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Problemfeld Magnesiummangel

Magnesiummangel

Muskelkrämpfe und Wadenkrämpfe

Wer ist nicht schon mal durch einen Wadenkrampf nachts hochgeschreckt oder hat nach dem Sport erfahren, wie schmerzhaft Muskelkrämpfe sein können? Etwa ein Drittel aller Erwachsenen leidet mindestens einmal jährlich an Wadenkrämpfen. Das Spektrum der möglichen Ursachen ist vielfältig und reicht von Elektrolyt- und Durchblutungsstörungen über neuromuskuläre bis hin zu rheumatischen Erkrankungen. Auch Medikamente, beispielsweise Diuretika oder Asthmamittel, können Muskelkrämpfe auslösen.

Als ein besonders häufiger Grund für Muskelkrämpfe gilt allerdings der Mangel an Magnesium.  Doch nicht nur vor diesem Hintergrund ist der Magnesiummangel ein wichtiges Thema. Tatsächlich sehen Experten den Magnesiummangelzum Beispiel als nicht zu unterschätzenden, negativen Einfluss auf den weiteren Krankheitsverlauf von Diabetes. Nicht zuletzt soll Magnesium aktuellen Studienergebnissen zufolge auch eine wichtige Rolle bei der Darmkrebs-Prävention spielen. Auch hier wird deutlich: Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium ist wichtig.

Problematik der Magnesiumversorgung

Der Mineralstoff Magnesium ist in unterschiedlichen Lebensmitteln enthalten – so zum Beispiel in Bananen oder auch in Nüssen. Allerdings wird die Bioverfügbarkeit von Magnesium durch einen hohen Anteil an Ballaststoffen in der Nahrung vermindert, da es zur Bildung von schwer absorbierbaren Magnesium-Komplexen kommen kann. Auch Alkohol, Konservierungsstoffe und andere Mineralien wie Calcium und Eisen beeinträchtigen die Aufnahme von Magnesium. Darüber hinaus können Arzneimittel die Aufnahme von Magnesium aus der Nahrung hemmen oder die Ausscheidung fördern:

  1. Abführmittel
  2. Aminoglykoside
  3. Antiarrhythmika
  4. Antibiotika
  5. Antihistaminika
  6. Cisplatin
  7. Cyclosporin
  8. Diuretika
  9. Psychopharmaka
  10. Tacrolimus

Um die Problematik der Magnesiumversorgung aus der Nahrung zu umgehen und die empfohlene Tagesdosis von etwa 300 bis 600 mg Magnesium zu sichern, kann mitunter die Zufuhr von Magnesium über geeignete Präparate sinnvoll sein. Sprechen Sie dazu im Zweifelsfall auch mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Diabetische Folgeschäden durch Magnesiummangel gefördert

Magnesium ist vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten enthaltenen. Diese Produkte werden häufig von Diabetikern gemieden. Außerdem wird Magnesium bei Diabetikern vermehrt über die Nieren ausgeschwemmt. Insofern ist der Magnesiummangel bei Diabetes ein häufiges Problem. Eine Studie an der Universität Stuttgart-Hohenheim belegt, dass von rund 5.500 Diabetikern nur 11% der insulinpflichtigen und 15% der nicht-insulinpflichtigen Patienten optimale Magnesiumwerte im Blutserum hatten.

Magnesiummangel bei Diabetes ist aber nicht nur ein häufiges, sondern insbesondere auch ein ernstzunehmendes Phänomen. Denn laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Biofaktoren fördert ein Magnesiummangel diabetische Folgeschäden. Ein Defizit kann aber für den Krankheitsverlauf fatale Folgen haben. Magnesium-Mangel fördert nicht nur den Diabetes sondern auch die gefürchteten Folgeschäden der Stoffwechselstörung an Herz und Blutgefäßen. "Umfangreiche epidemiologische Studien zeigen, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei erniedrigten Magnesium-Konzentrationen im Blut erhöht ist", erklärte der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Hans-Georg Classen, Magnesium-Experte aus Stuttgart-Hohenheim. Aktuellen Erkenntnissen zufolge, scheint ein Magnesium-Mangel entzündliche Prozesse zu fördern, die wiederum die Gefäßwände schädigen. Das wichtige Mineral verbessert auch die Wirksamkeit von Insulin, ein Mangelzustand schadet dem Diabetiker deshalb mehrfach.

Aktuelle Studienergebnisse: Ausreichende Magnesiumversorgung wichtig für Darmkrebsprävention

In der Februarausgabe der Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology wurde eine Studie publiziert, nach der eine ausreichende Magnesiumversorgung das Risiko für Darmkrebs reduziert. Die Forscher befragten mehr als 35.000 Frauen im Alter zwischen 55 und 69 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und verfolgten dann 16 Jahre lang ihren Gesundheitszustand. 1.100 Frauen waren in dieser Zeit an Darmkrebs erkrankt. Bei denen, die am meisten Magnesium aufnahmen, war das Risiko für Darmkrebs um 27 % niedriger als bei den Frauen mit einer schlechten Magnesium-Versorgung. Vermutlich verhindert der Mineralstoff ein unkontrolliertes Wachstum der Zellen in der Darmschleimhaut. Die Forscher empfehlen die Aufnahme von täglich mindestens 300 bis 400 mg Magnesium, um das Darmkrebsrisiko gering zu halten.

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