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Epilepsie: Allgemeines

Oktober 04, 2017
Epilepsie: Allgemeines Epilepsie: Allgemeines riopatuca / shutterstock.com

Unter einer Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung zu verstehen, in dessen Rahmen es zu unkontrollierten Entladungen bestimmter Nervenzellgruppen im Gehirn kommt. Direkte Folge hiervon ist ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Krampfanfall, der als epileptischer Anfall bezeichnet wird. Ein epileptischer Anfall wirkt für Außenstehende oft bizarr und dramatisch, in den meisten Fällen erholt sich der Epileptiker im Anschluss daran aber wieder völlig. Das größte Risiko im Rahmen einer Epilepsie ist die Tatsache, dass sich der Epileptiker im Verlauf eines Anfalls je nach Umgebung stark verletzen kann. Typisch für einen epileptischen Anfall ist der Zungenbiss, der oft sehr schmerzhaft ist und in einigen Fällen stark bluten kann.

Die Dauer und die Intensität eines epileptischen Anfalls können variieren. Als Faustregel gilt: Dauert ein epileptischer Anfall länger als fünf Minuten, sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden. Meistens endet der epileptische Anfall allerdings innerhalb weniger Minuten von selber wieder. Der Epileptiker fühlt sich im Anschluss daran meistens sehr erschöpft und er sollte die Gelegenheit zum Ausruhen bekommen.

Oft findet sich keine Ursache

Eine Epilepsie kann verschiedene Ursachen haben. Spezielle Fehlbildungen im Gehirn, Hirntumore, Entzündungen oder Verletzungen können eine Epilepsie auslösen. Je nach Entstehungsart kann die Epilepsie demnach angeboren oder erworben sein. Häufig tritt eine Epilepsie auch nach Hirnschäden auf die durch einen Schlaganfall verursacht wurden. Das während des Schlaganfalls zerstörte Hirngewebe vernarbt im Anschluss an die Erkrankung. Aus solchen Narben entwickeln sich oft Herde, die eine Epilepsie auslösen können. Sehr häufig sind aber auch idiopathische Formen der Epilepsie. Dies bedeutet, dass bei den Epileptikern keinerlei Hirnschädigungen oder sonstige Ursachen für das Krampfen gefunden werden können.

Anfälle treten in unterschiedlichen Ausprägungen auf

Je nach Lokalisation der die Epilepsie auslösenden Neuronengruppen breiten sich die unnatürlichen Erregungssalven über unterschiedliche Areale des Gehirns aus. Häufig werden die unkontrollierten Aktionspotenziale der Nerven über beide Hirnhälften weitergeleitet. In diesem Fall kommt es entsprechend der erregten Hirnareale zu Verkrampfungen am ganzen Körper. In diesem Fall spricht der Neurologe von einem generalisierten Anfall. Sind nur einzelne Hirnregionen von den Erregungen betroffen, kommt es gegebenenfalls nur zu Zuckungen einzelner Extremitäten. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten fokalen Anfall. Insbesondere nach der generalisierten Form fällt der Epileptiker vor lauter Erschöpfung in einen tiefen Schlaf, der als Terminalschlaf bezeichnet wird.

Seltener kommen sogenannte Absencen vor: Hierbei besteht der epileptische Anfall lediglich aus einer wenige Sekunden bis Minuten andauernden Abwesenheit des Patienten. Er starrt ins Leere und reagiert auf keinerlei Außenreize mehr.Den Extremfall eines epileptischen Anfalls stellt der Status epilepticus dar: Hierbei endet der epileptische Anfall gar nicht mehr ohne intensivmedizinische Maßnahmen. Wie erwähnt sollte bei epileptischen Anfällen, die länger als fünf Minuten andauern, sofort ein Notarzt informiert werden. Bei einem normalen Anfallsverlauf sollte lediglich versucht werden, den Epileptiker in wenig verletzungsträchtiges Umfeld zu bringen. Weitere Maßnahmen sind nicht notwendig und wären auch nutzlos.

Meist leicht zu diagnostizieren und gut therapierbar

Um eine Epilepsie zu diagnostizieren, sollte zunächst eine ausführliche Anamnese erhoben werden. Es ist wichtig, dass der Patient bzw. die Angehörigen dem Arzt die genaue Art und den Verlauf der Anfälle beschreiben. Häufig gleichen sich die epileptischen Anfälle bei ein und der selben Person sehr. Als weitere diagnostische Maßnahmen kommen bildgebende Verfahren (MRT, CT) zum Einsatz um evtl. vorhandene Läsionen des Gehirns zu identifizieren. Außerdem werden eine EEG-Untersuchung sowie ein Blutbild zur Diagnostik herangezogen.

Therapeutisch lässt sich einer Epilepsie oft mit Medikamenten - sog. Antiepileptika - begegnen. Bekanntester Wirkstoff ist hier Oxcarbazepin. Auch chirurgische Maßnahmen zur Behandlung einer Epilepsie sind häufig erfolgreich. Neuere Therapieansätze arbeiten mit ins Gehirn eingepflanzten Hirnschrittmachern.

© 2013-2018 medizin.de (Gunnar Römer)

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