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Amöbiasis: Befall mit Amöben nach Reisen in tropische Länder

Oktober 04, 2017
Amöbiasis: Befall mit Amöben nach Reisen in tropische Länder Amöbiasis: Befall mit Amöben nach Reisen in tropische Länder CCO / pexels.com

Schlechte hygienische Bedingungen öffnen Infektionen Tür und Tor. Eine typische, vor allem in tropischen Ländern mit niedrigem Hygienestandard erworbene Infektionskrankheit ist die Amöbiasis. Die Erreger - die zu den Protozoen gehörenden Spezies Entamoeba histolytica und Entamoeba dispar – werden hauptsächlich über kontaminiertes Trinkwasser oder belastete Nahrungsmittel übertragen. Je nach Pathogenität des Erregertyps kann es zu einer nicht-invasiven Erkrankung mit mildem Erscheinungsbild oder auch invasiven Verlaufsformen mit ausgeprägten Krankheitssymptomen kommen.

Man geht weltweit von rund 500 Mio. Infizierten aus, wobei die Mehrzahl der Betroffenen keine Symptome entwickeln. Unter Individualreisenden in tropische Gefilde gehört die Amöbiasis zu den häufigsten Darminfektionen. Neben dem fäkal-oralen Übertragungsweg über kontaminierte Nahrungsmittel und verseuchtes Trinkwasser besteht besonders für Homosexuelle mit oro-analen Sexualpraktiken ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. 

Milde und schwere Verläufe

Die Erreger werden als infektiöse Zysten aufgenommen, aus denen im Darm so genannte Minutaformen schlüpfen. Durch Vermehrung bilden diese so genannten Trophozoiten infektiöse Zysten, die mit dem Stuhl den Darm wieder verlassen. Im Falle von Entamoeba histolytica können die Trophozoiten auch in die Darmwand eindringen und die so genannte Magnaform ausbilden. Diese können in der Darmschleimhaut und Submukosa eine Amöbenkolitis verursachen. Nach dem Übertritt in die Blutbahn wandern die Parasiten in die Leber ein und lösen dort einen so genannten Amöbenabszess aus, wobei meist der rechte Leberlappen betroffen ist.

Drohende Komplikationen

Die Spanne vom Infektionszeitpunkt bis zum Auftauchen erster Symptome einer Amöbiasis ist interindividuell unterschiedlich lang. Die invasiv verlaufende Form ist gekennzeichnet durch Schmerzen im Bauchbereich, Fieber und einem schleimig-blutigen Durchfall. An Komplikationen dominieren neben dem Amöbenabszess der Leber Darmperforationen mit Entzündungen des Bauchfells und eine toxische Weitstellung des Dickdarms (Megakolon). Zur Diagnostik dient der Nachweis von Zysten oder Trophozoiten im Stuhl und bei invasiven Verläufen ein Test auf Erreger-spezifische Antikörper. Im Falle eines Leberabszesses sind keine Erreger nachweisbar, da diese in die Abszesswand eingewandert sind.

Therapie

Zur Therapie kommen Antibiotika mit breitem Wirkspektrum über mindestens zehn Tage zum Einsatz und gegebenenfalls ein Darmlumen-Amöbizid. Als präventive Maßnahmen wird das Abkochen des Trinkwassers empfohlen (die Zugabe von Chlor zerstört nicht die infektiösen Zysten), sorgfältiges Waschen und Schälen von Obst und Gemüse sowie nicht zuletzt die Vermeidung von faeko-oralem Kontakt bei sexuellen Handlungen.

© 2007-2018 medizin.de (Wolfgang Zimmermann) zuletzt aktualisiert 11/2017

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