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Herzinfarkt: Risikofaktoren & Entstehung (Teil 2)

Oktober 04, 2017
Herzinfarkt: Risikofaktoren & Entstehung Herzinfarkt: Risikofaktoren & Entstehung donskarpo / shutterstock.com

Risikofaktoren fördern Herzinfarkt

Es gibt wenige Erkrankungen, deren Entstehung so sehr von bestimmten Risikofaktoren abhängig ist, wie der Herzinfarkt. In fast allen Fällen eines Herzinfarktes lassen sich mindestens zwei typische Faktoren ausmachen. Obwohl zahlreiche Möglichkeiten zur Minimierung des Herzinfarkt-Risikos bekannt sind, erkranken alleine in Deutschland jährlich rund 280.000 Menschen. Grundsätzlich gilt zwar: Je älter der Patient, desto höher ist die Gefahr eines Herzinfarktes. Dennoch sind immer mehr junge Menschen – teilweise sogar unter 30 Jahre – von einem Herzinfarkt betroffen. Dies liegt insbesondere an der immer ungesünderen Ernährung, zunehmenden beruflichen Stress und dem übermäßigen Konsum von Zigaretten und Alkohol. Regelmäßige sportliche Betätigung ist auch für junge Leute oft nicht zuletzt aus Zeitmangel kaum mehr selbstverständlich.

Die bedeutendsten Risikofaktoren

  • Tabakkonsum
  • erhöhter Alkoholgenuss
  • erhöhter Cholesterinspiegel (LDL-Cholesterin)
  • erhöhte Triglyceride
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Diabetes mellitus (Typ I und Typ II)
  • negativer Stress
  • mangelnde Bewegung
  • ungesunde Ernährung (vitaminarm, zu fett- und zuckerhaltig)
  • Lebensalter
  • genetische Prädisposition
  •  

Wie entsteht ein Herzinfarkt?

Der gesamte Herzmuskel ist von einem dichten Netz aus sog. Koronararterien durchzogen. Diese stellen eine ausreichende Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des lebenslang ohne Pause arbeitenden Herzmuskels dar. Die o. g. Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer Arteriosklerose (Gefäßverengung). Diese ist Grundlage für die Entstehung eines Herzinfarktes. Die Koronargefäße verengen sich im Laufe der Zeit immer mehr und es kommt zur koronaren Herzkrankheit. Zunächst zeigt sich die zunehmend schlechte Versorgung des Herzmuskels durch nachlassende Leistungsfähigkeit und Anfälle von Brustschmerzen (Angina pectoris).

Irgendwann kommt es zum kompletten Verschluss des Gefäßes. Der dahinterliegende Teil des Herzmuskels erhält gar kein Sauerstoff mehr und stirbt ab. Genau dieser Vorgang wird als Herzinfarkt bezeichnet. Die meisten Herzinfarkte entstehen durch die bekannten Risikofaktoren. Einige Herzinfarkt-Fälle sind aber auch auf Infektionen oder genetisch bedingte Gefäßschäden zurückzuführen. Gerade diese Sonderfälle führen oft im Kindesalter zu einem Herzinfarkt, wodurch die Grunderkrankung erst erkannt wird.

Herzmuskeln nicht ersetzbar

Ein bestimmter Faktor macht einen Herzinfarkt besonders gefährlich: Die Tatsache, dass es sich bei den betroffenen Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) um postmitotische Zellen handelt. Dies bedeutet, dass sich die Herzmuskeluzellen nach Abschluss der frühkindlichen Entwicklung nicht mehr teilen. D. h. die Anzahl der einmal entstandenen Zellen bleibt zeitlebens gleich. Fatale Folge davon ist: Die bei einem Herzinfarkt zerstörten Herzmuskelzellen sind unwiederbringlich verloren und werden nicht mehr neugebildet.

Im ungünstigsten Fall bleibt nach einem Herzinfarkt eine lebenslange Leistungsminderung des lebenswichtigen Organs zurück. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Nervenzellen, weswegen ein Schlaganfall ähnlich gefährlich ist. Medizinischer Vorteil von postmitotischen Zellen: In Gewebearten wo keine Zellteilung (Mitose) stattfindet, ist die Entstehung von bösartigen Tumoren extrem gering.

© 2013-2018 medizin.de (Gunnar Römer)

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