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Cluster-Kopfschmerz: Symptome

Oktober 04, 2017
Cluster-Kopfschmerz: Symptome Cluster-Kopfschmerz: Symptome Alila Medical Media / shutterstock.com

Anfallsartige Kopfschmerzattacken

Das klassische Merkmal von Cluster-Kopfschmerzen sind heftige, anfallsartig auftretende und meistens nur eine Gesichtshälfte betreffende Schmerzschübe. In seiner Intensität übertrifft der Kopfschmerz für gewöhnlich alle anderen vergleichbaren Krankheitsbilder. Auch gegenüber einer Migräne wird Cluster-Kopfschmerz oft als noch deutlich quälender und stärker eingestuft. Vom Charakter her berichten Patienten über einen schier unerträglich stechenden und bohrenden Schmerz. Als typische Metapher wird das Bild von einem glühenden Messer verwendet, das in die Augen gestochen wird.
 

Lokalisation

Seinen Ausgang nimmt der Cluster-Kopfschmerz in der Regel immer an einem Auge und der Nasenwurzel. Von dort breitet er sich zunehmend über die gesamte Gesichtshälfte aus. Nur extrem selten kommt es zu Schmerzen im Bereich des Hinterkopfes. In über 80 % der Fälle ist der Schmerz immer auf derselben Seite des Gesichtes zu beobachten, auch bei jahrzehntelangen Krankheitsverläufen.

Schmerzen folgen einer Regelmäßigkeit

Bei der episodischen, nicht chronifizierten Form des Cluster-Kopfschmerzes treten die Symptome meistens regelmäßig über einen Zeitraum von 1 bis 3 Monaten auf, um dann für einige Monate bis hin zu mehreren Jahren komplett zu verschwinden. Solche sehr langen beschwerdefreien Intervalle fehlen bei der chronischen Form: Hier dauern die symptomfreien Zeitabschnitte in der Regel höchstens 4 Wochen. Rund 80 % der Patienten entfallen auf die episodische Variante des Cluster-Kopfschmerzes. Die Schmerzschübe selber dauern zwischen 15 und 180 Minuten. Die durchschnittliche Leidenszeit für die Patienten liegt bei 20 – 45 Minuten. Während der Schmerzperioden treten für gewöhnlich zwei bis drei – im Extremfall bis zu acht Clusterattacken während eines Zeitfensters von 24 Stunden auf. Die Schmerzen treten vorwiegend während der Nacht – meistens rund 2 – 3 Stunden nach dem Einschlafen – und morgens früh auf. Eine Häufung wird außerdem regelmäßig in den Jahreszeiten Herbst und Winter beobachtet.

Patienten verhalten sich anders als bei Migräne

Für die Abgrenzung zu einer Migräne bedeutsam ist das Verhalten von Cluster-Patienten während einer akuten Schmerzphase. Von den vernichtenden Schmerzen geplagt, zeigen sie praktisch immer einen stark gesteigerten Bewegungsdrang bzw. eine auffallende motorische Unruhe. Vielfach ist zu beobachten, dass die Betroffenen ständig auf und ab gehen und teilweisesogar Gegenstände werfen. Typischerweise schlagen auch viele Schmerzpatienten mit den Fäusten gegen die Wand oder gegen den Kopf, um die ungeheure Qual irgendwie abzumildern. Im Extremfall verletzten sich Patienten sogar selber und artikulieren Selbstmordabsichten, was den enormen Leidensdruck während einer Attacke verdeutlicht.

Keine Übelkeit

Obwohl auch sehr quälend, neigen Migräne-Patienten im Verlaufe eines Schubes eher dazu, sich zurückzuziehen und das Bett aufzusuchen. Die bei Migräne charakteristische Übelkeit fehlt beim Cluster-Kopfschmerz für gewöhnlich völlig. Auch die migränetypische Aura ist selten zu beobachten, wenngleich sich ein akuter Cluster-Kopfschmerz sehr wohl einige Minuten durch leichtere Schmerzen ankündigt. Symptome wie erhöhte Licht- und Schallempfindlichkeit tritt nur bei einem Teil der Cluster-Kopfschmerzpatienten auf.

Die begleitenden Symptome beim Cluster-Kopfschmerz

Zu einem Cluster-Kopfschmerz bzw. zu einer Attacke gehört noch eine Reihe von weiteren Symptomen, die parallel zu den eigentlichen Kopfschmerzen auftreten und für die Diagnose von wichtiger Bedeutung sind. Neben dem bereits genannten Bewegungsdrang und der teilweise auftretenden Lichtempfindlichkeit zeigt sich typischerweise mindestens eines der nachfolgend genannten klinischen Zeichen auf der schmerzhafte Gesichtsseite:

  • Laufende Nase
  • Verstopfte Nase
  • Starke Rötung der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges
  • Verstärkte Sekretion von Tränenflüssigkeit
  • Starkes Schwitzen, insbesondere auf der Stirn und teilweise der restlichen Gesichtshälfte
  • verengte Pupille
  • Lidödem
  • Ptosis (herabhängendes Augenlid)

© medizin.de 2013-2018 (Gunnar Römer)

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