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Kopfschmerzen – Formen, Ursachen und Behandlungstipps

Kopfschmerzen – Formen, Ursachen und Behandlungstipps

Kopfschmerzen sind eine echte Volkskrankheit: Etwa 54 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter anfallsweisen oder chronischen Kopfschmerzen. Das sind 70% der Gesamtbevölkerung. Streng genommen sind Kopfschmerzen allerdings keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Der Körper meldet mit dem Warnsignal Kopfschmerz "irgendetwas stimmt nicht". Ist die Ursache aber bekannt und der Übeltäter identifiziert, hat der Schmerz seine Funktion als Warnsignal verloren. Leider schmerzt der Kopf weiter.

Unterschiedliche Kopfschmerzarten

Den "Kopfschmerz" gibt es nicht! Es werden mehr als 250 Kopfschmerzformen unterschieden. Diebekanntesten Kopfschmerz-Arten sind:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Schmerzmittelentzugs-Kopfschmerz und
  • Begleitkopfschmerz
  • medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz ("Medication overuse Headache")

An dieser Stelle soll ausschließlich der "banale" Kopfschmerz besprochen werden. Er wird auch als Begleit- oder Sekundärkopfschmerz bezeichnet. Migräne und Gefäßverengungen werden hier nicht dargestellt.

Ursachen des Begleitkopfschmerzes

Ursachen eines Begleitkopfschmerzes können sein:

  • Erkältung, Grippe
  • Alkoholexzess ("Kater")
  • nicht oder falsch korrigierte Sehfehler
  • Infekte der oberen Luftwege (Ohrenentzündungen, Stirnhöhlenerkrankungen)
  • orthopädische Erkrankungen
  • Verletzungen, z.B. Schleudertrauma
  • Übermüdung

Kopfschmerz oder Migräne?

Um einen "normalen" Kopfschmerz von einer Migräne abgrenzen zu können, existieren zahlreiche umfangreiche Fragebögen und Diagnoseschemata.

Für eine rasche Entscheidung reichen nicht selten drei Fragen:

  • Haben Sie häufiger Kopfschmerzen, die Sie im Alltag behindern?
  • Dauern die Schmerzen mindestens vier Stunden an?
  • Haben Sie in den vergangenen sechs Monaten neue oder andersartige Kopfschmerzen bekommen?

Vermutlich ist Migräne der Schmerzauslöser, wenn die ersten beiden Fragen mit Ja beantwortet werden, die dritte mit Nein. Das Team um Dr. Roger K. Cady vom Kopfschmerz-Zentrum in Springfield im US-Staat Missouri hat bei mehr als 3.000 Patienten mit bekannter Migräne die Zielgenauigkeit des Fragentrios untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass bei etwa vier von fünf Patienten mit den drei Fragen Migräne festgestellt werden konnte.

Kopfschmerzen behandeln

Um Kopfschmerzen zu behandeln und die Schmerzen rasch zu lindern, stehen eine Reihe schmerzlindernde Arzneimittel zur Verfügung. Neben chemisch-synthetischen Schmerzmitteln sind in der Apotheke auch pflanzliche Präparate gegen Kopfschmerzen rezeptfrei erhältlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, welche Form der Kopfschmerz-Behandlung bzw. welches Schmerzmittel in Ihrem individuellen Fall geeignet ist. Beachten Sie auch die Anwendungshinweise für Kinder.

Wichtig: Treten die Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit oder häufig mit Übelkeit und Erbrechen auf, sind sie anfallsartig, andauernd oder seitenbetont, mit Sehstörungen, nach Schädelverletzungen oder nach Einnahme von Medikamenten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

 Weitere Tipps gegen Kopfschmerzen

Neben der Anwendung von schmerzstillenden Präparaten gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die sich zur Linderung akuter Kopfschmerzen bewährt haben:

  • Entspannung tut gut. Gönnen Sie sich Ruhe und Schlaf.
  • Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga können helfen.
  • Insbesondere bei öfter wiederkehrenden Kopfschmerzen sollten Sie für regelmäßigen Stressabbau sorgen.
  • Frische Luft macht „den Kopf frei“. Leichte Bewegung an der frischen Luft hilft, einen klaren Kopf zu bekommen. Oder Sie gehen ans offene Fenster und atmen ruhig und tief durch. Pralle Sonne sollten Sie jedoch meiden.
  • Rücken stärken. Nicht selten sind Verspannungen im Nackenbereich Ursache für Kopfschmerzen. Überprüfen Sie, ob Ihr Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist. Um die Muskulatur der Halswirbelsäule zu kräftigen, kann ein Muskelaufbautraining hilfreich sein.
  • Ätherisches Öl. Einige Tropfen Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfen und Nacken mehrmals aufgetragen wirken kühlend und unterstützend bei Kopfschmerzen. Fragen Sie Ihren Apotheker.

Magen-Darm auf Trab? Haben Sie Hunger, unregelmäßig gegessen, zu wenig getrunken oder seit Tagen keinen geregelten Stuhlgang? Auch das können Ursachen für Kopfschmerzen sein, die Sie in Zukunft beachten und vermeiden können.

© 2011-2018 medizin.de

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Erkältung (Grippaler Infekt): Ursachen

Erkältung (Grippaler Infekt): Ursachen

Eine Erkältung wird durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Das bedeutet, die Krankheitserreger gelangen in Form winziger Flüssigkeitstropfen in den menschlichen Körper. Typische Übertragungswege sind dabei zum Beispiel Händeschütteln, Niesen oder Küssen. Aber auch auf Oberflächen (wie zum Beispiel Türklinken) finden sich mitunter massenhaft Erkältungsviren. Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheitserregern sind diese in der Lage, viele Stunden an der Umgebungsluft zu überleben. Zum Vergleich: Das HI-Virus überlebt nur wenige Minuten außerhalb des Körpers.

Auslösende Viren

Wie erwähnt sind es meistens Viren, die zu einer Erkältung führen. Durch die Schwächung des Körpers in Folge des Virenbefalls kommt nicht selten eine zusätzliche bakterielle Infektion hinzu. Es handelt sich dann um eine Misch- bzw. Superinfektion. Mehr als 200 Viren sind mittlerweile bekannt, die eine Erkältung auslösen können. Zu den bekanntesten Vertretern gehören folgende Arten:

  • Rhinoviren
  • Coronaviren
  • Adenoviren
  • RS-Viren
  • Para-Influenza-Viren
  • Influenzaviren

In bis zu 40 Prozent der Fälle stehen Rhinoviren hinter den Beschwerden. Das Coronavirus löst etwas jede vierte Erkältung aus und immerhin bis zu 15 Prozent werden durch das RS-Virus ausgelöst. Besonders vielseitig zeigen sich das Influenza- bzw. das Para-Influenza-Virus. Beide können sowohl eine leichte Erkältung als auch eine schwere Grippe auslösen. Ausschlaggebend ist dabei der Allgemeinzustand des Infizierten bzw. die Leistungsfähigkeit seines Immunsystems.

Manchmal erweist sich auch eine vermeintlich harmlose Erkältung als milde Form der Grippe. In jedem Fall muss beides aber unterschiedlich betrachtet werden und ist absolut nicht dasselbe. Bei kindlichen Erkältungen steht noch ein anderer Erreger zur Debatte: Das sogenannte Humane Metapneumo-Virus. Allen Erkältungsviren ist gemein, dass sie sehr schnell mutieren und der Körper somit keine Immunität ausbilden kann, wie dies zum Beispiel bei Windpocken der Fall ist.

Bakterielle Superinfektion

Sehr häufig tritt auch eine bakterielle Infektion auf, nachdem der Organismus bereits durch den Virenbefall geschwächt ist. Mit Abstand am häufigsten sind folgende Bakterien für eine Superinfektion verantwortlich:

  • Staphylokokken
  • Streptokokken
  • Pneumokokken

Alle drei Arten lassen sich effektiv durch Antibiotika bekämpfen. Wichtig ist dabei, dass die Einnahme lange genug erfolgt. Sie darf keinesfalls eigenständig beendet werden, wenn eine Besserung der Symptome auftritt. Es drohen dann ein Rückfall und die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen. Die Pneumokokken sind übrigens auch Auslöser vieler Lungenentzündungen. Bei einer Erkältung beträgt die durchschnittliche Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Symptome (Inkubationszeit) etwa fünf Tage. In dieser Zeit verspürt der Patient noch keinerlei Beschwerden, ist aber bereits ansteckend gegenüber seinen Mitmenschen.

Ansteckungswege und Risikofaktoren

Wie eingangs erwähnt, überleben Erkältungsviren sehr lange auf Oberflächen an der Umgebungsluft. Infolgedessen ist eine Berührung mit infizierten Gegenständen im Alltag praktisch nicht zu vermeiden. Vor allem Spielzeug im Kindergarten ist eine sehr häufige Ansteckungsquelle. Ein effektiver Schutz vor Erkältungen ist daher gründliches Händewaschen. Obwohl die Erkrankung den Namen Erkältung trägt, ist Kälte direkt nicht krankheitsauslösend. Vielmehr schwächt der langanhaltende Aufenthalt in nass-kalter Umgebung die Immunabwehr und macht uns auf diese Art und Weise anfälliger für einen Infekt. Alles was zu einer Schwächung des Immunsystems führt, muss als potenzieller Risikofaktor für eine Erkältung angesehen werden. Neben der genannten Kälte sind dies:

  • Stress
  • Ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Schlafmangel
  • Medikamente
  • Immunschwäche

© medizin.de 2017-2018 (Dr. Florian Korff)

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Erkältung: Wichtige Fragen

Erkältung: Wichtige Fragen

Was ist eine Erkältung?

Unter der Bezeichnung Erkältung ist eine Gruppe von akuten Infektionen der oberen Atemwege zu verstehen. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet „grippaler Infekt“. Das zumeist harmlose Leiden gilt als häufigste Erkrankung weltweit. Erwachsene leiden zwischen zwei- und fünfmal im Jahr unter einer Erkältung. Kinder sind meistens fünf- bis achtmal im Jahr erkältet, manchmal können auch bis zu zehn akute Atemwegsinfekte jährlich auftreten. Der Grund dafür liegt in ihrer noch nicht so vollständig ausgeprägten Immunabwehr. Allerdings trainiert jede Erkältung das Abwehrsystem und trägt so letztendlich sogar zu einer Immunstärkung bei. Der Begriff Erkältung ist zunächst einmal etwas irreführend, da er Kälte als Ursache der Erkrankung suggeriert. Diese ist aber wenn überhaupt nur indirekt für Husten, Schnupfen und Heiserkeit verantwortlich. Eine leichte Unterkühlung kann das Immunsystem tatsächlich vorübergehend schwächen. Gleichzeitig ist unsere Umgebung voller Krankheitserreger und schon eine kurze Herabsetzung der körpereigenen Abwehrmechanismen kann zu einer Erkältung führen. Es stimmt daher schon, dass nasses und kaltes Wetter zu mehr Erkältungen führt. Aus diesem Grund kommen die Beschwerden besonders häufig im Herbst und Winter vor.

