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Betablocker gegen Demenz

Oktober 04, 2017
Betablocker gegen Demenz Betablocker gegen Demenz Zerbor / shutterstock.com

Wenige Erkrankungen verlangen Patient und Angehörigen derart viel ab, wie eine Demenz. Speziell die Alzheimer-Erkrankung verläuft schier unaufhaltsam – die Persönlichkeit des einst so lebhaften Menschen wird mehr und mehr ausgelöscht. Seit Jahrzehnten arbeiten Neurowissenschaftler und Pharmakologen an einem Wirkstoff, der die Demenz aufhalten kann. Zwar wurden – gerade in Hinsicht auf die Entstehung von Demenz – große Fortschritte erzielt. Eine wirklich effektive Behandlung, mit der man die Demenz aufhalten oder sogar heilen könnte, ist bisher aber nicht in Sicht.

Studien zeigen Wirksamkeit von Betablockern gegen Demenz

Aufsehen erregen derzeit Meldungen, wonach ausgerechnet blutdrucksenkende Medikamente die Symptome einer Demenz abmildern können. Anhand von Gewebeuntersuchungen verstorbener Studienteilnehmer konnte nun festgestellt werden, dass sich insbesondere Antihypertensiva aus der Wirkstoffgruppe der Betablocker günstig auf den Verlauf einer Demenz auswirken. Die untersuchten Personen haben allesamt an einer prospektiven Langzeitstudie teilgenommen. Diese Studie begann bereits im Jahr 1991 und wurde mit 774 Amerikanern japanischen Ursprungs durchgeführt. Die Wirkung von Betablockern auf Demenz kann dabei als Zufallsbefund bezeichnet werden, da die Langzeitstudie ursprünglich den Ursachen der koronaren Herzkrankheit auf den Spuren war. Die Untersuchung der Verstorbenen zeigte eindeutig, dass eine antihypertensive Therapie mögliche Schädigungen am Gehirn verringert. Getestet wurden neben Betablockern auch andere blutdrucksenkende Arzneimittel. Den mit Abstand deutlichsten Effekt erzielten aber die Betablocker.

Krankhafte Prozesse im Gehirn werden verlangsamt

Zwei Mechanismen führen insbesondere zum Ausbruch einer Demenz: Zum Einen lagern sich bestimmte entartete Eiweißmoleküle – sogenannte Amyloide – im Hirngewebe ab und unterbinden damit eine effektive Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Zum Anderen entstehen durch die zahlreichen Plaques massenhaft kleine Durchblutungsstörungen, da die Mikrogefäße beeinträchtigt werden. Die Blutleeren sindzu klein, als dass sie einen ischämischen Schlaganfall auslösen könnten. In ihrer Gesamtheit führen sie aber zu einer Demenz. Beide genannten Mechanismen einer Demenz werden offensichtlich durch eine langzeitige Einnahme von Betablockern signifikant abgemildert. Auch die mit einer Demenz häufig einhergehende Massenabnahme (Schrumpfung) des Gehirns wird durch Betablocker verringert, wie die genannten Autopsien zeigen.
Bluthochdruck – eine Volkskrankheit. Liegt in ihrer Behandlung auch der Schlüssel für eine endlich richtig effektive Demenz-Therapie?

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer)

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