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Appetitlosigkeit (Anorexie): Überblick

Appetitlosigkeit (Anorexie): ÜberblickAppetitlosigkeit (Anorexie): Überblick(© Africa-Studio / shutterstock.com)Appetitlosigkeit (Anorexie): Überblick(© Africa-Studio / shutterstock.com)

Gelegentliche Appetitlosigkeit (Anorexie) ist harmlos. Jeder kennt die Situation, einfach „nichts herunterzubekommen“. Auch der umgekehrte Fall ist – hin und wieder – kein Grund zur Beunruhigung. Seelischer Stress beispielsweise löst bei manchen Menschen Heißhunger, bei anderen wiederum Appetitlosigkeit aus. Unser Appetit wird durch äußere und innere Faktoren gesteuert. Rezeptoren im Blut messen den Blutzucker- und Nährstoffgehalt im Blut und melden dem Gehirn „Hunger“. Der Anblick oder Duft leckerer Speisen fördert den Appetit von außen.  

 Bei ständiger Appetitlosigkeit zum Arzt

Wenn Sie über längere Zeit keinen Appetit verspüren, sollten Sie sicherheitshalber zum Arzt gehen. Manchmal gibt es körperliche Ursachen für die Appetitlosigkeit. Meistens sind dies Erkrankungen des Verdauungstrakts, zum Beispiel eine Magenschleimhautentzündung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Auch Medikamente können uns den Appetit rauben. Selten steht Krebs dahinter. Gerät unsere innere Uhr zum Beispiel durch einen Jetlag durcheinander, führt dies ebenfalls zu fehlendem Hunger.

Besonders häufig sind seelische Faktoren ursächlich. Depressionen sind ein typischer Auslöser von Appetitlosigkeit. Die extremste Form der Nahrungsverweigerung ist die Magersucht. Bei beruflichem oder privatem Stress können viele Menschen nur wenig essen. Andere wiederum kompensieren die Belastung durch große Mengen an Nahrungsmitteln. Der Appetit lässt aber auch in hohem Lebensalter nach. Das ist völlig normal und bis zu einem gewissen Grad unbedenklich. Mangelerscheinungen müssen aber unbedingt vermieden werden.

Ursache muss gefunden werden

Um Ihr Hungergefühl wiederzuerlangen muss die Ursache gefunden werden. Stellen Sie sich hierzu am besten bei Ihrem Hausarzt vor. Die Behandlung der Auslöser führt zu einer Rückkehr des Appetits und Steigerung Ihrer Lebensqualität. Vielleicht ist auch ein Medikamentenwechsel angezeigt. Gegebenenfalls helfen auch Hausmittel gegen die Appetitlosigkeit. Fenchel beispielsweise hat eine hungerfördernde Wirkung. Auf jeden Fall sollten Sie vorher eine ernste Ursache ausschließen lassen.

© 2016 – 2017 medizin.de (Gunnar Römer) zuletzt aktualisiert 11/2017

Quellenangaben:

  • Ernährungsmedizin und Diätik (Heinrich Kaspar), Urban & Fischer
  • Klinische Gastroenterologie (Helmut Messmann), Thieme-Verlag
  • Ernährungsmedizin: Prävention und Therapie (P. Schauder & G. Ollenschläger), Urban & Fischer
  • Innere Medizin 2016 (G. Herold), Selbstverlag
  • Ernährungsmedizin (H.-K. Biesalki, S.-C. Bischoff, C. Puchstein), 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Thieme-Verlag

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Teil 1: Appetitlosigkeit (Anorexie):Überblick

Teil 2: Appetitlosigkeit (Anorexie): Ursachen

Teil 3: Appetitlosigkeit (Anorexie): Diagnose

Teil 4: Appetitlosigkeit (Anorexie): Therapie

Redaktion
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