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Heuschnupfen: Überblick

Oktober 04, 2017

Für rund 16 % der deutschen Bevölkerung ist die Vorfreude auf die warme Jahreszeit regelmäßig getrübt. Sie leiden unter einer verstopften Nase, müssen permanent niesen und können kaum aus ihren geröteten und brennenden Augen schauen. Heuschnupfen ist ein wahres Volksleiden. Dabei reagiert das körpereigene Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Eiweißmoleküle, die sich auf der Oberfläche von Pollen befinden. Es gibt eine ganze Reihe allergisch relevanter Formen von Blütenstaub. Viele Betroffene sind gegen mehrere Pollenarten allergisch, sodass die Symptome nicht nur an bestimmten Wochen, sondern mehrmals im Jahr oder sogar die ganze Sommersaison hindurch auftreten. Regnerische Tage bringen oftmals Linderung in der von März bis Oktober andauernden Pollen-Saison. Heuschnupfen ist eine Form der Typ-I-Allergie, das heißt die Reaktion tritt sofort nach Allergenkontakt in vollem Umfang auf.

Entstehung

Auf molekularer Ebene entsteht Heuschnupfen wie die meisten anderen bekannten Allergien. Im konkreten Fall wird eine oder mehrere Pollenart durch das Immunsystem als vermeintliche Gefahr angesehen und durch eine Reihe von Abwehr- und Entzündungsmechanismen angegriffen. Hierdurch entstehen die bekannten unangenehmen Symptome. Die klinischen Anzeichen eines Heuschnupfens manifestieren sich vor allem in Nase und Mund, hier kommt es unter anderem zu Schnupfen, Rötungen und Entzündungen. Mediziner sprechen bei diesem Symptomkomplex von der Rhinokonjunktivitis – also der parallel auftretenden Entzündung von Nase und Bindehaut. Oftmals tritt zusätzlich zu den Beschwerden eine bestimmte Lebensmittelunverträglichkeit auf – eine sogenannte Kreuzallergie. Insgesamt muss bei Heuschnupfen auch mit Symptomen außerhalb von Mund und Nase gerechnet werden. So zeigen sich die Patienten oft permanent müde, abgeschlagen und appetitlos.

Hypersensibilisierung

Da eine unbehandelte Pollenallergie langfristig Asthma auszulösen vermag, ist eine konsequente Therapie unabdingbar. Nach einer allergologischen Diagnostik mittels Hauttest und Blutuntersuchung kann der Auslöser zumeist klar identifiziert und bekämpft werden. Dies geschieht durch bestimmte Medikamente (z. B. Antihistaminika) oder Verhaltensweisen, die den Pollenkontakt auf ein Minimum reduzieren. Möglich ist auch eine sogenannte Hypersensibilisierung. Dabei erhält der Organismus eine kontinuierlich gesteigerte Dosis des auslösenden Allergens mit dem Ziel der Gewöhnung. Im Idealfall bleibt nach fünf Jahren Behandlung die Allergie völlig aus.

© medizin.de 2016-2018 (Gunnar Römer)

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