Sommergrippe

Aber auch im Sommer leiden viele Menschen unter Erkältungen, diefälschlicherweise oft als „Sommer-Grippe“ bezeichnet werden. Viele Betroffene sind dann verwundert, dass sich bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen auf einmal eine tropfende Nase oder Halsschmerzen einstellen. Die scheinbar ideale Jahreszeit birgt aber auch viele Risiken. So ist der Temperaturunterschied zwischen den sonnigen Mittagsstunden und der Nacht nicht selten sehr hoch. So kann der gemütliche Grillabend – gerade im Spätsommer – durchaus eine recht kühle Angelegenheit werden. Außerdem halten sich die Menschen im Sommer viel mehr außerhalb der Wohnung und lange in der Sonne auf. Der Körper heizt sich auf, umso empfindlicher reagiert unser Immunsystem auf eine plötzliche Abkühlung. Klimaanlagen tun ihr übriges.

Symptome

Ob Sommer oder Winter, eine Erkältung klingt meistens ohne größere Therapie nach rund einer Woche ab. Bei Menschen mit Immunschwäche können die Beschwerden aber chronisch werden und viel heftiger ausfallen. Die bekanntesten Symptome einer Erkältung sind:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Fieber (manchmal)
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Schwächegefühl

Ursachen

Ursache für eine Erkältung sind fast immer Viren. Der Wissenschaft sind heutzutage bereits um die 200 Virus-Arten bekannt, die einen grippalen Infekt auslösen können. Keinesfalls darf eine Erkältung mit einer Grippe verwechselt werden. Letztere wird nur durch spezielle Grippe-Viren verursacht und zeichnet sich außerdem durch einen in der Regel deutlich heftigeren Verlauf aus. Eine Grippe kann potenziell lebensbedrohlich sein. Erkältungen, ebenso wie die Grippe, werden durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Die Therapie besteht in einer Linderung der Symptome, da Antibiotika gegen Viren wirkungslos sind. Allerdings kann zusätzlich zum Virusinfekt auch eine bakterielle Infektion auftreten. Ärzte sprechen dann von einer Super- bzw. Mischinfektion. In diesem Fall sind Antibiotika das Mittel der Wahl. Ansonsten stehen schmerz- und fiebersenkende Medikamente, Halstabletten, Nasensprays und eine große Bandbreite an Hausmitteln zur Verfügung (zum Beispiel Tees mit Honig oder Wadenwickel). Eine gesunde Lebensweise mit abwechslungsreicher Ernährung und ausreichender Bewegung kann die Zahl an Erkältungen vermindern.

Warum bin ich erkältet? Übertragungswege

Eine Erkältung wird durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Das bedeutet, dass die Krankheitserreger in Form winziger Flüssigkeitstropfen in den menschlichen Körper gelangen. Typische Übertragungswege sind dabei zum Beispiel Händeschütteln, Niesen oder Küssen. Aber auch auf zahlreichen Oberflächen (wie zum Beispiel Türklinken) finden sich mitunter massenhaft Erkältungsviren. Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheitserregern sind diese in der Lage, viele Stunden an der Umgebungsluft zu überleben. Zum Vergleich: Das HI-Virus beispielsweise überlebt nur wenige Minuten außerhalb des Körpers.

Viren

Wie erwähnt sind es meistens Viren, die zu einer Erkältung führen. Durch die Schwächung des Körpers in Folge des Virenbefalls kommt nicht selten eine zusätzliche bakterielle Infektion hinzu. Es handelt sich dann um eine Misch- bzw. Superinfektion. Mehr als 200 Viren sind mittlerweile bekannt, die eine Erkältung auslösen können. Zu den bekanntesten Vertretern gehören folgende Arten:

  • Rhinoviren
  • Coronaviren
  • Adenoviren
  • RS-Viren
  • Para-Influenza-Viren
  • Influenzaviren

In bis zu 40 Prozent der Fälle stehen Rhinoviren hinter den Beschwerden. Das Coronavirus löst etwas jede vierte Erkältung aus und immerhin bis zu 15 Prozent werden durch das RS-Virus verursacht. Besonders vielseitig zeigen sich Influenza- bzw. Para-Influenza-Viren. Beide können sowohl eine leichte Erkältung als auch eine schwere Grippe auslösen. Ausschlaggebend ist dabei der Allgemeinzustand des Infizierten bzw. die Leistungsfähigkeit seines Immunsystems. Manchmal erweist sich eine vermeintlich harmlose Erkältung als milde Form der Grippe. In jedem Fall muss beides aber unterschiedlich betrachtet werden und ist absolut nicht dasselbe. Bei kindlichen Erkältungen steht noch ein anderer Erreger zur Debatte: Das sogenannte Humane Metapneumo-Virus. Allen Erkältungsviren ist gemein, dass sie sehr schnell mutieren und der Körper somit keine Immunität ausbilden kann, wie dies zum Beispiel bei Windpocken der Fall ist.

Bakterien

Sehr häufig tritt auch eine bakterielle Infektion aus, nachdem der Organismus bereits durch den Virenbefall geschwächt ist. Mit Abstand am häufigsten sind folgende Bakterien für eine Superinfektion verantwortlich:

  • Staphylokokken
  • Streptokokken
  • Pneumokokken

Alle drei lassen sich effektiv durch Antibiotika bekämpfen. Die Pneumokokken sind auch Auslöser vieler Lungenentzündungen. Bei einer Erkältung beträgt die durchschnittliche Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Symptome (Inkubationszeit) etwa fünf Tage. In dieser Zeit verspürt der Patient noch keinerlei Beschwerden, ist aber bereits ansteckend für seinenMitmenschen. Wie eingangs erwähnt, überleben Erkältungsviren sehr lange auf Oberflächen an der Umgebungsluft. Infolgedessen ist eine Berührung von infizierten Gegenständen im Alltag praktisch nicht zu vermeiden. Vor allem Spielzeug im Kindergarten ist eine sehr häufige Ansteckungsquelle. Ein effektiver Schutz vor Erkältungen ist daher das gründliche Händewaschen. Obwohl die Erkrankung den Namen Erkältung trägt, ist Kälte nicht direkt krankheitsauslösend. Vielmehr schwächt der langanhaltende Aufenthalt in nass-kalter Umgebung die Immunabwehr und macht uns auf diese Art und Weise anfälliger für einen Infekt.

Risikofaktoren

Alles was zu einer Schwächung des Immunsystems führt, muss als potenzieller Risikofaktor für eine Erkältung angesehen werden. Neben der genannten Kälte sind dies:

  • Stress
  • Ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Schlafmangel
  • Medikamente
  • Immunschwäche

Woran erkenne ich eine Erkältung?

Eine Erkältung verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ist unter anderem von der auslösenden Virenart und der individuellen Verfassung des Betroffenen abhängig. Grundsätzlich treten häufig allgemeine Symptome einer Infektionskrankheit auf. Hierzu gehören Kopf- und Gliederschmerzen, ein allgemeines Schwächegefühl und Fieber (vor allem bei Kindern). Typisch für Erkältungen sind weiterhin:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden

Sehr häufig ist das erste Anzeichen einer beginnenden Erkältung ein auffälliges und unangenehmes Kratzen im Hals. Erst einige Tage später treten dann für gewöhnlich die oben genannten Beschwerden auf. Die Kombinationen der verschiedenen Symptome sind aber völlig verschieden. So kann die Nase ständig verstopft sein, Halsweh aber dagegen völlig fehlen. Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Fieber ist nicht zwangsläufig Teil einer Erkältung und triff vernehmlich bei einem stärkeren Verlauf auf. Sehr hohes Fieber kann zudem Anzeichen für eine Grippe sein. Symptomatisch unterscheidet sich eine Erkältung von einer Grippe dadurch, dass bei letzterer – neben dem genannten Fieber – Gliederschmerzen und ein starkes „Gefühl des Krankseins“ im Vordergrund stehen. Schnupfen, Husten und Halsweh spielen bei der Grippe dagegen oftmals keine so große Rolle.

Bei einer starken Erkältung tritt oftmals in Kombination mit einer erhöhten Temperatur Schüttelfrost auf. Das Fieber selber isteine völlig normale Abwehrreaktion des Körpers. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur sollen die Krankheitserreger abgetötet werden. Genau aus diesem Grund ist übrigens auch ein regelmäßiger Gang in die Sauna sehr gesund. Und ebenfalls aus diesem Grund sollte Fieber nur sehr zurückhaltend behandelt werden. Bei einem ansonsten gesunden Menschen darf die Temperatur durchaus die 39 Grad überschreiten. Anders ist dies bei Säuglingen, Kleinkindern, sehr alten Menschen oder jenen mit einer schlechten körperlichen Verfassung. Schnupfen entsteht durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut, der Betroffene spricht dann nasal und die Nasenatmung ist vorübergehend behindert. Manchmal weitet sich eine Erkältung auch auf die Bronchien aus, die sich dann entzünden und starken Husten mit eitrigem Auswurf hervorrufen. Brustschmerzen sind dann ebenfalls ein typisches Symptom. Manchmal steht hinter einer solchen Entzündung der mittleren und unteren Atemwege auch eine sehr ernste Erkrankung wie eine Lungenentzündung (Pneumonie).

Typisch für eine Erkältung ist zudem eine Rachentzündung (Pharyngitis). Diese äußert sich durch äußerst schmerzhafte Schluckbeschwerden, Hustenreiz und einem Trockenheitsgefühl im Hals („Kloß/Frosch im Hals“). Auch der Kehlkopf kann im Rahmen einer Erkältungskrankheit entzündet sein (Laryngitis). Dann verspürt der Patient eine ausgeprägte Heiserkeit, im Extremfall ist die Stimme auch vollständig weg. Besonders bei einer starken Erkältung kommt es gelegentlich zu einer Beteiligung der Ohren. Vor allem eine verstopfte Nase führt zu einer Minderbelüftung des Mittelohrs und damit zu Schmerzen und einem vorübergehend verminderten Hörvermögen. Bei zu starkem Naseputzen tritt gelegentlich Nasenbluten auf. Schlussendlich gehören auch brennende Augen mitunter zu einer Erkältung. Bei Kindern kann sich eine vermeintlich harmlose Erkältung auch zu einem sogenannten Pseudokrupp ausweiten, eine unspezifische Kehlkopferkrankung mit typischerweise bellendem Husten, Atemnot (nicht zwingend) und pfeifenden Geräuschen bei der Einatmung. In diesem Fall sollten Sie sicherheitshalber einen Kinderarzt aufsuchen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Vorweg sei gesagt, dass ein ansonsten gesunder Mensch erst einmal den Verlauf seiner Erkältung abwarten kann. Häufig heilt diese von alleine aus und es muss nicht unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Unbedingt anzuraten ist ein Arztbesuch in folgenden Fällen:

  • Es handelt sich um ein Kleinkind oder sehr alte Menschen
  • Es bestehen Begleiterkrankungen im Bereich der Atemwege (zum Beispiel Asthma)
  • Es besteht eine sonstige schwere Erkrankung und der Patient ist in schlechtem Allgemeinzustand
  • Es besteht eine bekannte Immunschwäche (zum Beispiel durch HIV oder bestimmte Medikamente)
  • Der Patient hat kürzlich eine Reise in tropische Regionen unternommen (vor allem Malaria-Hochrisikogebiete)

Der Arzt führt zunächst eine kurze Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine ebenfalls kurzgehaltene Patientenbefragung durch. Häufig ergibt sich bereits aus der Schilderung der klinischen Symptome eine Verdachtsdiagnose. Treffen keine der oben genannten Punkte zu und ist der Patient gesund, genügt dies manchmal bereits. Zur Sicherheit führt der Mediziner aber meistens doch einige kleinekörperliche Untersuchungen durch. Ein Blick in Mund, Nase und Ohren gehört zum Standartprozedere. Praktisch immer lassen sich stark gerötete Schleimhäute von Rachen und Nase feststellen. Die Zunge zeigt einen weißlich-grauen Belag. Optional lässt der Arzt den Patienten tief einatmen und gegen die zugehaltene Nase ausatmen (Valsalva-Manöver). Ein Blick aufs Trommelfell erlaubt dann Rückschlüsse über die Mittelohrbelüftung. Beim Gesunden wölbt sich das Trommelfell beim Versuch der Ausatmung nach außen.

