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Pertussis/Keuchhusten - Impfung

Pertussis/Keuchhusten - Impfung

Der Keuchhusten (Pertussis, Stickhusten) ist außerordentlich ansteckend und darin mit den Windpocken vergleichbar. Bei mehr als drei Viertel aller Personen, die mit dem Erreger Bordetella pertussis als vom Überträger ausgehustete Tröpfchen in Kontakt kommen, sind die Keime nachweisbar. Lebensgefahr besteht vor allem für Frühgeborene und Kleinkinder, ältere Kinder und Erwachsene bemerken meist gar nichts oder nur eine einfache Bronchitis. Dieser Personenkreis spielt aber die wesentliche Rolle als Infektionsquelle für neu Ansteckungen.

Bordatella pertussis ist nur beim Menschen nachgewiesen, dies erfolgt durch eine Anzüchtung auf einer Kultur oder besser im Labor mittels PCR, bei der nach spezifischen Bestandteilen gesucht wird.

Symptome, Verlauf und Therapie

Symptome entstehen durch mehrere Proteine bzw. Toxine, die als Stoffwechselprodukte entstehen. Sie bestehen anfangs aus einem Husten ähnlich einer Erkältung, bis nach circa zwei Wochen die für den Keuchhusten bezeichnenden, sehr belastenden Anfälle mit Atemnot und Schleimauswurf beginnen. Diese zweite Phase kann sich bis zu sechs Wochen hinziehen. Noch einmal so lange dauert die Phase der nachlassenden Attacken, bis die Krankheit überwunden ist.

Bei Säuglingen können die Anfälle mit einem bedrohlichen Atemstillstand einher gehen. Meldepflicht besteht nur bei Todesfällen (ca. 1 von 1.000 Erkrankten), die Zahl der Erkrankungen stieg in Deutschland nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern kurzzeitig an.

Eine kausale Behandlung ist, wenn überhaupt, nur am Anfang des typischen Infektionsverlaufes möglich. Dazu sind geeignet Antibiotika anzuwenden. Später hilft eine symptomatische Therapie.

Impfung Pro und Kontra

In Deutschland besteht eine Impfempfehlung für Kinder mit Auffrischung im Jugendalter und einer Wiederholung als Erwachsene. Gegen die Impfung werden vor allem die folgenden Argumente vorgebracht:

  1.     es gibt nach der Impfung, genau so wenig wie nach einer durchgemachten Erkrankung, keinen sicheren Schutz,
  2.     die Impfung könnte in Zusammenhang mit seltenen neurologischen Problemen stehen,
  3.     die Impfung ist frühestens ab dem dritten Lebensmonat möglich, gefährdet sind aber gerade jüngere Kinder, nämlich Frühgeborene und Neugeborene.

Als Hinweis gegen eine Impfung wird auch vorgebracht, ein enger Kontakt zwischen Mutter und Kind in den Geburtskliniken und zu Hause verhindere einen schlimmeren Verlauf. Auch fördere ein gemeinsam durchgemachter Keuchhusten das Eltern-Kind-Verhältnis.

Für die Impfung spricht, dass die Zahl der stummen Überträger ohne eigene Beschwerden deutlich gesenkt werden kann und damit eine deutliche Verringerung der Keuchhustenfälle möglich ist.

© 2007-2017 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

Redaktion
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