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Cluster-Kopfschmerz: Diagnose

Oktober 04, 2017
Cluster-Kopfschmerz: Diagnose Cluster-Kopfschmerz: Diagnose pathdoc / shutterstock.com

Der Cluster-Kopfschmerz gehört zu den Arten von Erkrankung, die insbesondere anhand ihrer charakteristischen Symptomatik diagnostiziert werden können. Grundvoraussetzung für die Diagnose ist das Vorhandensein der typischen Kopfschmerzen. Diese müssen während einer bestimmten Zeit gehäuft auftreten und eine Länge von 15 bis 180 Minuten aufweisen. Hinzu kommt der einseitige Charakter: Cluster-Kopfschmerzen treten ausschließlich auf einer Seite des Gesichtes auf. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, handelt es sich definitiv um eine andere Erkrankung. Auch treten die Schmerzen in aller Regel immer auf derselben Seite auf.

Von entscheidender Bedeutung für die Diagnostik ist auch die Beschreibung des Schmerzcharakters durch den Patienten:Die Schmerzen sind stechend, teilweise bohrend und reißend und erreichen nicht selten ein schier unerträgliches Niveau. Für den Cluster-Kopfschmerz typisch ist neben dem genannten einseitigen Auftreten auch die Lokalisation um die Augen herum bis hin zur Nasenwurzel. Von hieraus beginnen die Schmerzattacken, strahlen aber dann auf die gesamte Gesichtshälfte aus. Kaum bei anderen vergleichbaren Erkrankungen zu finden ist auch das oft über Wochen gleichzeitige Auftreten der Schmerzattacken. Hier ist besonders auf die nächtliche und morgendliche Häufung zu achten.

Kopfschmerzen alleine reichen nicht für die Diagnose

Um eine eindeutige Diagnose zu stellen genügen die o. g. Kopfschmerzsymptome nicht. Für sich alleine genommen könnte es sich so auch um eine andere Erkrankung, beispielsweise Migräne handeln. Wichtigstes Unterscheidungskriterium für Cluster-Kopfschmerz und Migräne ist der bei Letzterer vollkommen fehlende Bewegungsdrang während einer Attacke. Im Gegenteil: Migräne-Patienten ziehen es vor, sich zurückzuziehen und dem Körper Ruhe zu gönnen. Von Cluster-Kopfschmerzen betroffene Menschen zeigen im Rahmen eines Schmerzschubes eine für Mitmenschen teilweise merkwürdig vorkommende motorische Unruhe. Häufig wippen sie mit dem Körper hin und her, laufen auf und ab und schlagen sogar mit den Fäusten gegen den schmerzenden Kopf. Der starke Bewegungsdrang ist ein entscheidendes Element für die Diagnose Cluster-Kopfschmerz. Weiterhin fehlt die für Migräne typische Übelkeit meist völlig. Im Übrigen dauern Migräne-Attacken meistens länger. Neben den charakteristischen Kopfschmerzen und der Bewegungsunruhe muss für die endgültige Diagnose noch mindestens eines der folgenden Symptome im Rahmen eines Schmerzschubes auf der betroffenen Gesichtsseite vorhanden sein:

  • laufende Nase
  • verstopfte Nase
  • Ptosis (herabhängendes Augenlid)
  • starkes Schwitzen im Gesicht und auf der Stirn
  • tränende Augen
  • starke Rötung der Bindehaut des Auges

Liegen die genannten Voraussetzungen vor, gilt die Diagnose Cluster-Kopfschmerz als gesichert. Um sicherzugehen, dass es sich nicht um eine sekundäre Form handelt, sollten evtl. auslösende Grunderkrankungen ausgeschlossen werden. Solche auslösenden Gesundheitsprobleme sind beispielsweise ein Hirntumor oder chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen und er Zähne.

Den letzten Beweis für die Diagnose liefert der sog. Nitroglyzerin-Test. Es handelt sich dabei um ein stark gefäßerweiterndes Arzneimittel, was praktisch immer eine Cluster-Attacke auslöst. Stellen sich nach der Verabreichung des Wirkstoffes einige Minuten später die starken Schmerzen ein, handelt es sich definitiv um den Cluster-Kopfschmerz.

Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch sollte neben der Migräne auch eine Trigeminusneuralgie ausgeschlossen werden. Obwohl diese in Sachen Schmerzstärke dem Cluster-Kopfschmerz in nichts nachsteht, sind die Attacken wesentlich kürzer. Sie dauern meistens nur einige Sekunden und zeigen in ihrem Auftreten keinerlei Regelmäßigkeit. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht weiterhin zu einem akuten Glaukom – auch hier sind extreme einseitige Kopfschmerzen zu beobachten. Typisch für das Phänomen ist aber ein steinharter Augapfel, der beim Cluster-Kopfschmerz nicht vorhanden ist.

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer)

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