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Darmkrebs: Therapie (Teil 5)

Oktober 04, 2017
Darmkrebs: Therapie Darmkrebs: Therapie Nestor Rizhniak / shutterstock.com

Das Krebsstadium bestimmt die Methode

Das therapeutische Vorgehen richtet sich – wie bei allen onkologischen Erkrankungen – auch beim Darmkrebs nach dem Stadium. Primäres Ziel ist stets die großzügige, chirurgische Entfernung des Tumors. Dies gilt auch für evtl. vorhandene Darmkrebs-Metastasen, soweit sie in einem operablen Körperbereich liegen. Gewisse therapeutische Unterschiede gibt es auch je nachdem, ob der Darmkrebs im Dickdarm oder im Rektum liegt. So wird bei Darmkrebs im Dickdarm praktisch nie eine Strahlenbehandlung durchgeführt, bei Darmkrebs im Rektum ist dies die Regel. Beiden gemeinsam ist das vorrangige Behandlungsziel, den Darmkrebs möglichst operativ zu resezieren.

Operation und Chemotherapie

Grundsätzlich wird bei Darmkrebs eine Chemotherapie durchgeführt. Diese hat zwei wesentliche Indikationen. Ist der Darmkrebs-Tumor sehr groß und schwer zu operieren, kommt die sog. neoadjuvante Chemotherapie zum Einsatz. Dabei wird das Zytostatikum vor dem Eingriff injiziert, um den Darmkrebs zu verkleinern und bessere Voraussetzungen für die OP zu schaffen. Nach der Darmkrebs-Entfernung kommt die adjuvante Chemotherapie zum Tragen. Sie wird durchgeführt, um evtl. im Körper verbliebene Darmkrebs-Zellen zu zerstören. Ist der Darmkrebs bereits sehr weit fortgeschritten und eine Heilung nicht mehr möglich, wird eine palliative Chemotherapie durchgeführt. Sie dient der Lebensverlängerung des Darmkrebspatienten. Nicht selten muss bei der Darmkrebs-OP ein Stück Darm entfernt werden. Die Ausdehnung der OP richtet sich nach den lokalen Begebenheiten hinsichtlich Blutversorgung und Lymphbahnen. Liegt der Darmkrebs im querverlaufenden Dickdarm, muss sehr viel Darmgewebe entfernt werden. Durch die reiche Blut- und Lymphversorgung wäre die Gefahr einer postoperativen Metastasierung durch verbliebene Krebszellen ansonsten zu groß. Darmkrebs im Rektum wird mittels einer en-bloc-Resektion entfernt. Im Rahmen dieser Darmkrebs-OP wird der Tumor, inklusive sämtliche Blutgefäße, Lymphbahnen und einem großen Teil an gesundem Gewebe entfernt. Liegt der Darmkrebs dabei in unmittelbarer Nähe des Analkanals, wird ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) nötig. Im Anschluss erfolgt eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Als Arzneimittel für die spezielle Chemotherapie bei Darmkrebs kommen insbesondere folgende Wirkstoffe in Frage:

  • Folinsäure
  • 5-Fluorouracil
  • Capecitabin (wandelt sich nach Aufnahme in 5-Fluorouracil um)
  • Oxaliplatin
  • Irinotecan

Eine wachsende Bedeutung kommt der Immuntherapie zu. Hierbei greifen spezielle Arzneimittel mit (dem menschlichen Immunsystem ähnelnden) Antikörpern gezielt die Darmkrebs-Zellen an. Angiogenesehemmer sind Wirkstoffe, die eine Entstehung von Blutgefäßen im Darmkrebs verhindern und ihn so absterben lassen.

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer)

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