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Fatburner bieten als Diät wenig Neues

Fatburner bieten als Diät wenig Neues
Dieser Begriff lässt Abnehmwillige aufhorchen: Fatburner (wörtlich: Fettverbrenner). Das klingt ähnlich wie Müllverbrennung und welcher Übergewichtige möchte nicht seine Speckröllchen und Fettpolster einfach so als Müll entsorgen können. Aber verspricht eine Fatburner-Diät vielleicht mehr als sie halten kann?

Das Prinzip

Das Konzept ist dem Körper abgeschaut. Im ersten Schritt entsteht das (unerwünschte) Fett: Erhält der Mensch zu viel Kalorien – entweder weil er viel aufnimmt oder zu wenig verbraucht – wird Fett gebildet und als Reserve gespeichert. Die unschönen Rundungen sind da. In Zeiten des Mangels löst erdiese Reserven wieder auf und wandelt sie um in Energie. Um diesen Prozess zu starten, setzt der Organismus bestimmte Stoffe (eben die so genannten Fatburner) ein, Hormone, Proteine und andere „Botenstoffe“. Die Fettdepots verschwinden wieder.

Die Kritik

Das Problem ist aber, dass es hierzulande keinen wirklichen Mangel gibt und daher im Ergebnis sehr oft über längere Zeiträume zu viel Kalorien zugeführt werden. Die Fettreserven bleiben und werden im Gegenteil noch größer. Um so einleuchtender scheint die Idee, den Körper durch das Ankurbeln des Fatburners-Prinzip zu überlisten.

Die bekanntermaßen fettverbrennenden Hormone wie Glukagon, das menschliche Wachtumshormon oder das der Schilddrüse kommen als Stoffe einer Diät allerdings nicht in Frage: Zum einen lassen sie sich nur parenteral zuführen, d.h. als Spritze direkt in die Blutbahn, und/oder zum anderen sind es hochwirksame Medikamente mit sehr komplexen und auch bedenklichen Auswirkungen; ihre Anwendung ist ärztlichen Spezialisten vorgehalten.

Das Adrenalin, ebenfalls ein Fatburner, und seine Abkömmlinge, z.B. Ephedrin, sind als (Party) Drogen wie Speed oder Ecstasy bekannt und damit keinesfalls Bestandteile einer Diät. Als weitere Fettverbrenner mit unterschiedlichem Potenzial wurden Stoffe wie Magnesium, Linolsäure, Vitamin C, L-Carnitin, aber auch Koffein und Jod identifiziert. Zu den Nahrungsmitteln, denen diese Eigenschaft zugeschrieben wird, gehören die Enzyme der Ananas (wegen seines Bromelein-Gehaltes), der Kiwi und der Guarana. Aber auch diese Stoffe sind hinsichtlich ihrer Eigenschaften problematisch: L-Carnitin produziert der Körper selbst, ein Mangelzustand ist bisher nicht sicher bekannt. Die Enzyme der Früchte werden im Magen aufgespalten und erreichen daher nicht die Körperzellen, auf die es hier ankommt. Koffein und Guarana müsste man so viele schlucken, dass unweigerlich Herzrasen und Nervosität folgen. Auch die übrigen Stoffe können die meisten Ernährungswissenschaftler nicht davon überzeugen, den Begriff einer Fatburner-Diät anzuerkennen, ihr Nutzen wird angezweifelt.

Fazit

Keineswegs ist aber aus den genannten Gründen eine Fatburner-Diät grundsätzlich abzulehnen. Schließlich muss nicht alles, was die Wissenschaft nicht beweisen kann, deshalb schlecht sein. Und einen guten Zweck erfüllen hoffentlich alle durchgeführten Diäten: Durch die Beschäftigung mit dem eigenen Körper wird er bewusster wahrgenommen, Fehlentwicklungen werden vielleicht früher erkannt.

© 2007-2017 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

Redaktion
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