Weißliche, stäbchenförmige Beläge auf den Rachenmandeln weisen auf eine bakterielle Besiedlung hin – in diesem Fall helfen Antibiotika. Entgegen langjähriger Vermutungen erlaubt die Farbe des Schleims bzw. Auswurfs nur sehr eingeschränkt Rückschlüsse auf die Krankheitsursache oder deren Intensität. Bei schweren Erkrankungen oder einem langen Aufenthalt in den Tropen (siehe oben genannte Kriterien) sind weitere, tiefergehende Untersuchungen notwendig. Von Interesse ist dann zum Beispiel, ob es nur eine Erkältung oder doch eine Grippe ist. Dies lässt sich mittels Blutuntersuchungund Schleimhaut-Abstrich herausfinden. Im Sekret der Schleimhäute sind Grippeviren direkt nachweisbar, während im Blut entsprechende Antikörper vorhanden sind. Letztere sind aber erst nach einigen Krankheitstagen in ausreichender Konzentration vorhanden.

Zum Ausschluss einer schweren Bronchitis oder Lungenentzündung hört der Arzt die Lunge ab. Auch hier ist ein Bluttest sinnvoll, denn insbesondere bei einer Lungenentzündung sind die Entzündungsparameter, vor allem das C-reaktive Protein (CRP) und die Leukozyten, massiv erhöht. Sicherheit liefert zudem ein Röntgenbild der Lunge. Bei einer schweren Erkältung, aber vor allem auch bei einer Grippe sind die Lymphknoten geschwollen. Diese werden ebenfalls durch den Arzt abgetastet. Manchmal empfiehlt sich auch ein Abstrich von den Mandeln.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In den meisten Fällen heilt eine Erkältung von alleine wieder aus. Rund sieben bis zehn Tage dauert es, bis die akuten Beschwerden abklingen. Spätestens nach zwei Wochen ist dann nichts mehr zu spüren. Lediglich ein allgemeines Schwächegefühl und Müdigkeit können noch einige Wochen spürbar sein, je nachdem wie schwer die Erkältung war. Auch ist nicht immer ein Arztbesuch notwendig. Ein junger und gesunder Mensch kann die Erkältung durchaus zu Hause selber auskurieren. Kranke und geschwächte Menschen sollten aber aus Sicherheitsgründen nicht auf den Gang in die Praxis verzichten. Das Gleiche gilt für sehr alte Menschen oder Kleinkinder. Zum Ausschluss einer mitunter lebensbedrohlichen Infektionskrankheit sollten auch all jene Patienten zum Arzt gehen, die erst kürzlich für längere Zeit ein tropisches Land bereist haben.

Antibiotika sind bei einer Erkältung zunächst einmal wirkungslos, da in aller Regel Viren ursächlich sind. In vielen Fällen ist der Organismus durch die Erreger aber so geschwächt, dass eine bakterielle Infektion hinzukommt. Die Fachwelt nennt eine gleichzeitig durch Viren und Bakterien hervorgerufene Erkrankung Super- oder Mischinfektion. In diesem Fall sind Antibiotika auf jeden Fall angezeigt, da sie zumindest einmal die krankmachenden (pathogenen) Bakterien beseitigen. Damit wird dann auch die Heilung des Virusinfekts unterstützt, da das Immunsystem gewissermaßen entlastet wird. Ist dies aber nicht der Fall, beschränkt sich die Therapie auf eine Linderung der Symptome:

Halsschmerzen: Hierzu steht dem Patienten eine große Bandbreite an Lutschpastillen zur Verfügung. Diese haben zumeist einen desinfizierenden Effekt und sorgen auf diese Weise zumindest einmal für eine lokale Reduktion der Krankheitserreger (vor allem im Mund-Rachenraum). Manche Präparate enthalten zusätzlich Lokalanästhetika (meistens Lidocain) zur Schmerzlinderung. Zudem gibt es recht aggressive Lösungen zum Gurgeln. Wirkstoffe wie Chlorhexidin bekämpfen effektiv die krankmachenden Mikroorganismen, zerstören aber auch die natürliche bakterielle Mundflora. Daher sollten diese nur mit Vorsicht angewendet werden. Grundsätzlich empfehlen sich eine Schonung der Stimme und gegebenenfalls die Kühlung der gereizten Schleimhäute mit Eis.

Schnupfen: Mittel der Wahl bei Schnupfen und gleichzeitig mit Vorsicht zu genießen sind abschwellende Nasensprays (seltener Nasentropfen). Der zumeist enthaltende Wirkstoff Xylometazolinhydrochlorid sorgt für eine regionale Verengung der Blutgefäße (Vasodilatation) in der Nasenschleimhaut. Dadurch schwillt diese ab, die Nase wird innerhalb von Sekunden freier und das Sekret kann abfließen. Arzneimittel dieser Art führen aber rasch zu einer Austrocknung der Nasenschleimhaut und der Patient benötigt immer mehr davon um die Nase freizuhalten (Suchtgefahr). Daher sollte eine Anwendung höchstens sieben Tage erfolgen. Vor allem bei Kindern sollte Xylometazolinhydrochlorid nur sehr zurückhaltend angewendet werden. Idealerweise sorgen Sie für eine gleichzeitige Befeuchtung der Nase durch Salben oder Meerwassersprays. Letztere stellen eine schonende Alternative zu abschwellenden Sprays dar. Auch die Nasendusche befreit effektiv von Schnupfen, ebenso wie eine Inhalation mit Salz oder ätherischen Ölen. Eine wunde Nasenschleimhaut lässt sich mit Dexpanthenol gut behandeln.

Husten: Der Husten ist zwar lästig, übernimmt aber eine wichtige Reinigungsfunktion der Atemwege. Insofern sollte der Abtransport von Schleim unterstützt werden. Spezielle Schleimlöser in Kombination mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr helfen bei einer Befreiung der Atemwege, in dem sie das Sekret mit Wasser anreichern und dieses dadurch fließfähig halten. Problematisch ist mitunter die magenreizende Nebenwirkung. Hustenstiller hemmen den Hustenreiz im Gehirn und stehen damit einem Schleimtransport entgegen. Aus diesem Grund dürfen diese nur nach ausdrücklicher ärztlicher Verordnung zum Beispiel abends genommen werden, um einen ruhigen Schlaf zu gewährleisten. Inhalationen können ebenfalls hustenstillend wirken.

Fieber: Fieber hat eine schützende Funktion, indem es Krankheitserreger abtötet. Fiebersenkende Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol sollten daher nur sehr sparsam angewendet werden. Gesunde sollten das Fieber ruhig „gewähren lassen“, sofern es nicht auf die 40 Grad zugeht. Ein kräftiger Fieberschub führt – wie ein Saunagang – zu einer deutlichen Reduktion von Viren und Bakterien. Fieberkrämpfe treten vorwiegend beim Kleinkind auf und sollten sicherheitshalber ärztlich abgeklärt werden. Menschen in schlechtem Allgemeinzustand sollten allzu hohes Fieber hingegen durch Medikamente und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr senken.

Was kann ich selbst gegen eine Erkältung tun?

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die Sie bei einer Erkältung selber ergreifen können. Da es sich meistens um eine harmlose Erkrankung handelt, ist auch ein Arztbesuch nicht immer zwingend notwendig. In der Regel verheilt eine Erkältung nach ungefähr einer Woche. Spätestensnach 14 Tagen sind die letzten Beschwerden verschwunden. Lediglich ein allgemeines Gefühl der Schwäche und Müdigkeit kann noch länger vorhanden sein. Die eigenen Maßnahmen beschränken sich auf eine Linderung der Symptome und Steigerung des Wohlbefindens, sofern dies im Rahmen einer Erkältung möglich ist. An der ersten Stelle steht eine körperliche Schonung, wobei das nicht zwingend bedeutet, dass Sie den ganzen Tag zu Hause im Bett verbringen müssen. Gerade bei leichteren Formen kann ein ruhiger Spaziergang an der frischen Luft effektiv zur Genesung und einem besseren Körpergefühl beitragen. Achten Sie aber unbedingt auf eine der Wetterlage entsprechenden Bekleidung. Bei Regen und Sturm sollten sie aber besser zu Hause bleiben. Das gilt auch für starkes Fieber oder einen sonstigen schweren Verlauf.

Gegen Halsschmerzen stehen Lutschpastillen mit Eukalyptus oder Thymian zur Verfügung. Wie für Entzündungen typisch, lindern auch regional begrenzte Kälteanwendungen die Schmerzen. So bekommen zum Beispiel Patienten nach einer Mandelentfernung auf Station Eis serviert. Diesen Effekt kann man sich durchaus auch bei Halsschmerzen zunutze machen. Um einer Verschleimung vorzubeugen, sollten Wassereis oder Eiswürfel bevorzugt werden. Hartnäckiger Schnupfen kann rasch mittels abschwellenden Nasensprays gelindert werden. Es ist aber in jedem Fall keine schlechte Idee, auf diese Produkte erst einmal zu verzichten und esmit eigenen Maßnahmen zu probieren. Eine Nasendusche beispielsweise spült sowohl Nasenhaupt- als auch Nasennebenhöhlen frei ohne die Schleimhäute anschließend auszutrocknen. Es dauert hierbei zwar länger bis die Nase richtig frei wird. Der Effekt ist dafür aber wesentlich schonender und vor allem langanhaltender als mit herkömmlichen Nasensprays. Die Inhalation mit Salzwasser oder ätherischen Ölen kann Sie auf dem Weg zur freien Nase unterstützen. Gerade abends sind alle Maßnahmen zur Befreiung einer verstopften Nase sinnvoll. Das fördert einen erholsamen Schlaf und verhindert eine Atmung durch den Mund, die wiederum Halsschmerzen verursachen kann.

