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Madenwürmer: Leitsymptom Juckreiz

Madenwürmer: Leitsymptom Juckreiz

Wurmbefall

Die Vorstellung, von Würmern im Darm befallen zu sein, jagt den meisten Menschen einen Schauer über den Rücken. Noch ungemütlicher ist der Gedanke, dass statistisch gesehen jeder zweite Mensch in seinem Leben einmal eine Infektion durchmacht. Verantwortlich für diese große Zahl von mindestens einer halben Milliarde Fällen im Jahr ist der weltweit in gemäßigtem Klima vorkommende Madenwurm, ein Vertreter der Fadenwürmer oder Nematoden. Der wissenschaftliche Name lautet Enterobius vermicularis oder Oxyuris vermicularis.

Der Madenwurm gehört zu den wenigen Würmern, deren gesamter Lebenszyklus im Menschen stattfindet. Die erwachsenen Tiere sitzen in der Schleimhaut des letzten Drittels des Darms, auch im Blinddarm. Das Männchen ist mit nur drei bis fünf Millimetern Länge deutlich kleiner als das Weibchen, das knapp über einen Zentimeter erreicht. Nach der Befruchtung des Weibchens sterben die Männer ab, das Weibchen legt in seinem viermonatigen Leben zehntausende von Eiern, die zwei Wochen lebensfähig sind.

Symptome und Diagnose

Zur Eiablage bewegt sich das Weibchen aus dem Darmausgang heraus. In den Falten um den Anus werden die Eier deponiert. Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme von Eiern in den Mund, entweder durch Spuren von infizierte Kotreste oder nicht selten auch durch Eier unter den Fingernägeln. Die Eier bilden im Dünndarm drei Larvenstadien, bevor sie ihr endgültiges Ziel erreichen.

Der Madenwurm verlässt den Magen-Darm-Kanal nicht in Richtung Blutbahn oder Muskeln wie andere Würmer, bei denen der Mensch in der Regel einen Fehlwirt darstellt. In der Darmschleimhaut entsteht an der Anhaftestelle eine leichte Entzündung, die sich bakteriell entzünden kann.

Meist bleibt ein Befall mit Madenwürmern unbemerkt, nur selten werden abgehende Eier oder ein toter Wurm gesehen. Im Vordergrund steht der Juckreiz durch das Ekzem um den Darmausgang, bei Frauen kommt manchmal vaginaler Ausfluss hinzu. Der Nachweis einer Infektion erfolgt dadurch, dass um den Darmausgang herum morgens ein Klebestreifen abgenommen wird. Damit werden die Eier abgehoben, sie lassen sich unter dem Mikroskop darstellen. Eine Stuhlprobe ist wenig erfolgversprechend, da die Eier nur sehr schwer zu finden sind.

Behandlung und Vorbeugung

Zur Behandlung stehen wirksame Antihelminithika (Wurmmittel) zur Verfügung, oft reicht die einmalige Einnahme. Auf keinen Fall dürfen Wurmmittel für Haustiere (Wurmkur) eingenommen werden!

Wichtig ist die Vorbeugung, damit nicht ganze Familien oder Schulklassen erkranken. Das Wechseln der Bettwäsche gehört genauso dazu wie das der Unterwäsche, dazu regelmäßiges sorgfältiges Waschen der Hände vor jedem Essen oder nach jedem Kontakt mit der Poregion.

© 2007-2017 medizin.de (Dr.Berthold Gehrke)

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