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Grippe-Wetter: Trockenheit und Kälte fördern Übertragung

Grippe-Wetter: Trockenheit und Kälte fördern Übertragung

Grippe-Epidemien entstehen fast überall auf der Welt während der kalten Jahreszeit. Bisher war allerdings nicht klar, weshalb dies so ist. Eine Gruppe von Forschern hat sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, weshalb sich Influenza Viren gerade im Herbst und Winter so rasant verbreiten. Mit erstaunlichen Ergebnissen:

Die Saison der durch Influenza Viren ausgelösten Grippe-Epidemien reicht in der nördlichen Hemisphäre von November bis März. In der südlichen Hemisphäre tritt die Grippe hauptsächlich zwischen Mai und September auf. Obwohl diese Tatsache als nahezu selbstverständlich gilt, waren die Gründe hierfür noch nicht zufriedenstellend untersucht. Als Gründe für den Ausbruch von Grippeepidemien werden die verschiedensten Faktoren diskutiert. Hierzu gehören: das regen- oder kältebedingte Aufhalten von größeren Menschengruppen in geschlossenen Räumen, saisonell, hormonelle Umstellungen des Immunsystems z.B. durch veränderte Spiegel an Melatonin oder Vitamin D oder die Luftfeuchtigkeit, Temperatur und UV- Einstrahlung in der oberen Athmosphäre. Keine dieser Hypothesen wurde jedoch bislang direkt untersucht.

In der neuen Studie zur Entstehung von Grippewellen durch Influenza Viren wurde daher mit Hilfe von Meerschweinchen der Einfluß von relativer Luftfeuchtigkeit und Temperatur auf die Verbreitung von Influenzaviren untersucht. Hierzu wurden sowohl gesunde als auch mit Grippeviren infizierte Meerschweinchen zusammen in Käfigen gehalten und anschließend verschiedenen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Insbesondere wurden die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur variiert.

Das Ergebnis ist, dass Influenzaviren bei niedriger Luftfeuchtigkeit von 20-35% besonders gut übertragen werden, wogegen bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% die Übertragung von Grippeviren regelrecht blockiert war. Ähnliche Effekte fanden sich auch bei der Temperatur. Tiere, die bie 5 Grad gehalten wurden infizierten sich häufiger als Tiere, die bei 20 Grad zusammenlebten. Bei einer Temperatur von 30 Grad wurd keine Ansteckung mit Grippeviren mehr beobachtet.

Die Ergebnisse legen nahe, dass niedrige Luftfeuchtigkeit, wie sie z.B. beim Heizen von Räumen entsteht zusammen mit kalten Aussentemperaturen die Verbreitung von Influenza viren und damit die Ausbreitung von Grippewellen fördern.

Quelle: Lowen AC, Mubareka S, Steel J, Palese P (2007) Influenza Virus Transmission Is Dependent on Relative Humidity and Temperature. PLoS Pathog 3(10): e151 doi:10.1371/journal.ppat.0030151

© medizin.de 2007-2017 (Dr. Florian Korff)

Redaktion
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