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Alzheimer Diagnose

Oktober 04, 2017
Alzheimer Diagnose Alzheimer Diagnose Photographee.eu / shutterstock.com

Die Alzheimer-Erkrankung ist verantwortlich für einen erheblichen Anteil der Pflegefälle älterer Menschen in Deutschland. Je nach Quelle leidet mindestens jeder zweite, wahrscheinlich aber sogar drei von vier der „Rund-um-die Uhr“-Betreuten an der Alzheimer- Demenz. Bis zum Jahr 2050 wird mit einer Verdreifachung der Zahl der Betroffenen gerechnet. Schwierig macht die Schätzung dieser Zahlen vor allem die Tatsache, dass es bisher keine messbaren Laborwerte zur zweifelsfreien Feststellung einer Alzheimer-Erkrankung identifiziert wurden.

Dabei wäre eine frühzeitige Diagnose sehr wünschenswert, gibt es doch bei der grundsätzlich unheilbaren Erkrankung inzwischen sowohl medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Ansätze einer Therapie. Diese kann die Alzheimer-Patienten viel länger in einem für sie und – nicht minder wichtig – für die Angehörigen zufriedenstellenden Tagesablauf und einer persönlichen Versorgungssituation halten.

Diagnose bisher

Die Diagnose stellt bisher eine Ausschlussdiagnose dar. Das heißt, findet sich keine andere Ursache für die Ausfälle des Gedächtnisses, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Alzheimer. Andere Ursachen sind z.B. eine Minderdurchblutung des Gehirns, psychiatrische Erkrankungen oder eine Unterfunktion der Schilddrüse, nicht zuletzt natürlich auch das normale Älterwerden. Zum Finden der Alzheimer-Diagnose eingesetzt werden Röntgen- und MRT-Untersuchungen des Hirns oder Tests wie der Uhrzeichen-Maltest. Bei diesem muss der fragliche Patient auf einem Blatt Papier eine Uhr mit einer vorgegebenen Zeit malen. Alle Testverfahren sind unsicher, eine sichere Alzheimer-Diagnose ist erst nach dem Tod durch eine Obduktion zu stellen.

Neuer Bluttest

Forscher der US-Eliteuniversität in Stanford sehen nun die Chance, in einigen Jahren über einen „einfachen“ Bluttest die Alzheimer Risikopersonen heraus filtern zu können. Ungefähr vier bis sechs Jahre vor dem Beginn der Symptome wie Vergesslichkeit, plötzliche extreme Schwankung der Stimmungslage, ungerechtfertigte Verdächtigungen naher Angehöriger und Aggressivität lassen sich, so die Hoffnung, die Betroffenen erkennen.

Geprüft werden 18 Proteine (Eiweiße), die im Botensystem zwischen den Zellen eine Rolle spielen; einige davon wirken mit bei der Einleitung des „programmierten Zelltods“ (Apoptose), andere an der Bildung neuer Blutzellen, einige an Prozessen im Immunsystem. Bei den ca. 250 Patienten wurde eine Trefferquote von 90% erreicht.

Der Alzheimer-Blut-Test befindet sich noch im Stadium des Experimentierens und ist nicht zugelassen. Bis zur Marktreife werden noch drei bis fünf Jahre vergehen.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

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