Auch Husten lässt sich effektiv mit ein paar Hausmitteln lindern. Am wichtigsten für die Schleimlösung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinken Sie optimalerweise mindestens zwei bis drei Liter Wasser oder Tee um das Sekret maximal fließfähig zu halten. Sehr hilfreich sind Inhalationen mit Eukalyptus oder Minze. Allzu scharfe Verbindungen sind aber vor allem bei Kindern und Asthmatikern unbedingt zu vermeiden. Weiterhin stehen Hustenbonbons zur Verfügung. Fieber sollte erst einmal nur gesenkt werden, wenn der Patient stark darunter leidet. Als natürliche Schutzfunktion reguliert der Organismus die Körpertemperatur hoch und vernichtet auf diese Art und Weise Krankheitserreger. Deswegen ist eine Fiebersenkung erst einmal kontraproduktiv. Wie erwähnt kann es aber in einigen Fällen doch sinnvoll sein, die Temperatur abzusenken. Vor allem bei kleinen Kindern oder alten, kranken Personen kann ein zu hohes Fieber schädlich und quälend sein. Ist das Fieber noch weit genug von der 40-Grad-Grenze entfernt, muss nicht sofort auf fiebersenkende Medikamente (Antipyretika) zurückgriffen werden. Viel trinken senkt ebenso die Temperatur wie Wadenwickel, wenn auch nur in sehr überschaubarer Weise. Auch ein kühlender Lappen auf die Stirn kann hilfreich sein. Lindenblütentee ist sicherlich nicht schädlich, einen durchschlagenden Effekt sollten Sie aber nicht erwarten. Wichtige Faustregel: Der Patient darf nie frieren! Körperliche Schonung ist ebenfalls wichtig.

Wie kann ich einer Erkältung vorbeugen ?

Die Erkältung gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Welt. Erwachsene sind bis zu fünf-, Kinder bis zu zehnmal pro Jahr davon betroffen. Grundsätzlich ist eine ab und an auftretende Erkältung also kein Grund zur Sorge. Dennoch gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, der lästigen Erscheinung vorzubeugen. Ein völliges Fehlen von Erkältungen ist kaum realistisch, Sie können aber die Häufigkeit signifikant verringern. Der Überbegriff für eine erfolgreiche Prophylaxe lautet „gesunde Lebensweise“. Durch ausreichenden Schlaf beispielsweise gönnen Sie ihrem Körper die Ruhe, die er nach einem anstrengenden Tag braucht. Das Immunsystem ist von der ersten bis zur letzten Minute unseres Lebens damit beschäftigt, uns vor Milliarden von Krankheitserregern zu schützen. Leicht vorstellbar, dass ausreichende Ruhezeiten zu einer Stärkung unserer Abwehrkräfte beitragen.

So schwierig es in der heutigen schnelllebigen Welt auch sein mag: Versuchen Sie, übermäßigen und vor allem negativen Stress zu vermeiden. Was hat Stress mit Erkältungen zu tun? Wenn wir sprichwörtlich „ständig unter Strom stehen“, schütten die Nebennieren Stresshormone aus. Am wichtigsten ist hier Kortisol, als Medikament angewendet auch Kortison genannt. Wofür wird Kortison in der Medizin eingesetzt? Zur Behandlung von schweren Entzündungen durch Unterdrückung des Immunsystems! Genau dies passiert auch, wenn der Körper selber dieses Hormon produziert. Die Abwehr von Krankheitserregern wird nachhaltig herabgesetzt und wir werden schneller krank. Entspannungsübungen und regelmäßiger Sport helfen beim Abbau von Stress und wirken sich positiv auf das körperliche Wohlbefinden aus.

Sport hilft auch bei der Normalisierung überhöhter Blutzuckerwerte. Diese nämlich, vor allem beim Vollbild eines Diabetes mellitus, erhöhten die Infektanfälligkeit ganz signifikant. Erkältungen treten häufiger auf, verlaufen heftiger und heilen langsamer aus. Vermutlich schädigen die reichlich vorhandenen Blutzuckermoleküle Teile unseres komplexen Immunsystems. Insgesamt sollten Sie sich ausgewogen ernähren und auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen achten. Vitamin C kommt eine entscheidende Bedeutung in der Abwehr von Erkältungsviren zu. Das auch unter der Bezeichnung Ascorbinsäure bekannte Vitamin ist vor allem in Zitrusfrüchten, Brokkoli, Kiwis und Paprika enthalten. Auch Zink ist ein wichtiger Helfer unseres Immunsystems. Bekannte Zinklieferaten sind zum Beispiel:

  • Meeresfrüchte
  • Erdnüsse
  • Kalbsleber
  • Lammkeule

Bekanntermaßen fördernd für die Immunabwehr sind auch regelmäßige Saunagänge und Wechselduschen. Manchmal ist eine gestörte Darmflora schuld an häufigen Erkältungen. Hier stehen zahlreiche sogenannte Probiotika zur Verfügung, die allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Auch Milchprodukte wie Joghurt oder Kefir stärken das Immunsystem. Die wohl wichtigste Form der Prophylaxe ist aber ein ausreichend häufiges und gründliches Händewaschen.

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe?

„Ich habe die Grippe!“ Diesen Satz hört man nicht selten von einem hustenden und schniefenden Zeitgenossen. Umgangssprachlich wird eine Erkältung häufig als Grippe bezeichnet. Medizinisch betrachtet ist dies aber nicht korrekt und es handelt sich um zwei verschiedene, wenn auch manchmal ähnliche Krankheitsbilder. Die Erkältung wird durch bis zu 200 verschiedene Viren ausgelöst und aufgrund ihrersymptomatischen Ähnlichkeit zur Grippe als „grippaler Infekt“ bezeichnet. Auch wenn am Anfang einer Erkältung praktisch immer Viren als Auslöser stehen, kommt es häufig zu einer parallel verlaufenden Infektion mit Bakterien. Nur gegen sie sind Antibiotika wirksam. Eine Erkältung ist in aller Regel völlig harmlos und verheilt innerhalb einer Woche folgenlos. Spätestens nach 14 Tagen sind keine Beschwerden mehr feststellbar. Lediglich ein allgemeines Krankheitsgefühl und eine ausgeprägte Müdigkeit können noch einige Tage bis Wochen bestehen bleiben. Bei einer Erkältung stehen die regionalen Symptome eines Atemwegsinfekts im Vordergrund. Dies sind in erster Linie:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit

Eine Grippe wird durch Influenza- oder Parainfluenza-Viren ausgelöst und verläuft in der Regel heftiger, außerdem setzen die Beschwerden plötzlicher ein. Zwar stellt sie für den gesunden und kräftigen Menschen meistens kein allzu großes Problem dar, für Kleinkinder sowie alte und kranke Menschen kann sie aber durchaus lebensgefährlich sein. Auch bei der Grippe gehören häufig Atemwegs-Symptome zum klinischen Bild, im Vordergrund stehen aber systemische (den gesamten Körper betreffende) Beschwerden wie:

  • Starke Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Extrem geringe körperliche Leistungsfähigkeit

Auf jeden Fall bedürfen die genannten Symptome einer ärztlichen Abklärung. Tatsächlich können die Grippeviren aber auch eine Erkältung auslösen, die meisten Erkältungsviren aber keine Grippe. Symptomatisch kann auch nicht immer eine klare Unterscheidung getroffen werden. So kann hinter einer scheinbaren Grippe auch eine schwere Erkältung stehen. Im Umkehrschluss kann eine Grippe auch derartig mild verlaufen, dass sie für eine Erkältung gehalten wird. Der wichtigste Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe ist aber ihre Gefährlichkeit. Erkältungen sind praktisch immer harmlos, die Grippe kann lebensgefährlich sein. Im Übrigen kann eine Erkältung bei bakterieller Beteiligung mit Antibiotika effektiv gelindert werden. Bei einer Grippe ist dies nicht möglich, da hier das Influenzavirus (oder das Para-Influenzavirus) alleine ausschlaggebend ist.

Ist eine Erkältung heilbar?

Ja, eine Erkältung ist heilbar. In den meisten Fällen heilt sie sogar von alleine und ohne jegliche Folgen nach rund sieben Tagen aus. Bei einem durchschnittlichen Verlauf der Erkrankung kann nach spätestens zwei Wochen mit einer völligen Symptomfreiheit gerechnet werden. War die Erkältung sehr schwer, können mitunter auch noch länger Schwäche und Müdigkeit auftreten. Bleibende Schäden hinterlässt eine Erkältung aber nie. Dennoch empfiehlt sich manchmal ein Arztbesuch. Vor allem,wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Es handelt sich um ein Kleinkind oder sehr alte Menschen
  • Es bestehen Begleiterkrankungen im Bereich der Atemwege (zum Beispiel Asthma)
  • Es besteht eine sonstige schwere Erkrankung und der Patient ist in schlechtem Allgemeinzustand
  • Es besteht eine bekannte Immunschwäche (zum Beispiel durch HIV oder bestimmte Medikamente)
  • Der Patient hat kürzlich eine Reise in tropische Regionen unternommen (vor allem Malaria-Hochrisikogebiete)

Manchmal müssen evtl. Begleiterkrankungen wie eine schwere Bronchitis oder Lungenentzündung ausgeschlossen werden. Sind Sie gesund und die genannten Kriterien sind nicht erfüllt spricht nichts dagegen, die Erkältung von alleine ausheilen zu lassen. Mit einer Reihe von Arznei- und Hausmitteln lässt sich die Heilung gut unterstützen. Bei guter Immunabwehr kann aber auch vollständig auf eine Therapie verzichtet werden. Das sollte individuell davon abhängig gemacht werden, wie lästig oder belastend die Symptome sind. Es ist schon ratsam, das Abhusten von Schleim zu unterstützen. Auch ist es nicht nötig, sich starken Kopfschmerzen kampflos hinzugeben. Antibiotika dagegen helfen nur, wenn Bakterien an der Krankheitsentstehung beteiligt sind. Hierzu ist ein Arztbesuch unerlässlich, da es diese Wirkstoffe lediglich auf Verschreibung in der Apotheke gibt. Nur bei einer sehr schweren Grunderkrankung und einem desolaten Allgemeinzustand kann sogar eine Erkältung gefährlich werden. In aller Regel ist sie aber völlig harmlos und auf jeden Fall heilbar!

Gibt es Risikogruppen für eine Erkältung?

Jeder Mensch ist in seinem Leben hin und wieder von einer Erkältung betroffen. Erwachsene leiden durchschnittlich zwei- bis fünfmal im Jahr an den lästigen Symptomen. Kinder erkälten sich im Laufe von zwölf Monaten ungefähr fünf- bis zehnmal. Daher können Kinder bereits als eine Risikogruppe für Erkältungen identifiziert werden. Grund zur Sorge besteht aber nicht, es handelt sich dabei um ein völlig normales Phänomen. Das Immunsystem ist bei Kindern einfach noch nicht so ausgeprägt und leistungsfähig, wie bei den älteren Zeitgenossen. Beruhigend kann außerdem festgestellt werden, dass jede Erkältung im Kindesalter das Immunsystem trainiert. Treten die Erkältungen aber mehr als zehnmal jährlich auf oder erholt sich das Kind dazwischen kaum richtig, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen.

