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Digitaler Patient

Digitaler Patient

23 Februar 2020 | Publiziert in Startseite Kacheln (Digital Care). Gelesen 4937 mal.

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Beim Thema digitaler Patient waren die angloamerikanischen Länder vor zehn Jahren sehr weit vorne. Genau zu dieser Zeit startete Dr. Alexander Schachinger seine erste EPatient-Survey mit gerade einmal 1.600 Nutzern – seinerzeit gemeinsam mit der Apotheken-Umschau. Heute nehmen rund 8.000 – 12.000 Bürgerinnen und Bürger an daran teil, damit handelt es sich um die größte Umfrage zum Thema digitaler Patient im deutschsprachigen Raum(1).  Sie gibt Auskunft über den derzeitigen Status des digitalen Patienten. Wer nutzt digitale Angebote? Wie kann man die Verbreitung solcher Angebote verbessern?

Umfrage: Langsam aber sicher werden die Patienten digitaler

Dr. Schachingers Analyse zeigt, dass die Innovationen, die den Patienten digitaler werden lassen, langsam in die Bevölkerung hineinwachsen. Rund 20 % nutzt derzeit Gesundheitsapps, die den Patienten auf verschiedene Art und Weise unterstützen. Dieser Prozentsatz bildet in etwa die Gruppe der sog. „Early Adopter“ ab. Das sind Menschen, die frühzeitig technische Neuerungen nutzen. Teilweise tun Menschen dies auch aus hohem Leidensdruck, z. B. die Nutzung einer spezifischen Klang-App bei Tinnitus.

Nutzerkommunikation geht von Leistungserbringern aus

Die klassischen Marketingwege über Werbung , Fernsehreklame etc. scheinen – abgesehen von Werbeverboten für verschreibungspflichtige Medizinprodukte – hier allenfalls eine Ergänzung zu sein. Gehen viele Patienten zunächst skeptisch an Neurungen wie digitale Apps heran (v. a. aus Angst bzgl. Datenschutz), steigt das Vertrauen signifikant, sobald ein Arzt die Innovation erklärt. Die Verbreitung digitaler Gesundheitsangebote an den Patienten erfolgt langsam, aber zunehmend durch Leistungserbringer wie Ärzte und Krankenkassen.

Digitale Angebote mit Point of care verschmelzen

Kernaussagen von Dr. Schachinger zum digitalen Patienten:

  • Verbreitung solcher Angebote v. a. durch Ärzte
  • Vertrauen in digitale Angebote durch Verschmelzung mit Point of Care steigern (Bsp. App muss an direkte Behandlung in Praxis anknüpfen und umgekehrt)
  • Unterstützung für Ärzte als Botschafter der Healthcare-Digitalisierung muss seitens Politik und Berufsverbänden deutlich gestärkt werden
  • Verstärkte Konzentration auf Late Adopter – Menschen, die digitale Angebote entweder aus Skepsis oder zu kleinen finanziellen Möglichkeiten nicht bzw. sehr spät nutzen

Quellenangaben

  • Diabetes online (link)
Letzte Änderung am Mittwoch, 25 März 2020 01:09