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Lyme-Borreliose: Borrelien

Oktober 04, 2017
Lyme-Borreliose: Borrelien Lyme-Borreliose: Borrelien AnastasiaKopa / shutterstock.com

Zecken sind als Überträger von bakteriellen und viralen Infektionen, vermutlich auch von Parasiten, auf Tiere und Mensch bekannt. In Deutschland spielt nur die Zeckenart Gemeiner Holzbock oder Ixodes ricinus die wesentliche Rolle. Die weitaus am häufigsten übertragenen Erreger sind das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und der Verursacher der Lyme-Borelliose, das Bakterium Borrelia burgdorferi.

Zur Einschätzung des Infektionsrisikos für diese beiden und der Notwendigkeit einer Impfung gegen FSME (gegen die Borelliose existiert keine) ist ein Blick auf die Durchseuchungsrate (Epidemiologie) der Zecken wichtig.

Lyme-Borreliose

Das Nationale Referenzzentrum für Borrelien spricht für Deutschland jedes Jahr von etwa 60.000 bis 100.000 Neuerkrankungen durch eine Infektion mit Borrelia burgdorferi. Andere Quellen sprechen von 30.000 bis 80.000 Fällen. Die Zahl der Borrelien-tragenden Zecken wird in Deutschland je nach Region mit einer Spannweite von 7 bis 50 % angegeben, im Durchschnitt sollen etwa 25 % befallen sein. Andere Erhebungen schätzen eine Durchseuchungsrate von 15 %. Aus diesen Zahlen ist auch zu folgern, dass längst nicht jeder Stich einer infizierten Zecke auch zu einer nachweisbaren Lyme-Borreliose beim Menschen führt. Das wird vor allem darauf zurückgeführt, dass der Übertritt in den menschlichen Organismus erst nach 6 bis 48 Stunden Saugzeit beginnt. Das Risiko einer Infektion mit Borrelien wird demnach eher überschätzt.

FSME

Das statistische Risiko für eine Übertragung des FSME-Virus ist viel geringer. Zum einen liegt die Durchseuchungsrate der Zecken deutlich unter der für die Borrelien. Sie soll im Durchschnitt bei ca. 0,1 % liegen, wobei die Spannweite mit 0,05 bis 0,44 % benannt wird. Die Zahlen für FSME und die Borreliose schwanken deutlich je nach Landkreis bzw. Region und nach dem Zeitpunkt der Untersuchung (Wettereinfluss).

Erkrankungsrisiko nach Stich einer Zecke

Aus den genannten Zahlen ergibt sich rechnerisch folgende ungefähre Gefahr einer Ansteckung nach einem Zeckenstich in Deutschland:

FSME 1:10.000 (einer von zehntausend Stichen)
Borreliose 1:100 (einer von 100).

Die tatsächlichen Infektionen sind tendenziell noch seltener, da diese Berechnung davon ausgeht, dass die Zecken zwei oder drei Tage ungestört saugen konnten. Aufgrund der gestiegenen Aufmerksamkeit der Bevölkerung liegt diese Voraussetzung nicht vor.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

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