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Cluster-Kopfschmerz: Therapie

Oktober 04, 2017
Cluster-Kopfschmerz: Therapie Cluster-Kopfschmerz: Therapie pathdoc / shutterstock.com

Cluster Kopfschmerz nicht heilbar

Grundsätzlich muss sich jeder Patient darüber im Klaren sein, dass Cluster-Kopfschmerz nicht heilbar ist. Dies liegt insbesondere an der Tatsache, dass noch zu wenig über die Pathophysiologie und Entstehung dieser Erkrankung bekannt ist. Dennoch lässt sich sowohl bei der episodischen als auch bei der chronischen Form eine deutliche Besserung erzielen. Die Therapie des Cluster-Kopfschmerzes sollte grundsätzlich aus zwei Pfeilern bestehen:

  • Die Akuttherapie: Hierbei geht es in erster Linie darum, einen akuten Schmerzschub zu behandeln und diesen zum Einen erträglicher zu machen und zum Anderen zu verkürzen.
  • Die Intervalltherapie: Diese Behandlung zielt darauf ab, das Auftreten von Cluster-Attacken in der Anzahl zu verringern und im Idealfall langfristig zu vermeiden.

Herkömmliche Maßnahmen wirkungslos

Gegen wenige Symptome gibt es eine derart große Bandbreite an möglichen Behandlungsmethoden, wie gegen Kopfschmerzen. Ungünstigerweise helfen diese aber bei dem akuten Cluster-Kopfschmerz nur unzureichend und nicht selten führen sie überhaupt keine Besserung herbei. Dies gilt insbesondere für die üblichen Kopfschmerzmittel wie ASS oder Paracetamol. Aber auch alternative Methoden – beispielsweise Akupunktur oder Entspannungsübungen – bringen in der Regel keine Linderung der schlimmen Beschwerden. Selbst Morphium ist wirkungslos.

Hohe psychische Belastung

Die dadurch entstehende Machtlosigkeit verschlimmert die psychischen und körperlichen Leiden der Betroffenen. Hier ist es besonders wichtig, den Patienten über die durchaus bestehenden Behandlungsmethoden bei Cluster-Kopfschmerzen zu informieren. Auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist, es gelingt meistens die Lebensqualität deutlich zu erhöhen und lange beschwerdefreie Intervalle zu erreichen.

Die Akuttherapie: Hilfe in der Not

Sauerstoff

Kommt es zu einer akuten Schmerzattacke, sollten die Maßnahmen der Akuttherapie eingesetzt werden. Hierzu gehört in erster Linie die Inhalation von 100 prozentigem medizinischem Sauerstoff, der über eine Atemmaske zugeführt wird. Dabei sollte der Patient idealerweise im Sitzen rund 10 Liter Sauerstoff pro Minute einatmen. Der ganze Vorgang kann bis zu 20 Minuten durchgeführt werden – danach ist keine weitere Besserung mehr zu erwarten. Nebenwirkungen besitzt diese Behandlung keine und die entsprechenden Sauerstoffmasken sind in Apotheken erhältlich. Für den Sauerstoff gilt das gleiche; allerdings stellen auch Krankenkassen solche Apparaturen zur Verfügung.

Triptane

Für die Akuttherapie ebenfalls essentiell ist der Einsatz bestimmter Arzneimittel. Im akuten Schmerzzustand eignen sich insbesondere Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Triptane. Bekanntestes und in der Akutbehandlung des Cluster-Kopfschmerzes besonders wirksames Medikament ist Sumatriptan. Dieses muss bei Bedarf subkutan – d. h. direkt unter die Haut – gespritzt werden. Betroffene sollten ein solches Spritzenset stets bei sich tragen. Triptane sind Arzneistoffe, die ursprünglich für die Behandlung von Migräne entwickelt wurden. Auch gegen Cluster-Kopfschmerz zeigen sie eine mitunter sehr gute Wirkung.

Eine weitere Alternative stellt die intranasale (Nasenspray) Anwendung eines Lokalanästhetikums dar. Hier ist v. a. Lidocain effektiv – jenes Betäubungsmittel, welches auch vom Zahnarzt verwendet wird.

Die Intervalltherapie: Schmerzattacken vermeiden

Das vornehmliche Ziel dieser Behandlungsform ist es, Schmerzattacken zu vermeiden oder zumundest deren Auftreten seltener werden zu lassen. Hierzu ist eine ganze Reihe von Arzneimitteln geeignet. Am erfolgversprechendsten ist der Calciumkanalblocker Verapamil, dessen Hauptindikation normalerweise Herzrhythmusstörungen sind. Aus diesem Grund sollte bei regelmäßiger Einnahme anfangs eine EKG-Untersuchung erfolgen. Weitere wirksame Arzneistoffe sind Kortison, Lithium und Valproinsäure.

Lithium und Verapamil sind die beiden Verbindungen, die sich auch am besten für die deutliche schwierigere Intervalltherapie bei chronifizierten Cluster-Kopfschmerzen eignen. Entscheidender Vorteil der genannten Arzneimittel ist die Tatsache, dass sie für eine Dauereinnahme geeignet sind. Genau diese ist bei der chronischen Form notwendig, um auch hier eine entsprechende Besserung erzielen zu können. Im Falle einer Therapieresistenz bei chronisch erkranktenPatienten wäre der Einsatz eines Hirnschrittmachers zu diskutieren.

© 2013-2018 medizin.de (Gunnar Römer)

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