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Digitales Krankenhaus

Digitales Krankenhaus

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Moderne Informationstechnologie, Roboter und personalisierte Medizin werden das digitale Krankenhaus der Zukunft prägen. Zahlreiche Unternehmensberatungen, Forschungsinstitute und Lehreinrichtungen übertreffen sich gegenseitig mit möglichen Modellen. Der Begriff „digitales Krankenhaus“ weckt Hoffnungen, macht aber manchen Menschen auch Angst. Das vielleicht wichtigste Vorurteil wird vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik entkräftet: „Unter digitalen Krankenhäusern sind keine menschenleeren Institutionen zu verstehen. Vielmehr geht es darum, Digitalisierung als wichtiges und unterstützendes Hilfsmittel zu erkennen, um Prozesse langfristig zu verbessern(1).

Hoffnungen und Enttäuschungen  

Aus einer bundesweiten Umfrage des Marburger Bundes (September/Oktober 2017) unter 1.800 angestellten Ärztinnen und Ärzten geht hervor, dass 80 Prozent davon ausgehen, dass die Digitalisierung im Krankenhaus mit einer Verbesserung der ärztlichen Arbeit einhergeht. Gleichzeitig brachte die Umfrage zutage, dass viele Kliniken schlecht auf die Transformation zum digitalen Krankenhaus vorbereitet sind. Das Problem ist dabei eher qualitativer als quantitativer Natur: Die Anzahl an Computern beispielsweise ist ausreichend, der Stand der Technik wird von vielen als „nicht mehr zeitgemäß“ eingeschätzt. Gerade einmal 19 Prozent der Ärzte sind mit der IT-Ausstattung ihres Arbeitsplatztes zufrieden(2).

Mögliche Kernelemente eines digitalen Krankenhauses

Das internationale Consulting-Unternehmen Deloitte hat fünf Kernelemente herausgearbeitet, die ein digitales Krankenhaus der Zukunft darstellen könnten bzw. den Weg dorthin ebnen:

  • Entwicklung einer Talentstrategie

Um den Umgang mit exponentiellen digitalen Technologien zu erlernen, sollten den Mitarbeitern ausreichende Möglichkeiten hierzu eingeräumt werden. Nur wenn die Mitarbeiter eine eigene digitale Strategie entwickeln, können die technischen Investitionen auch entsprechend genutzt werden.

  • Kultur einer digitalen Transformation schaffen

Hierzu schreibt Deloitte: „Es ist unerlässlich, dass das Senior-Management die Bedeutung einer digitalen Zukunft versteht und die Unterstützung für deren Umsetzung auf allen Organisationsebenen fördert.“

  • Adäquate Kommunikationsinfrastruktur schaffen

Grundlage einer funktionstüchtigen digitalen Infrastruktur ist die Fähigkeit der Komponenten zur Kommunikation. Ein entsprechendes Maß an Interoperabilität ist daher unbedingt von Beginn an zu schaffen, um eine erfolgreiche Implementierung in den Klinikbetrieb zu gewährleisten.

  • Fokus auf Datennutzung

Ein hohes Maß an Interoperabilität, Produktivität, Skalierbarkeit und Flexibilität stellt die Basis für das digitale Krankenhaus dar. Vom Beginn des Implementierungsprozessen an gilt es aber, eine solide Grundlage für die Datennutzung vor dem Hintergrund von Sicherheit, Effizienz, Analyse und Datenschutz zu etablieren.

  • Dauerhafte Planungssicherheit und Flexibilität erhalten

Alle Technologien, die in einem digitalen Krankenhaus zu finden sind, unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. Das gesamte Konstrukt sollte daher so angelegt sein, dass der Austausch einzelner technischer Komponenten kostengünstig, kompatibel und ohne Dominoeffekte für das Gesamtsystem realisierbar ist(3).

Quellen

  • Fraunhofer-Gesellschaft (link)
  • Berufsverband der Deutschen Chirurgen e. V. (link)
  • Deloitte Inc. (link)
Letzte Änderung am Mittwoch, 25 März 2020 01:09