Diabetiker gehören ebenfalls zur Risikogruppe, nicht nur für Erkältungen. Sie sind allgemein viel gefährdeter für eine Infektion. Die ständig erhöhten Zuckerwerte schwächen auf eine wissenschaftlich noch nicht genau identifizierte Art und Weise das Immunsystem. Daher ist es besonders wichtig, den Diabetes mellitus therapeutisch optimal einstellen zu lassen. So lassen sich ständig wiederkehrende Erkältungen vermeiden. Im Rahmen eines Diabetes mellitus verlaufen Infektionskrankheiten meist wesentlich heftiger. Gleichzeitig verheilen sie langsamer und der Patient erholt sich nur schwer. Menschen mit einem hohen Stresslevel sind ebenfalls öfters erkältet, zumindest wenn sie keine entsprechenden Gegenmaßnahmen ergreifen. Der ständige Stress führt zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Kortisol aus der Nebennierenrinde. Wir kennen den Effekt von Kortisol aus der Medizin, wo espharmazeutisch hergestellt als Kortison gegen Entzündungen verwendet wird. Der entzündungshemmende Effekt beruht auf einer Unterdrückung der Immunabwehr. Genau das passiert auch bei andauerndem Stress. Das körpereigene Kortisol macht den Organismus anfälliger für Krankheitserreger und damit auch für Erkältungen.

Grundsätzlich gehören zudem alle Menschen mit schwachem Immunsystem zur Risikogruppe für Erkältungen. Eine Immunschwäche kann angeboren oder erworben sein. AIDS ist die bekannteste Immunschwächekrankheit. Aber auch bestimmte Medikamente setzen die körpereigenen Abwehrmechanismen derart außer Kraft, dass ständige Erkältungen auftreten können. Neben dem bereits erwähnten Kortisol bzw. Kortison sind dies vor allem Arzneimittel, die im Rahmen einer Organtransplantation eine Abstoßungsreaktion verhindern sollen. Auch Chemotherapie und Bestrahlung stören das Immunsystem und erhöhen das Erkältungsrisiko signifikant. Dasselbe gilt für eine ständig ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung.

© medizin.de 2017 (Dr. Florian Korff)

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Antidepressiva

Antidepressiva: Wirksamkeit durch Vebrauch von Glukose messbar

Wer an Depressionen leidet hat oftmals bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Hoffnung machen spezielle Antidepressiva. Diese Arzneimittel versprechen eine Besserung der Stimmung. Vor allem moderne Vertreter (SSRI) gelten als wirksam und nebenwirkungsarm. Manche Patienten sprechen aber nicht auf Antidepressiva an. Vorhersagen, ob ein Medikament wirkt, gibt es nicht. Kostbare Therapiezeit geht verloren. Eine neue Methode aus den USA lässt hoffen, dass sich dies bald ändert.

Zuckerverbrauch im Gehirn messen

US-Forscher der Emory University in Atlanta (Georgia)  haben ein Verfahren entdeckt, dass möglicherweise Rückschlüsse darüber zulässt, ob ein Antidepressivum beim Patienten wird oder nicht. 82 depressive Patienten wurden unter Leitung von Wissenschaftlerin Helen Mayberg untersucht. Im Anschluss erhielten sie radioaktiv markierten Traubenzucker (Glukose). Mit bildgebenden Verfahren begutachteten die Forscher, welche Hirnregionen besonders viel Traubenzucker aufnehmen. Hier ist der Stoffwechsel besonders aktiv.

Die Unterschiede zwischen den Patienten waren eindrucksvoll; insbesondere in dem für die Gefühlswelt verantwortlichen Hirnzentren (Limbisches System). Hier vermuten Neurologen die Entstehung von Depressionen. Je mehr Traubenzucker aufgenommen wird, desto aktiver ist das Limbische System. Und – so die Theorie der Forscher – desto mehr Antidepressiva kann die Hirnregion aufnehmen. Bei diesen Patienten sind Medikamente möglicherweise die effektivste Therapie gegen Depressionen.

Geringe Zuckeraufnahme – geringe Wirkung?

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Die Probanden mit geringer Zuckeraufnahme profitieren vermutlich weniger von Antidepressiva. Hier sind alternative Behandlungen wie eine Verhaltens- oder Sporttherapie und tiefenpsychologische Ansätze gefragt. Es besteht Anlass zur Hoffnung, dass sich die Wirksamkeit von Antidepressiva irgendwann vorhersagen lässt. Hierzu sind aber weitere Studien notwendig.

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer)

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Lithium verringert Suizide bei Depressionen

Lithium verringert Suizide bei Depressionen

Bereits seit 1949 ist die gegen Suizid präventive Wirkung von Lithium im Rahmen von Depressionen bekannt. Der Psychiater John F. Cade beschrieb im genannten Jahr als erster den segensreichen Effekt des Alkalimetalls und einiger seiner Salze. Bereits kurz danach begann der Siegeszug des Lithiums in der Psychiatrie. Mitte der 1950er Jahre gehörte es zum festen Spektrum in der Therapie von verschiedenen Formen der Depression bzw. der einhergehenden Affektstörungen. Dabei wirkt Lithium keineswegs nur hemmend auf die depressiven Symptome selber. Vielmehr wirkt es auch präventiv auf die Bereitschaft zum Selbstmord. Eine kürzlich von der Universität Oxford durchgeführte Metaanalyse bestätigte einmal mehr die eindrucksvolle Wirkung von Lithium.

Depressionen und Suizide werden häufiger

Weltweit nehmen die Fallzahlen an Depressionen zu. Damit einhergehend erhöht sich insbesondere in den modernen Industriestaaten auch die Zahl an versuchten und durchgeführten Suiziden. Alleine in Deutschland geht schätzungsweise mindestens die Hälfte der rund 11.000 Suizide auf das Konto einer gar nicht oder nicht ausreichend behandelten Depression. Das individuelle Suizidrisiko ist bei jedem Patient mit einer Depression verschieden, dennoch lässt sich festhalten: Personen mit einer schweren, zu Rückfällen neigenden Depression haben ein durchschnittlich 30-fach erhöhtes Selbstmordrisiko als Gesunde. Dabei ist es zunächst einmal zweitrangig, um welche Form der Affektstörung es sich handelt – jede Form bringt eine signifikante Erhöhung der Bereitschaft zur Selbsttötung mit sich.

Grundsätzlich eignet sich eine Lithiumtherapie sowohl für die bipolare Störung (manische Depression) als auch für eine unipolare Störung in Form einer wiederkehrenden Depression. Insbesondere gegen die manisch-depressive Erkrankung wird Lithium seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt.

Lithium: Noch bessere Suizidprävention als vermutet

Die hochgradige Wirksamkeit von Lithium konnte unlängst von einem britischen Forscherteam unter der Leitung des Dozenten für Psychiatrie Andrea Cipriani im Rahmen einer Metaanalyse bestätigt werden. Dabei trugen die Wissenschaftler sämtliche Daten aus insgesamt 48 Studien der vergangenen Jahre zusammen. Insgesamt werteten die britischen Forscher dabei Material von insgesamt 6674 Patienten in Bezug auf ihre depressive Symptomatik und das einhergehende Suizidrisiko aus. Das Ergebnis war verblüffend: Verglichen mit einem Placebo senkte Lithium die Selbstmordrate um eindrucksvolle 93 %. Daraus resultiert ein Rückgang desGesamtsterberisikos um ebenfalls signifikante 62 %.

Der entscheidende Unterschied zwischen den häufig verschriebenen Antidepressiva und Lithium ist Folgender: Ein Antidepressivum reduziert oder beseitigt bei den meisten Patienten zwar die depressiven Symptome, es vermag aber nicht das Risiko von affektiven Handlungen zu beeinflussen. Will heißen: Auch bei der Einnahme von Antidepressiva kann es v. a. bei Patienten mit einer schweren Depression zu plötzlichen Kurzschlusshandlungen gegen das eigene Leben kommen, obwohl sich die Grundstimmung entscheidend gebessert hat. Lithium hingegen wirkt genau gegen diese Bereitschaft und dient somit der Selbstmordprävention.

Aber auch die stimmungsaufhellende Wirkung von Lithium übertrifft die von vielen Antidepressiva. So konnte in den Untersuchungen von Andrea Cipriani eine therapeutische Überlegenheit von Lithium gegenüber Arzneimitteln wie Valproat, Olanzapin, Lamotrigin und Amitriptylin festgestellt werden. Gegenüber Carbamazepin erzielte Lithium sogar eine derart effektivere Wirkung, dass die Vorraussetzungen einer Signifikanz gegeben sind.

Nebenwirkungen müssen beachtet werden

Trotz der insgesamt hervorragenden Wirksamkeit von Lithium müssen die Nebenwirkungen beachtet werden. Der geringen therapeutischen Breite des Wirkstoffes stehen die Gefahr von Schädigungen bestimmter Organe, insbesondere den Nieren und der Schilddrüse gegenüber. Auch klagen nicht wenige Patienten über eine deutliche Gewichtszunahme, die in direktem Zusammenhang mit der Lithiumeinnahme zu sehen ist. Insgesamt gehört auch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Lethargie zum Spektrum der Nebenwirkungen. Cipriani führt aber an, dass sich diese Nebenwirkungen bei einer engmaschigen Kontrolle des Blutpegels und einer möglichst niedrigen Dosierung weitestgehend begrenzen lassen. Im Vordergrund steht klar die positive Wirkung.

Quellenangabe:

  • Pressemitteilung BMJ Group (27.06.2013)
  • Dt. Ärzteblatt (28.06.2013)
  • Chemie für Mediziner (Axel Zeeck), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH
  • Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie (Klaus Lieb, Sabine Frauenknecht), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH
  • Pharmakologie und Toxikologie (Heinz Lüllmann, Klaus Mohr, Lutz Hein), Thieme-Verlag

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Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Ständige Schwermut, Gefühllosigkeit, Desinteresse: Nur drei von zahlreichen Symptomen einer Depression. Das seelische Leiden ist längst zur Volkskrankheit geworden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass Depressionen im Jahr 2020 auf Platz zwei der weltweit häufigsten Krankheiten stehen werden. Nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch häufiger. Seit den 1950er-Jahren gibt es spezielle Medikamente, die Antidepressiva. Amitriptylin gehört zu diesen Wirkstoffen der ersten Stunde. Und es hilft auch bei bestimmten Schmerzen.

Seit 1961 auf dem Markt

Die ersten Medikamente gegen Depressionen werden als „trizyklische Antidepressiva“ bezeichnet. Zu dieser Gruppe gehört Amitriptylin. Ausgangssubstanz dieser Antidepressiva war die Verbindung Chlorpromazin, die der französische Chemiker Paul Charpentier 1950 erstmalig synthetisierte. Die Substanz wirkte gegen Allergie-Beschwerden, zeigte aber auch eine stark beruhigende Wirkung. In den Folgejahren wurden immer neue Abkömmlinge entwickelt, bis der Pharmakonzern Merck 1961 Amitriptylin auf dem Markt brachte.

Amitriptylin: Ein Alleskönner?

Amitriptylin ist kein Alleskönner, der Begriff „Multitalent“ passt besser. Das Arzneimittel wirkt nicht nur gegen Depressionen, sondern auch gegen chronische Schmerzen. Vor allem in der Behandlung der chronischen Schmerzerkrankung Fibromyalgie erzielt Amitriptylin Erfolge. Aus diesem Grund wird das Medikament auch heute noch sehr häufig verschrieben, obwohl es modernere Antidepressiva gibt. Schmerzpatienten können zudem besser Schlafen und Schmerzattacken werden als nicht mehr ganz so belastend angesehen. Die Dosierung unterscheidet sich je nach Indikation:

  • Depressionen: 100 – 150 mg
  • Schmerzen: 5 – 25 mg

Aufgrund seiner schlaffördernden Wirkung sollten Sie Amitriptylin abends einnehmen. Moderne Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) werden morgens eingenommen. Sie besitzen einen antriebssteigernden Effekt.

