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Exanthema subitum (Dreitagefieber)

Oktober 04, 2017
Exanthema subitum (Dreitagefieber) Exanthema subitum (Dreitagefieber) wk1003mike / shutterstock.com

Das Exanthema subitum (andere Namen Roseola infantum oder Dreitagefieber) zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten. Deshalb wird es im englischen Sprachraum auch als Sixth Disease (gemeint ist die sechste Kinderkrankheit mit Hautausschlag) bezeichnet. Die anderen fünf sind Masern, Scharlach, Röteln, Rubeola scarlatina und Erythema infectiosum. Allerdings fehlen in dieser Liste die Windpocken.

Erreger des Drei-Tage-Fieber sind das Humane Herpesvirus Typ 6 (HHV-6) oder Typ 7 (HHV-7). Trotz des Namens sind HHV-6 und -7 nicht nah verwandt mit den Erregern der Lippenbläschen oder des genitalen Herpes (Herpes Simplex Typ 1 und 2). Die größte Ähnlichkeit unter den Viren besteht zum Epstein-Barr-Virus und zum Cytomegalievirus, die ebenfalls zu den Herpesviren zählen.

Symptome

Betroffen vom Dreitagefieber sind fast ausschließlich Kinder unter zwei Jahren. Der typische Verlauf zeigt das namengebende drei Tage anhaltende hohe Fieber, das allerdings auch etwas darüber hinaus währen kann. Sobald das Fieber zurückgeht, zeigen sich an Bauch und Rücken bis hoch zum Nacken feine Flecken. Nicht selten fließen diese zu einer größeren, leicht erhabenen Rötung zusammen, eine Ausbreitung bis ins Gesicht wird beschrieben, scheint aber eher selten zu sein. Seltene Komplikationen sind Durchfall und Erbrechen der meist kleinen Kinder, Schwellung der Lymphknoten am Hals, rote Flecken an Gaumen und Zäpfchen (Nagayama Flecken) eine gespannte Fontanelle sowie Fieberkrämpfe.

Überträger und Behandlung

Die auslösenden HHV-6 und HHV-7 sind auf der ganzen Welt verbreitet, wie bei den meisten Herpesviren scheint der Mensch der einzige Viruswirt zu sein. Die Viren sind sehr anstecken, die Übertragung erfolgt über Tröpfchen und den Speichel. Nach ca. einer Woche Inkubationszeit beginnen die Beschwerden.

Allerdings zeigt, wie bei vielen anderen Vireninfektion bzw. Kinderkrankheiten auch, ein nicht geringer Teil der infizierten Kinder keine oder nicht bemerkte Symptome. Diese Kindern (oder Erwachsene) können aber die Viren ausscheiden und so andere anstecken.

Wie bei allen Herpesviren bleiben nach der abgelaufen Erstinfektion die Viren im Körper und können bei nicht weiter bekannten Faktoren (z.B. Stress, Medikamente, andere Erkrankungen) reaktiviert werden und einen erneuten Schub des Fiebers führen und/oder den Erkrankten ansteckend werden lassen. Dies scheint beim Exanthema subitum seltener zu sein als bei den anderen Herpesviren.

Die Behandlung ist rein symptomatisch (wenn überhaupt notwendig), eine kausale Therapie oder eine Impfung sind nicht bekannt.

Chronic Fatigue Syndrom

Die mit HHV-6 und HHV-7 eng verwandten Viren Epstein-Barr-Virus (EBV) und Cytomegalievirus stehen im Verdacht, das Chronische Müdigkeitssyndrom (chronic fatigue syndrom CFS) auszulösen. Daher scheint es logisch, auch das Exanthema subitum als einen möglichen Risikofaktor für das CFS anzunehmen. Bisher haben sich solche Vermutungen in wissenschaftlichen Studien nicht erhärten können.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

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