Anzeige

Achselschweiß: Diagnose

Oktober 04, 2017

Achselschweiß ist keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom. Daher suchen Ärzte nach der Grunderkrankung, die das vermehrte Schwitzen auslöst. Achselschweiß ist – auch wenn er vorübergehend verstärkt auftritt – erst einmal kein Grund für einen Arztbesuch. Vor allem dann nicht, wenn die Ursache eindeutig ist. So ist es völlig unbedenklich, wenn Sie im Hochsommer eine Nässe unter den Armen verspüren. Sie sind damit nicht alleine! Auch die besten Deodorants können bei tropischen Temperaturen keine Wunder vollbringen

Arztbesuch bei unerklärlichem Schwitzen

Ist keine Ursache ersichtlich oder leiden Sie schon über Monate unter starkem Achselschweiß, kann eine Erkrankung dahinterstehen. Gehen Sie in diesem Fall besser zum Arzt. Das gilt insbesondere, wenn weitere Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder Brustenge auftreten. Ihr Arzt wird Sie genau untersuchen und die Ursache finden.

Grunderkrankung muss gefunden werden

Wichtig für die Diagnose ist zunächst Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Bei der Patientenbefragung findet der Arzt möglicherweise schon erste Anhaltspunkte für den starken Achselschweiß (z. B. starkes Übergewicht). Im Anschluss daran folgt eine ausführliche Untersuchung, je nach Umfang bestehend aus:

  • Blutdruckmessung
  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Computertomografie (CT)
  • Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Schilddrüsenuntersuchung

Nicht immer findet sich eine Ursache

Findet Ihr Arzt keine Ursache, handelt es sich um das krankhafte Schwitzen. Mediziner sprechen von einer primären Hyperhidrose. Liegt dagegen eine konkrete Erkrankung o. ä. vor, handelt es sich um eine sekundäre Hyperhidrose. Die primäre Form lässt sich nur schwer diagnostizieren, da es keine (außer das Schwitzen selber) speziellen Hinweise darauf gibt. Dennoch kann Ihr Arzt ein normales von einem krankhaften Schwitzen unterscheiden. Er bedient sich hierzu folgender Untersuchungsmethode:

Der Jod-Stärke-Test

Mit dem Jod-Stärke-Test kann der Arzt testen, wie stark die Schweißproduktion in den Achselhöhlen (oder anderen Körperstellen) ist. Die Untersuchung läuft folgendermaßen ab:

  • Gründliche Reinigung der Achselhöhlen
  • Trocknung der Achselhöhlen
  • Bestreichen der Achselhaut mit Iod-Kaliumiodid (Lugol´sche Lösung)
  • Bestreuung der Hautpartie mit Speisestärke, nachdem die Lösung getrocknet ist
  • An Stellen mit starker Schweißbildung zeigt sich eine tiefdunkel-violette Einfärbung

Um die genaue Schweißmenge zu bestimmen, wird dieser mit einem Filterpapier aufgesogen und anschließend mit einer Ultrafeinwage gewogen.

1 | 2 | 3 | 4

Teil 1: Achselschweiß: Allgemeines

Teil 2: Achselschweiß: Ursachen

Teil 3: Achselschweiß: Diagnose

Teil 4: Achselschweiß: Therapie

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer) zuletzt aktualisiert 01/2018

Anzeige

Beiträge nach Alphabet

# A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Neueste BeiträgeBeliebte Beiträge
Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Auch Erkrankungen sind Auslöser von Muskelschmerzen, wenngleich seltener als Verspannungen, Verletzungen o. ä. Um Ihre Schmerzen zu beseitigen, muss also…
Citalopram

Citalopram

Der allmorgendliche Weg ins Bad gleicht einer Weltreise, der Alltag wird zum unbezwingbaren Gegner. Bleischwer lastet die Schwermut auf den Schultern und…
Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Ständige Schwermut, Gefühllosigkeit, Desinteresse: Nur drei von zahlreichen Symptomen einer Depression. Das seelische Leiden ist längst zur Volkskrankheit…
Was kann ich sonst gegen Muskelschmerzen tun?

Was kann ich sonst gegen Muskelschmerzen tun?

Die wichtigsten Fragen zu Muskelschmerzen Was kann ich sonst gegen Muskelschmerzen tun? Vereinfacht gesagt: Beseitigen Sie die Ursache Ihrer…
Gibt es Medikamente gegen Muskelschmerzen?

Gibt es Medikamente gegen Muskelschmerzen?

Die wichtigsten Fragen zu Muskelschmerzen Gibt es Medikamente gegen Muskelschmerzen? Ja, Ihnen steht eine große Bandbreite rezeptfreier und…
Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Muskelschmerzen: Erkrankungen als Auslöser

Auch Erkrankungen sind Auslöser von Muskelschmerzen, wenngleich seltener als Verspannungen, Verletzungen o. ä. Um Ihre Schmerzen zu beseitigen, muss also…
Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Amitriptylin: Mehr als ein Antidepressivum

Ständige Schwermut, Gefühllosigkeit, Desinteresse: Nur drei von zahlreichen Symptomen einer Depression. Das seelische Leiden ist längst zur Volkskrankheit…
Bräune nach Urlaub erhalten

Bräune nach Urlaub erhalten

Ob Karibik, Südsee, Spanien oder die Malediven – die Urlaubszeit zieht die Menschen in die sonnigen Gegenden unseres Planeten. Auch in unserem eigenen…
Citalopram

Citalopram

Der allmorgendliche Weg ins Bad gleicht einer Weltreise, der Alltag wird zum unbezwingbaren Gegner. Bleischwer lastet die Schwermut auf den Schultern und…

Herzrasen: Tipps zur Selbsthilfe

Jeder von uns kennt das unangenehme Gefühl wenn einem das Herz sprichwörtlich bis zum Hals schlägt. Gelegentliches Herzrasen ist nichts Ungewöhnliches und…
Anzeige

Wichtige Information

Medizin.de stellt Ihnen unabhängige Informationen zum Thema Gesundheit zur Verfügung. Diese Informationen ersetzen in keinem Fall die professionelle Beratung und/oder Behandlung durch approbierte Ärzte. 

Die Inhalte von Medizin.de sollen und dürfen nicht dazu verwendet werden, eigenständige Diagnosen zu stellen oder Behandlungen durchzuführen

Bitte beachten Sie hierzu auch unsere AGB.
© Medizin.de 2018

© medizin.de    |     Design by It Prisma