Weitere Indikationen von Amitriptylin

Amitriptylin hemmt auch die Produktion von Speichel. Ärzte nutzen diesen Effekt bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS).

Verschiedene Wirkungen auf das Gehirn

In unserem Gehirn fließen ständig Informationen von einer Region zur nächsten. Um solche Nervenimpulse weiterzuleiten, bedarf es spezieller Botenstoffe. Hier greifen Amitriptylin (und andere Antidepressiva) ein. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass diese Botenstoffe nicht zu einem großen Teil wieder in die Nervenzellen aufgenommen werden. Dadurch erhöht sich deren Gehalt im Nervenwasser, was sich positiv auf die Stimmung auswirkt. Amitriptylin wirkt auf die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Ein Mangel dieser Verbindungen kann zu Depressionen führen.

Forscher vermuten weitere Wirkungen von Amitriptylin auf den Stoffwechsel unseres Gehirns. So wird die Aktivität eines Botenstoffs mit dem Namen Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärkt. GABA ist der wichtigste hemmende Signalstoff unseres Gehirns. Hierdurch entfaltet Amitriptylin seine beruhigende und schlaffördernde Wirkung.

Stimmungsaufhellung lässt lange auf sich warten

Eins haben alle Antidepressiva gemeinsam: Der stimmungsaufhellende Effekt lässt lange auf sich warten. Erst nach etwa zwei Wochen dürfen Sie mit einer Linderung der Schwermut rechnen. Es ist völlig normal, dass Sie anfangs keine Änderung spüren. Nehmen Sie das Medikament unbedingt weiter! Bis zur vollen Wirkung können sogar sechs bis zwölf Wochen vergehen. Sollte jedoch überhaupt keine Besserung eintreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Gegebenenfalls müssen Sie auf ein anderes Präparat umsteigen. Übrigens treten mögliche Nebenwirkungen gerade anfangs auf.

Wirkungen treten nach und nach ein

  • Beruhigende Wirkung: Nach etwa einer Einnahmewoche entfaltet sich der beruhigende und schlaffördernde Effekt
  • Antidepressive Wirkung: Nach frühestens zwei bis drei Wochen hellt sich die Stimmung langsam auf. Gleichzeitig lösen sich langsam aber sicher negative Gedanken.

Amitriptylin macht nicht süchtig

Wie bei anderen Antidepressiva brauchen Sie bei Amitriptylin keine Abhängigkeit zu befürchten. Es ist zur Langzeitanwendung zugelassen. Wenn sich Ihre Beschwerden gebessert haben, sollten Sie die Einnahme noch für mindestens sechs Monate weiterführen. Depressionen werden am besten durch eine Kombination aus Medikamenten, Psychotherapie und Sport behandelt. Sie können Amitriptylin in Form von Kapseln oder Filmtabletten einnehmen. Dies kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.  Die Aufnahme erfolgt durch den Darm, der Abbau durch die Nieren.

Gewichtszunahme ist möglich

Eine Gewichtszunahme unter Amitriptylin ist möglich. Etwa jeder Zehnte Patient nimmt von Amitriptylin zu. Durch die Wirkungen im Gehirn kann das Sättigungsgefühl vermindert werden. Sie können einer Zunahme aber meistens vermeiden, indem Sie auf Ihre Ernährung und ausreichende Bewegung achten. Sport ist bei Depressionen ohnehin sehr empfehlenswert. Nehmen Sie trotzdem an Gewicht zu, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eventuell findet sich ein passenderes Präparat ohne diese Nebenwirkung.

Weitere Nebenwirkungen von Amitriptylin

Amitriptylin gilt als gut verträglich. Wie jedes Arzneimittel können aber Nebenwirkungen auftreten. Im konkreten Fall sind dies:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Aggressivität
  • Mundtrockenheit
  • Herzrasen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzschwäche
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • niedriger Blutdruck
  • Verminderung der Libido
  • Orgasmus-Schwierigkeiten (v. a. verzögerter Samenerguss)
  • vermehrtes Schwitzen
  • Hautausschlag
  • Blutbildungsstörungen
  • erhöhter Augeninnendruck

Wechselwirkungen beachten

Amitriptylin sollte nicht mit anderen Medikamenten eingenommen werden, die auf die Psyche wirken, außer Ihr Arzt hat dies ausdrücklich so verordnet. Insbesondere die Einnahme mehrerer Antidepressiva ist nicht ungefährlich. Ein Serotonin-Syndrom ist möglich. Dabei steigt der Serotonin-Gehalt im Gehirn zu stark.

Wechselwirkung von Amitriptylin

Wechselwirkungen bei der Einnahme von Amitriptylin sind mit folgenden Arzneimitteln möglich:

  • andere Antidepressiva und Psychopharmaka
  • Johanniskraut
  • Allergiemedikamente (Antihistaminika)
  • muskelentspannende Medikamente (Muskelrelaxantien)
  • Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)
  • Blutgerinnungshemmer

Vermeiden Sie während der Einnahme den Genuss von Alkohol!

Gibt es Kontraindikationen für Amitriptylin?

Personen unter 18 Jahren sollten Amitriptylin nicht einnehmen. Das Gleiche gilt für Schwangere und Stillende. Es liegen hierfür zu wenige Studien vor. Außerdem überwindet Amitriptylin die Plazenta und gelangt in die Muttermilch. Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen (insbesondere Niereninsuffizienz) dürfen kein Amitriptylin einnehmen. Ebensowenig Betroffene des Grünen Stars (Glaukom), da Amitriptylin den Augeninnendruck erhöhen kann. Außerdem können Medikamente gegen den Grünen Star in ihrer Wirkung geschwächt werden. 

Bestehende Herzerkrankungen, vor allem die Koronare Herzkrankheit (KHK) oder Herzrhythmusstörungen können verschlimmert werden. Auch Patienten mit einer Manie oder Epileptiker sind nicht für eine Therapie mit Amitriptylin geeignet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Amitriptylin: Alt aber gefragt

Alleine in Deutschland nehmen rund 10.000 Menschen Amitriptylin. Antidepressiva ist es zu verdanken, dass viele Depressive ein normales Leben führen können. Gerade Amitriptylin hilft überdies vielen Patienten mit einer Fibromyalgie. Wie für alle Psychopharmaka gilt: Sie können unsere Lebensumstände nicht ändern. Aber sie können uns helfen, unser Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen. Scheuen Sie sich daher keinesfalls, bei entsprechenden Beschwerden mit Ihrem Arzt zu reden. Er wird Sie kompetent beraten.

© 2013 – 2017 medizin.de (Gunnar Römer) zuletzt 11/2017

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Gesund schlafen! Tipps für einen erholsamen Schlaf

Gesund schlafen! Tipps für einen erholsamen Schlaf

Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Erst wenn wir Probleme beim Ein- oder Durchschlafen haben, wissen wir diesen zu schätzen. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Der Schlaf ist gewiss keine Zeitverschwendung oder nur was für faule Leute, wie dieses zu Beginn unserer Industrialisierung den Menschen vorgehalten wurde. In anderen Ländern ist sogar das Mittagsschläfchen Sitte - sogar in dem hochentwickeltem Japan!

Stellen Sie Ihren Schlaf in den Mittelpunkt Ihres Lebens. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Schlaf und bereiten Sie sich jeden Abend mit einigen Ritualen darauf vor. Gönnen Sie sich die Auszeit - mindestens 6 Stunden, maximal 9 Stunden täglich. Sie werden feststellen, dass Sie hinterher viel entspannter und konzentrierter sind.

Halten Sie sich immer vor Augen: Schlaf ist wichtig - für unseren Körper und unserem Geist.

Die wichtigsten Schlaftipps in Kürze: 

1. Entspannende Musik

Besonders gut geeignet sind ruhige, sanfte Stücke. Spezielle Entspannungsmusik gibt es im Musikfachhandel.

2. Ein heißes Bad wirkt entspannend

Vor allem, wenn es mit einem Badeöl oder -salz angereichert ist, das einschlaffördernde Substanzen enthält.

3. Eine Tasse Kräutertee

Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen getrunken. Besonders gut geeignet sind Kräuter wie: Melisse, Baldrianwurzeln, Hopfen.

4. Nie mit vollem Magen ins Bett gehen

Wenn der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist, ist er nicht auf schlafen eingestellt. Sie schlafen unruhig und wachen nachts leichter auf. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

5. Tun Sie im Bett nichts anderes als schlafen

Wer im Bett liest, fernsieht oder gar Probleme wälzt, darf sich nicht wundern, wenn er nicht einschlafen kann. Der Körper lernt dann das Bett auch mit anderen Tätigkeiten als schlafen in Verbindung zu bringen. Die fatale Folge: der Körper ist auf Aktivität eingestellt. Eine Tätigkeit bildet die Ausnahme: Sex ! Denn körperliche und seelische Entspannung steigern anschließend das Einschlafen.

6. Erst zu Bett, wenn Sie wirklich müde sind

Der Körper zeigt durch Müdigkeit sein Schlafbedürfnis. Mit anderen Worten: Ihr Körper holt sich den Schlaf, wenn er ihn braucht. Warum also ins Bett, wenn Sie gar nicht müde sind? Hören Sie auf Ihren Körper und nicht auf Ihre Uhr.

7. Machen Sie aus dem Schlafengehen ein Ritual

Gewöhnen Sie sich an, vor dem Schlafengehen immer den gleichen Beschäftigungen nachzugehen. Tun Sie Dinge,die Ihnen Freude machen, z.B. Lesen, Tagebuch schreiben, spazieren gehen usw.

8. Legen Sie sich einen Apfel neben das Bett

Ein uraltes Hausmittel. Der Duft eines frischen Apfels fördert die Entspannung.

9. Stehen Sie jeden Morgen zur gleichen Zeit auf

Sie werden sehen, Ihr Körper gewöhnt sich schnell daran. Wenn Ihre innere Uhr weiß, wann es Zeit zum Aufstehen ist, werden Sie mit der Zeit auch abends rechtzeitig die nötige Bettschwere bekommen. Wie gesagt: der Körper holt sich den Schlaf, den er braucht.

10. Milch mit Honig

Trinken Sie vor dem Zubettgehen ein Glas heiße Milch mit einem Löffel Honig. Das beruhigt.

11. Machen Sie einen Gute-Nacht-Spaziergang

Viele Menschen können besser schlafen, nachdem Sie sich am Abend noch ein wenig die Beine vertreten haben.

12. Aromaöle

Düfte haben einen großen Einfluss auf unsere Stimmung. Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl an geeigneten Duftölen. Über einer Kerze erwärmt, verströmen sie einen beruhigenden und entspannenden Duft.

13. Kühle Farben entspannen

Achten Sie darauf, dass in Ihrem Schlafzimmer kühle Farben wie Blau- und Grüntöne - dominieren.

Achtung zu warme Farben regen eher an.

14. Sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit

Trockene Raumluft kann sich ungünstig auf den Schlaf auswirken. Deshalb ( 45-65 Prozent relative Luftfeuchtigkeit)

15. Trinken Sie ein Glas Wein vor dem Zubettgehen

Alkohol in kleinen Mengen (max. 0,21 Wein oder 1 Glass Bier!) wirkt sich günstig auf den Schlaf aus. Aber Vorsicht: zuviel Alkohol verschlechtert die Schlafqualität!

16. Keine Pflanzen im Schlafzimmer

Topfpflanzen, aber auch Schnittblumen, produzieren zwar bei Tageslicht Sauerstoff, den wir alle zum Atmen brauchen, bei Dunkelheit jedoch stellen sie die Sauerstoffproduktion ein und verströmen statt dessen ungesundes Kohlendioxid.

17. Erlernen Sie Entspannungsverfahren

Es gibt heute viele unterschiedliche Methoden, wie man lernen kann, sich zu entspannen. Unser Tipp: Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse oder Präventologen in Ihrer Nähe. Fast alle bieten solche Kurse an.

18. Eine Massage kann herrlich entspannend sein

Es kommt gar nicht darauf an, dass sie orthopädische Fachkenntnis besitzen. Die Hauptsache ist, dass Sie sich wohlfühlen dabei. Diese Methode hat nur einen Haken: Sie brauchen einen Partner.

19. Denken Sie positiv

Wenn Sie die Hektik des Tages nicht zur Ruhe kommen lässt, versuchen Sie, an etwas Angenehmes, Schönes und Ruhiges zu denken. Das kann eine schattige Waldlichtung an einem Sommermorgen sein, ein gemütlich loderndes Kaminfeuer, ein Korb junger spielender Kätzchen. Auch der Gedanke an ein schlafendes Baby kann helfen.

20. Schäfchen zählen

Dieser Tipp ist durchaus ernst gemeint. Dabei ist es natürlich nicht wichtig ob Sie Schäfchen, Kühe, Rehe oder Autos zählen. Wichtig: die Monotonie einer sich immer wieder gleichförmig wiederholenden Bewegung lenkt die Gedanken ab. Der Geist kann entspannen und findet so Ruhe.

21. Angenehme Raumtemperatur

Im Winter kann ein Schlafraum durchaus etwas beheizt werden. Sorgen Sie für eine Raumtemperatur nicht unter 16°-18°. Zu kühle Räume neigen zu Schimmelbildung, da die Feuchtigkeit die der Körper nachts ausscheidet nicht abtrocknen kann.

22. Richtiges Lüften

Richtiges Lüften heißt nicht Tag und Nacht die Fenster gekippt zu halten: Besseres Lüften ist das sogenannte Stoßlüften. Hier wir empfohlen abends vor dem Zubettgehen und morgens nach dem Aufstehen das Fester für circa 15 Minuten ganz zu öffnen. Bei dieser Methode findet ein richtiger Frischluftaustausch im Raum statt. Achtung: - nicht sofort nachheizen, sonst besteht die Gefahr von Schimmelbildung!

Die richtige Umgebung - der Wohlfühlraum

Nicht nur die richtige Schlafunterlage ist wichtig, wenn Sie entspannten Schlaf wünschen, sondern auch das richtige Drumherum im Schlafzimmer. Umfragen zufolge verdient das Schlafzimmer eher den Begriff Arbeitszimmer oder Abstellkammer. Machen Sie Ihr Schlafzimmer zum Wohlfühlraum, verbannen Sie den PC und den Schreibtisch aus diesem Zimmer. Nur wenn Sie hier nicht arbeiten, können Sie auch nachts vollkommen entspannen. Ein Schreibblock am Schreibtisch darf oder sollte es schon sein. Haben Sie etwas wichtiges vergessen zu erledigen? Schreiben Sie es einfach auf und Sie müssen nicht dauernd daran denken, dieses ja nicht am nächsten morgen zu erledigen.

Elektrische Geräte sollten Sie im Schlafraum vermeiden. Der entstehende Elektrosmog stört Ihren Schlaf. Dazu gehört neben PC, Fernseher, Telefon und Handys auch der elektrische Radiowecker. Schalten Sie Ihr WLAN nachts ab. Batteriebetriebene Funkwecker müssen Sie übrigens nicht fürchten, da Sie nur empfangen nicht senden. Achten Sie beim Kauf eines Motorrahmens auf eine Netzfreischaltung. Eine Musikanlage, die nicht gerade in unmittelbarer Nähe des Bettes steht, sorgt mit leiser Entspannungsmusik für leichteres Einschlafen und darf getrost bleiben.

Räumen Sie sämtlichen Krempel aus dem Schlafzimmer. Je weniger sich hier befindet, desto besser. Ja auch das Bügelbrett - einfach alles, was Sie an Arbeit erinnert. Weniger Schränke, mehr Bilder (mit schönen Motiven und in beruhigenden Farben), vielleicht ein paar schöne Accessoires. Allergiker sollten auf Pflanzen und Blumen (wegen möglicher Schimmelbildung der Erde oder Blütenpollen) verzichten. Ein schöner Wandanstrich in hellen, zarten und warmen Farben wirkt oft Wunder. Schöne Bettwäsche - natürlich aus Baumwolle, Microfaser oder wer es sich leisten kann: Seide. Vorhänge gestalten diesen Raum nicht nur wohnlicher, sondern halten zugezogen sogar besonders im Sommer Wärme und Licht draußen. Der passende Teppichboden sorgt nicht nur für warme Füße beim Aufstehen, sondern bindet auch den Staub und hält den Raum weitestgehend staubfrei. Jetzt noch eine dezente Beleuchtung oder sogar noch eine per Dimmer regulierbare Beleuchtung. Fertig.

Entspannung ist der Grundstein für einen erholsamen Schlaf

Stress ist der Schlafkiller Nr. 1. Ängste und hohe Belastungen in Familie und Beruf lassen fast jeden schlaflose Nächte bescheren. Die Anspannung sorgt nicht nur für hohen Blutdruck, sondern lassen die Gedanken in unseren Kopf kreisen. Die Folge für die fehlende Nachtruhe sind Tagesmüdigkeit, mangelnde Konzentration und steigende Aggressivität - genau das, was für die Behebung von Konflikten und der Ängste nicht förderlich ist.

Techniken zur Entspannung lösen zwar nicht unmittelbar die Ursache, doch bieten Sie die Basis einfach mal abzuschalten und einen klaren Kopf zu bekommen.

Ob autogenes Training, Yoga, progressive Muskelentspannung oder Soundersleep - eines haben Sie gemeinsam: Die Konzentration auf seinen Körper, sein Geist, seine Haltung und seine Atmung abseits von den belastenden Gedanken. Durch eine gleichmäßige und tiefe Atmung beruhigt sich der Körper, die Muskulatur entspannt.

Die am häufigsten Entspannungstechniken unterscheiden sich durch die grundlegenden Techniken:

- Yoga:

Meist in sitzender oder stehender Haltung werden klare Bewegungsabläufe durchgeführt, welche die Kräftigung und Bewegung des Körpers dienen. Yoga beinhaltet zudem zahlreiche Meditationstechniken zur Entspannung.

- Autogenes Training:

Mit Hilfe einer gleichmäßig tiefen Atmung und konzentrierten Gedanken auf seinen Körper - üblich in der Droschkenkutscherhaltung - erreichen Sie ein Schweregefühl Ihrer Gliedmaßen, Steigerung der Durchblutung und Abschweifen der Gedanken eine optimale Entspannung.

- Progressive Muskelentspannung:

Durch die bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen erreichen Sie einen Zustand tiefer Entspannung. Diese Form ist besonders für diejenigen geeignet, denen das sich Fallenlassen schwer fällt oder eine Technik sucht, die er in bestimmten Situation mal eben kurz angewendet werden kann.

- Sounder Sleep

stammt aus den USA und ist eine Mischform der oben genannten Entspannungstechniken und wurde speziell für Menschen mit Schlafproblemen entwickelt. In Deutschland führen u.a. die Schlafschulen der „Kompetenz-Zentren gesunder Schlaf“ Kurse durch.

© medizin .de 2017 (Markus Kamps)

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Schlafmangel führt zu Adipositas

Schlafmangel führt zu Adipositas

Wer zu wenig schläft riskiert Hungerattacken und langfristig Adipositas. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Kalifornien, die Probanden bewusst unter Schlafentzug stellten und im Anschluss daran deren Essverhalten erforschten. Das Ergebnis war eindeutig: Je weniger Schlaf die Personen in der Nacht zuvor bekamen, desto größer war der Appetit auf stark kalorienreiche Lebensmittel, wie beispielsweise Chips, Schokolode und Erdnussbutter. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wer schlank werden bzw. bleiben möchte, sollte neben einem guten Frühstück, einer allgemein ausgewogenen Ernährung und Bewegung auch auf ausreichend nächtliche Ruhe achten.

Kalifornische Wissenschaftler vergleichen Essverhalten

Bereits seit vielen Jahren sind sich Ernährungswissenschaftler sicher, dass ein Zusammenhang zwischen den Schlafgewohnheiten und dem Ernährungsverhalten beim Menschen besteht. Auch die eigentliche Tatsache, dass sich zu wenig Schlaf förderlich auf die Entstehung von Übergewicht auswirkt, ist an sich nicht neu. Bisher konnten aber keinerlei physiologischen oder psychologischen Gründe für diese Tatsache festgestellt werden. Um dies zu ändern wurden unlängst 23 vollkommen gesunde Probanden zu einer entsprechenden Untersuchung an die Universität von Kalifornien in Berkeley gebeten.

Die Testpersonen wiesen keinerlei körperliche Erkrankungen auf und waren allesamt normalgewichtig. Alle Personen sollten dabei zwei Nächte im universitätseigenen Schlaflabor verbringen, wobei die beiden Nächte in Bezug auf die Schlafmöglichkeiten sehr unterschiedlich gestaltet wurden. Während die 23 Teilnehmer in der ersten Nacht 8 Stunden lang schlafen konnten, wurden sie in der zweiten Nacht vollständig wach gehalten. Um auch die nächtliche Stoffwechselrate entsprechend aktiv zu halten und quälenden Hunger zu vermeiden standen den Probanden in der durchwachten Nacht Äpfel und Cracker mit Erdnussbutter als Nahrungsmittel zur Verfügung.

Müde Probanden lechzten nach kalorienreicher Nahrung

An den zwei Morgen stellten ihnen das Wissenschaftspersonal unter der Leitung von Matthew Walker lediglich ein leichtes Frühstück zur Verfügung, ehe den müden Probanden Fotos von diversen Nahrungsmitteln gezeigt wurden. Von den insgesamt 80 gezeigten Bildern sollten sich die Testpersonen die für sie als am schmackhaftesten eingeschätzten Lebensmittel heraussuchen. Dabei ergaben sich teilweise gravierende Unterschiede in der Nahrungsmittelwahl. Unter dem Einfluss der starken Müdigkeit entschieden sich nahezu alle Versuchspersonen für stark kalorienreiche, schwere Speisen. V. a. klassische zuckerhaltige Nachspeisen standen in der Gunst der ansonsten völlig normalgewichtigen Probanden ganz oben.

