden Untersuchungen kann Licht ins Dunkel gebracht werden. Es empfiehlt sich der Gang zum HNO-Arzt, Pneumologen oder Hautarzt, bei Kindern auch zum Kinderarzt. Zunächst wird sich der fachkundige Mediziner nach der allgemeinen Krankengeschichte, den beruflichen und privaten Gegebenheiten und eventuellen Vorerkrankungen erkundigen. Auch eine gesamtkörperliche Untersuchung gehört zum anfänglichen Prozedere dazu. Mit speziellen Hauttests beginnt dann die speziellere Diagnostik.

Pricktest

Am häufigsten zum Einsatz kommt der sogenannte Pricktest. Eine Auswahl an Allergenlösungen wird auf zuvor markierte Punkte unter die Haut des Unterarms gespritzt. Je nach Verdachtsdiagnose können unterschiedlich viele verschiedene Antigene verwendet werden um dem Allergieauslöser auf die Spur zu kommen. Bei Verdacht auf Heuschnupfen werden v. a. Gräser, Sträucher und Bäume getestet. Um sicherzugehen, dass der Organismus den Test auch annimmt, werden zwei Testlösungen verwendet: Histamin und Kochsalz. Die mit Histamin behandelte Hautpartie muss zwingend reagieren, die Stelle mit Kochsalz darf keinesfalls Veränderungen aufweisen. Nur wenn diese Punkte zutreffen, ist eine korrekte Aussagekraft des Pricktests gewährleistet. Reagiert der Körper auf eine Testsubstanz allergisch, kommt es zu einer Rötung und Bläschenbildung rund um die Einstichstelle.

Interkutantest

Etwas seltener wird der Interkutantest durchgeführt. Hierbei spritzt der Untersucher eine sterile Testlösung in die Rückenhaut des Patienten. Das Prinzip ist gleich dem Pricktest: Entstehen Quaddeln, gilt der Nachweis als positiv. Der Interkutantest ist empfindlicher als der Pricktest, erfordert aber eine tiefere Einspritzung des Allergens. Alle Hauttests sollten grundsätzlich nicht durchgeführt werden, wenn viele Pollen in der Luft sind. Dies könnte das Ergebnis verfälschen. Jegliche Medikamente mit Einfluss auf das Immunsystem und den Histaminhaushalt sollten mindestens drei Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Andernfalls sind ebenfalls keine genauen Ergebnisse zu erwarten.

Blutuntersuchung und Provokationstest

Treten bei Hauttests positive Ergebnisse zu Tage, wird die Diagnose mittels Blutuntersuchung überprüft und gegebenenfalls bestätigt. Liegt tatsächlich eine Pollenallergie vor, finden sich im Blut entsprechende Antikörper. Lässt sich auch durch einen Bluttest keine eindeutige Diagnose stellen, kann ein sogenannter Provokationstest Sicherheit bringen. Der Patient erhält hier hochdosierte Allergene direkt mittels Nasenspray verabreicht. Liegt ein Heuschnupfen vor, folgt eine heftige Reaktion. Genau aus diesem Grund darf ein solcher Test nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen. Auch nach dem Test sollte der Patient je nach Heftigkeit des Schubes noch 30 bis 60 Minuten in der Praxis bzw. Klinik verbleiben.

© medizin.de 2016-2018 (Gunnar Römer)

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