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Ebola: Ursachen

Oktober 04, 2017
Ebola: Ursachen Ebola: Ursachen CASTALDOstudio.com / shutterstock.com

Auslöser von Ebola ist das gleichnamige Virus, das zur Gruppe der Filoviridae (Fadenviren) gehört. Wie der Name verrät, imponiert der Krankheitserreger durch seine sehr längliche, fadenartige Form. Das Virus besitzt eine Länge zwischen 1.000 und 14.000 nm (Nanometer) und ist rund 60 bis 80 nm breit. Anders als menschliche Zellen besitzt das Ebolavirus weder einen eigenen Stoffwechsel noch eine DNA. Vielmehr enthalten die Viruspartikel RNA als Erbgut, weswegen sie zur Gruppe der RNA-Viren gezählt werden.

Bekannte RNA-Viren

  • Röteln-Virus
  • Polio-Virus
  • Lassa-Virus
  • SARS-Virus
  • Rotavirus
  • FSME-Virus

Im Erbgut der Ebolaviren sind sämtliche genetische Informationen enthalten, die zum Befall einer Wirtszelle und zur Vermehrung notwendig sind. Neben dem Menschen befällt der Erreger auch andere Lebewesen, v. a. Nagetiere. Als natürliches Reservoir wird derzeit der Flughund vermutet – ein letzter wissenschaftlicher Beweis hierfür fehlt aber.

Bisher fünf Ebola-Virustypen bekannt

  • Zaire-Ebola
  • Reston-Ebola
  • Sudan-Ebola
  • Côte d'Ivoire-Ebola
  • Bundibugyo-Ebola

Übertragungsrisiko ist extrem hoch

Wenige Infektionserkrankungen sind derart hochansteckend wie Ebola. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt jedoch für gewöhnlich erst, wenn der Infizierte erste Krankheitssymptome zeigt. Erst dann hat sich das Virus im Organismus so zahlreich vermehrt, dass eine Ansteckung möglich ist. Ebola verbreitet sich über Körperflüssigkeiten, v. a. Blut, Sperma und Speichel. Hat ein Patient eine Ebola-Erkrankung unbeschadet überstanden, verbreitet dieser keine Erreger mehr, selbst wenn sich noch Viren in seinem Blut befinden. Extrem gefährdet für eine Ansteckung sind all jene Personen, die meistens berufsbedingt einen engen Kontakt zu Ebola-Infizierten haben. Hierzu gehören insbesondere Ärzte und Krankenpflegepersonal. Soweit möglich sind naher Körperkontakt und die gemeinsame Nutzung von Gegenständen unbedingt zu vermeiden. Sexuelle Kontakte gehören ebenfalls zu den üblichen Übertragungswegen. Die extreme Ansteckungsgefahr von Ebola zeigt sich insbesondere auch daran, dass sich viele Menschen im Rahmen einer Bestattungszeromonie anstecken: Sogar die an Ebola verstorbenen sind noch lange Zeit hochgradig infektiös. Untersuchungen der Samenflüssigkeit haben gezeigt: Auch 61 Tage nach Eintritt des Todes konnten noch Viren nachgewiesen werden.

Reisen in Ebola-Gebiete genau planen

Wie erwähnt ist noch nicht umfassend geklärt, woher das Ebolavirus kommt. Grundsätzlich ist höchste Vorsicht vor infizierten Tieren geboten. Das gilt sowohl für lebende, als auch für tote Exemplare. Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass auch die aktuelle Ebola-Epidemie durch den Verzehr von infiziertem Affenfleisch auf den Menschen übertragen wurde. Anders als bei vielen anderen Tropenkrankheiten ist eine Übertragung durch Mückenstiche bei Ebola bisher nicht bekannt. Reisen in Gebiete mit hoher Ebola-Durchseuchung stellen für sich alleine genommen noch kein Ansteckungsrisiko dar. Sehr wohl aber jeder nahe Kontakt zu infizierten Menschen. Da sich dieser jedoch in einigen Situationen kaum vermeiden lässt, sollte jede Reise in ein solches Gebiet genauestens durchdacht werden. Auf Nummer Sicher geht der Reisewillige mit einem Flug in eine andere Region der Welt oder dem Verbleib in Deutschland, in dem übrigens jeder Verdacht auf Ebola uneingeschränkt meldepflichtig ist.

© 2014-2018 medizin.de (Dr. Florian Korff)

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