Anhand von Berechnungen bildeten die Forscher eine Differenz zwischen den Speisewünschen der ersten und der zweiten Nacht – mit verblüffendem Ergebnis: Nach der unnatürlich langen Wachphase summierten sich die Speisewünsche auf eine Gesamtzahl, die rund 600 kcal über denen der ersten Nacht lag. Langfristigwürde dieser Unterschied sicher zu einer Adipositas führen, deren Folgen Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes mellitus und Herzinfarkt sein können.

Neuronale Hemm-Mechanismen werden unterdrückt

Während den visuellen Eindrücken durch die Nahrungsmittel wurden die Gehirne der Probanden mittels funktioneller Magnetresonanztomographie untersucht. Dabei war eine Hirnregion die ganze Zeit besonders aktiv: Die Amygdala bzw. die Corpora amygdaloideum. Diese Region ist das emotionale Zentrum unseres Gehirns und für die emotionale Auswertung von Sinneseindrücken zuständig. Im Normalfall unterliegt dieser Prozess zusätzlich einer rationalen Bewertung durch den präfrontalen Kortex. Letzterer verhilft uns zu vernunftorientierten Entscheidungen und einer faktenbezogenen Analyse.

Genau dieser Hirnbereich ist aber als Folge des Schlafmangels nur sehr gering aktiv, sodass sich die Amygdala durchsetzt. Die konkrete Folge ist: Die von Schlafmangel geprägten Menschen suchen ihre Speisen v. a. danach aus, was ihnen am besten schmeckt und was am schnellsten Sättigung bringt. Eine Analyse über Nährstoffgehalt, Kalorienreichtum und sonstige gesundheitlich relevante Parameter unterbleibt weitestgehend. Das Vorhaben, sich gesund zu ernähren und eine sportlich-schlanke Figur zu erlangen bzw. zu erhalten, lässt sich folglich nur mit ausreichend Schlaf realisieren.

Quellenangabe:
  • Studien-Abstract: The impact of sleep deprivation on food desire in the human brain (06.08.2013)
  • Pressemitteilung der University of California, Berkeley (06.08.2013)
  • Dt. Ärzteblatt (07.08.2013)
  • Neuroanatomie – Struktur und Funktion (Martin Trepel), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH
  • Kurzlehrbuch Physiologie (Jens Huppelsberg, Kerstin Walter), Thieme-Verlag
  • Biochemie des Menschen (Florian Horn), Thieme-Verlag

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer)

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Herzrasen: Tipps zur Selbsthilfe

Herzrasen: Tipps zur Selbsthilfe

Jeder von uns kennt das unangenehme Gefühl wenn einem das Herz sprichwörtlich bis zum Hals schlägt. Gelegentliches Herzrasen ist nichts Ungewöhnliches und in den meisten Fällen harmlos. Es ist trotzdem verständlich, dass Ihnen ein schnell schlagendes Herz Unwohlsein bereitet. Herzrasen ist eine normale Reaktion des Körpers auf körperliche oder psychische Belastungen. Nach einem Workout im Fitnessstudio wird Ihr Puls hoch sein – und das ist auch gut so!

Ein Netzwerk aus Nerven und Rezeptoren registriert ununterbrochen die Blutversorgung unseres Körpers. Ist diese für die aktuelle Situation zu gering, steigert unser Organismus Blutdruck und Puls. Bei häufigem, scheinbar grundlosem Herzrasen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Liegt keine Erkrankung vor, können Sie gelegentliches Herzrasen auch selber lindern.

Massage am Hals stoppt Herzrasen

Es klingt paradox: Aber eine leichte Massage am Hals kann Herzrasen lindern. Suchen Sie hierzu beidseits die Stellen, an denen auch der Puls unserer Halsschlagadern spürbar ist. Führen Sie hier mit Zeige- und Mittelfinger sanfte, kreisende Bewegungen aus. Vermeiden Sie dabei zu starken Druck. Häufig sinkt der Puls bereits nach wenigen Minuten. Auch der Blutdruck wird niedriger. Machen Sie die Massage nur im Sitzen oder Liegen. Im Stehen besteht die Gefahr von Kreislaufproblemen.

Druckrezeptoren werden gereizt

An exakt der Stelle, die Sie massieren, befinden sich Sensoren für die Blutdruckmessung (Pressorezeptoren). Hier gabelt sich die große Halsschlagader (Arteria carotis communis) in ihren inneren (A. carotis interna) und äußeren (A. carotis externa) Ast. Am Beginn der inneren Arterie liegt eine kleine Gefäßerweiterung (Karotissinus). Hier liegen die Nervenendigungen, die für die Blutdruckkontrolle in der Arterie verantwortlich sind. Diese Rezeptoren sind über verschiedene Nervenbahnen mit dem Gehirn verbunden, wo der Blutdruck entsprechend angepasst wird.

Massage erzeugt vermeintlich hohen Blutdruck

Ist der Blutdruck in der Halsschlagader hoch, senden die Druckrezeptoren ein Signal an das Gehirn. Im sogenannten verlängerten Rückenmark (Medulla oblongata) sitzt unser Kreislaufzentrum. Hier wird das Signal empfangen und bei hohem Blutdruck wird dieser zusammen mit der Herzfrequenz gesenkt. Die Halsmassage täuscht den Druckrezeptoren einen hohen Blutdruck vor. Das Herzrasen lässt dadurch nach.

Gegen geschlossene Nase atmen

Halten Sie sich für mindestens zehn Sekunden die Nase zu atmen gleichzeitig kräftig aus. Ihre Bauch- und Atemmuskulatur wird hierdurch stark angespannt. Zudem steigt der Luftdruck in Ihren gesamten Atemwegen. Alternativ können Sie auch die Stimmritze verschließen. Diese Methode wurde von dem italienischen Mediziner Antonio Maria Valsalva (1666 – 1723) entwickelt und nach ihm benannt. Mediziner sprechen vom Valsalva-Manöver.

Durch den erhöhten Druck im Brustkorb gelangt weniger Blut zum Herzen. Zuerst sinkt die Blutmenge in der rechten, dann in der linken Herzkammer. Spätestens dann sinkt Ihre Herzfrequenz deutlich ab. Halten Sie die Luft aber keinesfalls länger als zehn Sekunden an. Ansonsten droht ein Kreislaufkollaps.

Weitere Anwendungen des Valsalva-Manövers

Das Valsalva-Manöver wird auch vielfältig in der Diagnostik angewendet:

  • radiologische Untersuchung der Beinvenen
  • Beurteilung des Trommelfells (dieses wölbt sich beim Valsalva-Manöver nach außen)
  • Abhören (Auskultieren) des Herzens bei Verdickung der Herzwände (Hypertrophe Kardiomyopathie); hier führt das Valsalva-Manöver zu einem sog. Pressstrahl-Geräusch

Bei häufigem Herzrasen Arzt aufsuchen

Trotz aller Selbsthilfe: Gehen Sie bei häufigem Herzrasen unbedingt zum Arzt. Es kann eine Erkrankung dahinterstecken. Wird diese behandelt, verschwindet auch das Herzrasen. Verzichten Sie auch unbedingt auf die genannten Tipps, wenn bei Ihnen bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bekannt ist. Hier ist professionelle Hilfe gefragt.

Typische Auslöser von Herzrasen

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Blutarmut (Anämie)
  • Medikamente und Drogen
  • Aufputschmittel (z. B. Koffein)
  • Vergiftungen
  • Nikotin
  • Stress
  • hormonelle Störungen (z. B. Wechseljahre)
  • Hyperkinetisches Herzsyndrom
  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Erkrankungen der Herzklappen
  • Koronare Herzkrankheit
  • Blutverlust (z. B. Verletzungen)
  • Schock
  • Lungenembolie
  • Kammerflimmern
  • Vorhofflimmern
  • Störungen des Erregungsbildungssystems

Konnte Ihr Arzt eine ernste Erkrankung ausschließen, spricht aber nichts gegen die Anwendung der Tipps. Leicht wirksam, wenn auch nicht so effektiv wie die genannten Methoden, ist übrigens auch das rasche Trinken eines kohlensäurehaltigen Getränkes mit anschließendem Aufstoßen.

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Achselschweiß: Diagnose

Achselschweiß: Diagnose

Achselschweiß ist keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom. Daher suchen Ärzte nach der Grunderkrankung, die das vermehrte Schwitzen auslöst. Achselschweiß ist – auch wenn er vorübergehend verstärkt auftritt – erst einmal kein Grund für einen Arztbesuch. Vor allem dann nicht, wenn die Ursache eindeutig ist. So ist es völlig unbedenklich, wenn Sie im Hochsommer eine Nässe unter den Armen verspüren. Sie sind damit nicht alleine! Auch die besten Deodorants können bei tropischen Temperaturen keine Wunder vollbringen

Arztbesuch bei unerklärlichem Schwitzen

Ist keine Ursache ersichtlich oder leiden Sie schon über Monate unter starkem Achselschweiß, kann eine Erkrankung dahinterstehen. Gehen Sie in diesem Fall besser zum Arzt. Das gilt insbesondere, wenn weitere Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder Brustenge auftreten. Ihr Arzt wird Sie genau untersuchen und die Ursache finden.

Grunderkrankung muss gefunden werden

Wichtig für die Diagnose ist zunächst Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Bei der Patientenbefragung findet der Arzt möglicherweise schon erste Anhaltspunkte für den starken Achselschweiß (z. B. starkes Übergewicht). Im Anschluss daran folgt eine ausführliche Untersuchung, je nach Umfang bestehend aus:

  • Blutdruckmessung
  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Computertomografie (CT)
  • Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Schilddrüsenuntersuchung

Nicht immer findet sich eine Ursache

Findet Ihr Arzt keine Ursache, handelt es sich um das krankhafte Schwitzen. Mediziner sprechen von einer primären Hyperhidrose. Liegt dagegen eine konkrete Erkrankung o. ä. vor, handelt es sich um eine sekundäre Hyperhidrose. Die primäre Form lässt sich nur schwer diagnostizieren, da es keine (außer das Schwitzen selber) speziellen Hinweise darauf gibt. Dennoch kann Ihr Arzt ein normales von einem krankhaften Schwitzen unterscheiden. Er bedient sich hierzu folgender Untersuchungsmethode:

Der Jod-Stärke-Test

Mit dem Jod-Stärke-Test kann der Arzt testen, wie stark die Schweißproduktion in den Achselhöhlen (oder anderen Körperstellen) ist. Die Untersuchung läuft folgendermaßen ab:

  • Gründliche Reinigung der Achselhöhlen
  • Trocknung der Achselhöhlen
  • Bestreichen der Achselhaut mit Iod-Kaliumiodid (Lugol´sche Lösung)
  • Bestreuung der Hautpartie mit Speisestärke, nachdem die Lösung getrocknet ist
  • An Stellen mit starker Schweißbildung zeigt sich eine tiefdunkel-violette Einfärbung

Um die genaue Schweißmenge zu bestimmen, wird dieser mit einem Filterpapier aufgesogen und anschließend mit einer Ultrafeinwage gewogen.

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Teil 1: Achselschweiß: Allgemeines

Teil 2: Achselschweiß: Ursachen

Teil 3: Achselschweiß: Diagnose

Teil 4: Achselschweiß: Therapie

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer) zuletzt aktualisiert 01/2018

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